SELEN

 

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Selen    Syn.: Selenium  Abk.: Se
Halbmetallelement mit Atomgewicht 78,96 u. OZ 34; 2-, 4- u. 6wertig. Als natürliche Isotope 74,76-78,8°,8²Se. Verhält sich ähnlich wie Schwefel. Ist für den Menschen als Spurenelement essentiell (schützt vor bestimmten Formen der Lebernekrose); führt zu Aktivitätssteigerung der Glutathionperoxidase (die die Erythrozyten gegen Wirkung von Peroxiden schützt). Findet Anw. therap als Antiseborrhoikum (als Se-Disulfid = SeS2), bakt als Nährbodenbestandteil, nuklearmed für Pankreas- u. Epithelkörperchenszintigraphie (v.a. 75Se als Na-Selenit u. Selenomethionin; <gamma>-Strahler, 0,27 MeV, HWZ 127 d). Wirkt - in Staub-, Dampfform aufgenommen (durch den Verdauungstrakt, aber auch durch die Haut u. durch Einatmung) - als Enzymgift (Enzymblocker); wird im Harn u. Stuhl, aber auch im Schweiß u. in der Atemluft ausgeschieden (Knoblauchgeruch); bei akuter Vergiftung Reizerscheinungen an Augen u. Luftwegen (evtl.  Bronchopneumonie, Lungenödem) bzw. Dermatitis; bei chronischer Vergiftung Störung des Intermediärstoffwechsels mit Porphyrinurie, Knoblauchgeruch, Haarausfall, Leber-, Nieren-, Magen-Darm-, Myokardschädigung, sekundäre Anämie.
Selen ist als Bestandteil wichtiger Enzyme / Fermente mitverantwortlich für die Funktion der Körperzellen. Selen ist ein bedeutender Zellschutzfaktor, ein "Radikalfänger" (freie Radikale) und bietet damit Schutz vor Chromosomenschäden und führt zur Erhöhung der körpereigenen Resistenz gegen Krankheitskeime, Viren und Schwermetalle und besitzt krebsschützende Wirkung. Selen ist zur Erhaltung praktisch aller Organfunktionen notwendig. Selen schützt auch gegen die Beschleunigung von Alterungsvorgängen und Schädigungen des genetischen Apparates. Vor allem in Kombination mit Vitamin C und E schützt Selen vor Herzinfarkt.Selenmangel führt zu Störungen der Muskelfunktion, sowie Haar- und Nagelwuchsstörungen, erhöhter Strahlenempfindlichkeit der Haut, Schilddrüsenfehlfunktion und zur schnellen Gewebealterung.
Täglicher Bedarf laut DGE: 20 - 100 µg
Erhöhter Bedarf bei einseitiger Ernährung und Streß.

 
Mineralien.
Das Erfolgsprogramm.

von Andreas Jopp, Ulrich Strunz
 Preis: EUR 18,00
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Gebundene Ausgabe - 223 Seiten
Erscheinungsdatum: September 2003

Glutathion-peroxidase
Fgb.: enzym
eine Peroxidase in Erythrozyten (s.u. Glutathion), deren Mangel 
(mit autosomal-rezessivem Erbgang) zu hämolytischer Anämie führt.
Die G. wirkt im antioxidativen Verteidigungssystem gegen toxische Sauerstoffmetaboliten.

Bio- Selen. 
Natürlicher Schutz für unser
Immunsystem. 

Hademar Bankhofer
Preis: DM 13,57
EUR 6,94
Taschenbuch
- 176 Seiten

Erscheinungsdatum: 2002
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Selen ist ein Teil der Schlüsselenzyme gegen freie Radikale, z.B. der Glutathion-Peroxidase, einem der stärksten
körpereigenen Antioxidantien. Seine Hauptfunktion liegt in der Verhinderung der Oxidation von Fetten (=Lipide).
Es wirkt besonders synergistisch mit Vitamin E, um Antikörper zu erzeugen und für ein gesundes Herz und Leber
zu sorgen. In Studien der University of Arizona konnte das Krebsrisiko um 41% und die Rate der Krebstoten um
52 % gesenkt werden. Vielen Böden fehlt Selen und folglich auch den darauf wachsenden Pflanzen.
( - ) nicht bekannt
( +) Vitamin E
Effektive tägliche Dosierungen liegen zwischen 100 und 400mcg, vorzugsweise organisch gebunden als Selenmethionin.
Dosierungen über 800mcg täglich in Formen wie Natriumselenit können toxisch werden.
Selen ist Bestandteil der Glutathionperoxidase und hat damit antioxidative Eigenschaften und wirkt zusätzlich der toxischen Wirkung von Cadmium, Quecksilber, Thallium und Silber entgegen. Diskutiert wird deshalb, ob über Selen die Krebsentstehung gehemmt werden kann. Für Selen gibt es noch keine Vorstellungen über den Bedarf, da keine eindeutigen Mangelerscheinungen beim Menschen bekannt sind. Daher reichen die Angaben für eine ausreichende Versorgung von 20 - 100 µg/Tag. Wegen der großen Unterschiede im Selengehalt der Böden schwankt der Selengehalt in Lebensmitteln sehr stark. Reich an Selen sind vor allem proteinreiche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Innereien, aber auch Nüsse. Vegetarier haben deshalb keine schlechtere Selenversorgung. Getreide weisen abhängig vom Standort mittlere Gehalte auf. Eine zu hohe Zufuhr über bestimmte Präparate sollte vermieden werden, da Selen in zu hoher Menge (sicher ab etwa 50-facher Menge der Tageszufuhr) toxisch wirkt.

Selen ist ein Spurenelement, das in hohen Dosen giftig ist.
Wichtige Aufgaben sind:
       stärkt das Immunsystem
       hemmt die Entstehung freier Radikale
       hilfreich bei rheumatischen Erkrankungen und bei
       Herz-Kreislauf-Erkrankungen
       schützt gegen Krebs
Ein Mangel führt zu:                                 Herzstörungen
                                                              Gelenkschwellungen
Die DEG schätzt den täglichen Selenbedarf auf 20 - 100  µg. Zu den selenreichen Nahrungsmittel gehören Hülsenfrüchte, Sonnenblumenkerne und Getreide.

Selenmangel
In einer Studie an mehr als 1750 Menschen aus dem Großraum Wien, die im Labor durchgeführt wurde, ging hervor, daß 52% dieser Personen einen Selenmangel aufwiesen. Das heißt, jeder zweite dieser Menschen hat nicht ausreichend Selen zur Verfügung und damit sind die vom Selen ausgehenden Wirkungen nicht voll
erreichbar.


Selen
Bedarf: 250-300µg/Tag (50-500µg/Tag);  Überdosierung bei mehrmonatiger 100facher Tagesdosierung. 
Nebenwirkungen: bis 2.000 µg/Tag wurden keine beobachtet. Die Selenzufuhr sollte daher 400 µg/Tag auf Dauer und kurzfristig 1.000 µg/Tag nicht überschreiten. Bei Einnahme von mehr als 3.000 µg/Tag treten gastrointestinale Störungen, Kopfschmerzen, Haarausfall und knoblauchartige Atemluft auf. Diese Symptome verschwinden nach Absetzen von Selen nach 1-2 Wochen. Die gleichzeitige Gabe von Vitamin C hemmt die Aufnahme von Selen in der Form anorganischer Salze (Natriumselenit), jedoch nicht - falls Selen in organischer Form z.B. als Hefe - verabreicht wird. 
Selenmangel bei: Alkoholismus, Muskelerkrankungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Multipler Sklerose und Krebs. Medikamentöse Selengaben werden verabreicht, um Schwermetalle abzubauen. Selen ist als Antagonist zu Cadmium, Kupfer, Kobalt, Tellur, Zink, Vanadium, Silber und Quecksilber zu betrachten. Zahnfleischzerstörungen in der Umgebung von Dentalamalgam kann eventuell durch Selen verhindert werden. 
Selenmangel eventuell bei: Rheuma, Infarkt, Bluthochdruck, Abwehrschwäche und Schwermetallbelastung. Selenmangel bei Leberstörungen, grauem Star und vorzeitigem Altern.
Physiologische Selenwirkungen: Schutz vor freien Radikalen und damit Schutz vor Chromosomenschäden, Erhöhung der körpereigenen Resistenz gegen pathogene Keime, Viren und Schwermetalle; des weiteren krebsschützende Wirkung. Selen ist zur Erhaltung praktisch aller Organfunktionen notwendig. Selen schützt auch gegen die Beschleunigung von Altersvorgängen und Schädigungen des genetischen Apparates.Außerdem verhindert es wahrscheinlich die Krebsentstehung und kontrolliert die Blutblättchenaggregation und damit Bluthochdruck und Gerinnungsvorgänge. Auch schützt Selen vor Katarakten und anderen Augenerkrankungen und durch Diabetes mellitus ausgelösten Retinaschäden.  
Selenmangel führt weiters auch zu Haar- und Nagelwuchsstörungen, erhöhter Strahlenempfindlichkeit der Haut, Schilddrüsendysfunktion und
zur schnelleren Gewebealterung.
Dosierungen:
Krebs/Hochrisikogruppe - präventiv                          300-400µg/d
Krebs/ bei marginaler Versogung - präventiv              100-200µg/d
Infarkte, [Schlaganfall] (signifikante Wirkung)             100µg/d
Rheuma (signifikant) 300µg/d [Remissionen bei        1000µg+A+C+E]
pharmakologische Dosierungen bei Erkrankungen      100-1000µg/d
Erhaltungsdosis bei Jugendlichen und Erwachsenen      60-100µg/d
Es gibt auch Empfehlungen zur präventiven Verwendung von Selen bei Rauchern und Alkoholismus. Selen wird bis 1000µg/d nicht akkumuliert.Chronische Toxizität bei ca. 5000µg/d. Die Selenversorgung in der westlichen Welt ist vor allem durch die Agrartechnologie, die Umwelteinflüsse, die Lebensmitteltechnologie und den sauren Regen kritisch. Selenvergiftungen sind außerordentlich selten. Erst nach einer längeren Einnahme von 2400 bis 3000 µg Selen über längere Zeit treten
Vergiftungserscheinungen auf. Männer sind auf Selen empfindlicher als Frauen. Selen als Methionin oder Cystin ist im allgemeinen sehr viel weniger Giftig als anorganische Verbindungen die für den therapeutischen Gebrauch eher abzulehnen sind. Entgiften kann man mit Vitamin C und 1,3-Dimercaptopropanol.
In den Industriestaaten ist die Selenversorgung von künstlich ernährten Säuglingen nicht ausreichend. Babynahrung ist außerdem wesentlich Selenärmer als Muttermilch. Herzvergrößerungen bei Säuglingen und Kleinkindern sollten immer auch unter dem Gesichtspunkt des Selenmangels (Keshan-Krankheit) betrachtet werden. Sehr niedrige Selenaufnahmen wurden auch bei diätetisch über längere Zeit behandelten und künstlich ernährten Patienten beobachtet werden wie z.B. Phenylketonurie. Bei einem extremen Selenmangel durch z.B. parenterale Ernährung entfärben sich die Fingernägel auf charakteristische Weise. Selen schützt signifikant vor allem in der Kombination mit Vitamin E und C vor Herzinfarkt. Adjuvans ist Selen aber auch bei sehr vielen anderen Herzerkrankungen wie Altersherz, Koronarspasmen, Endokarditis, Extrasystolie, Hypertonie, Myokarditis und kardialen Ödemen. Bereits nach 3 Monaten wird von 70% der Patienten eine wesentliche Veringerung der Beschwerden bei rheumatisch-arthritischen Syndromen durch die Gabe Selenhefe-Tabletten zusammen mit Vitamin A, C und E berichtet. Adjuvante Krebstherapie durch Selengabe: Verminderung der Schmerzen, Verbesserung der Beweglichkeit der befallenen Körperteile, Verkleinerung und Erweichung der Tumore. Selen muß zur maximalen Schutzwirkung lebenslänglich oder möglicht frühzeitig zugeführt werden.
Eindeutige Schutzwirkung auch bei relativ spät erfolgter Zufuhr bekannt! In der Krebstherapie als adjuvans 800 - 2000µg Selen über längere Zeit (Monate und mehrere Jahre). Zur Rezidivprophylaxe, Abschwächung von Strahlenschäden und zur Verminderung der toxischen Nebenwirkung chemotherapeutisch Behandelter. Präventiv sollten mindestens 100- 200 µg Selen pro Tag zusätzlich zugeführt werden. Besonders gut resorbiert wird SelenMethionin. Die epidemologische Absicherung der Selenwirkung ist außerordentlich signifikant und ist in den Originalarbeiten sowie bei G. N. Schrauzer nachzulesen.
Selen-Quelle: pflanzliche und tierische Nahrungsmittel, in Fisch, Eigelb, Fleisch, Weizenkeimlingen und Innereien.
Die Bioverfügbarkeit von Selen ist in pflanzlichen Nahrungsmitteln wesentlich höher als in tierischen.

Selen in Lebensmitteln

Der Tagesbedarf an Selen beträgt für Frauen 55 Mikrogramm, für Männer 70 Mikrogramm.

Selen ist in folgenden Lebensmitteln des Schweizer Marktes (in Mikrogramm pro hundert Gramm) enthalten:

1. Kokosnuß 174 µg
2. Steinpilz 184 µg
3. Bückling 140 µg
4. Weizenkeime 110 µg
5. Eiernudeln 66µg
6. Sojabohne 60 µg
7. Vollkornbrot 55 µg
8. Kohlrabi 50 µg
9. Rotbarsch 44 µg
10.Rinderfilet 35 µg
     Brot: 1 bis 10
     Teigwaren, trocken aus der Schweiz: 40 bis 130

  • Teigwaren, trocken aus Italien: 8 bis 20
  • Reis: 2 bis 20
  • Zucht-Champignons aus der Schweiz: 10 bis 60
  • Schweinefleisch: 10 bis 15
  • Rindfleisch: 5 bis 10
  • Kalbfleisch: 5 bis 15
  • Kalbsleber: 10 bis 50
  • Kalbsnieren: 100 bis 150
  • Pouletfleisch: 10 bis 40
  • Fische (Filet): 10 bis 100
  • Schweizer Eier: 20 bis 30
  • Milch, Joghurt: 0,5 bis 1
  • Käse: 3 bis 10

              


    Selen stärkt die Abwehr      Brückenbauer Nr. 43, 20.10.1998

    Das Spurenelement Selen hat in den letzten Jahren eine gewisse Popularität erlangt, weil es vor Krebs und Herzinfarkt schützen und das Immunsystem stärken soll.
    Fest steht, dass unser Körper Spuren des seltenen Elements Selen zum Leben braucht. Gut erforscht ist auch die Bedeutung von Selen für die Abwehr unseres Körpers. Denn als Bestandteil der Eiweissverbindung (Enzym) Glutathionperoxidase wirkt Selen aggressiven Sauerstoffverbindungen entgegen. Diese werden tagtäglich in unserem normalen Stoffwechsel gebildet, oder sie entstehen auch durch äussere Einflüsse wie intensive UV-Bestrahlung, Luftverschmutzung oder Zigarettenrauch. Zusammen mit den sogenannten antioxidativen Vitaminen bildet das selenhaltige Enzym eine Abwehrfront gegen diese schädlichen Stoffe. Eine ungenügende Abwehr wird mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs in Verbindung gebracht.

    Wichtig ist die Ernährung
    Trotz vielversprechender Studien ist aber noch nicht ganz klar, wie wirksam Selen für die Vorbeugung dieser Zivilisationskrankheiten ist und welche Mengen dazu benötigt werden. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es noch zu früh, Empfehlungen, die über die Deckung des Tagesbedarfs hinausgehen, abzugeben. Dieser Tagesbedarf wird im Mittel in der Schweiz gerade noch gedeckt, das heisst, die Selenversorgung der Bevölkerung ist knapp ausreichend. Verantwortlich dafür sind unsere Importe an nordamerikanischem Weizen, der natürlicherweise wegen der entsprechenden Bodenbeschaffenheit reich an Selen ist. Für die Herstellung qualitativ hochstehender Teigwaren und Brote ist die Schweiz - aus klimatischen Gründen - auf diese Importe angewiesen. Teigwaren aus Schweizer Produktion werden ausschliesslich aus nordamerikanischem Weizen hergestellt, und auch dem Brot wird ein geringer Anteil solchen Weizens zugefügt. Bei durchschnittlichem Konsum decken deshalb Getreideprodukte etwa die Hälfte unseres Tagesbedarfs an Selen. Die andere Hälfte des Tagesbedarfs wird über tierische Nahrungsmittel wie Fleisch, Milchprodukte oder Eier aufgenommen. Diese enthalten nennenswerte Mengen an Selen, weil dem Futter aus Gründen der Tiergesundheit oft Selen zugesetzt worden ist. Wer sich ausgewogen ernährt, nimmt nach heutigem Wissensstand genügend Selen auf, eine zusätzliche Zufuhr ist nicht nötig. Wer sich aber mangelhaft oder einseitig ernährt, kann seinen Selenbedarf mit rezeptfrei erhältlichen



Damit nicht nur die Augen glänzen                Selen



"Madame, damit ihre Augen glänzen".
Der charmante französische Pharmavertreter reicht während eines Vitaminkongresses das neue Selenpräparat seiner Firma. Und er hat nicht ganz unrecht. Das Glänzen der Augen als Zeichen guter Gesundheit stellt sich ein, wenn der Nährstoff- und Selenmangel im Körper behoben ist. Der Chemiker Berzelius entdeckte 1871 im Bleikammerschlamm einer Schwefelsäurefabrik Selen und nannte es wegen seines Glanzes nach der Mondgöttin Selene. Lange Zeit sahen Forscher Selen als giftig an. Erst 1957 erkannte man seine Funktion, Mangelkrankheiten infolge falscher Ernährung zu vermeiden. Seit 1979 wird Selen therapeutisch bei Patienten eingesetzt, die künstlich ernährt werden.
Als zentraler Bestandteil des Radikalfängerenzyms Glutathionperoxidase ist Selen für den menschlichen Organismus lebenswichtig und muß durch Ernährung zugeführt werden. In Deutschland sind die Böden zur Kultivierung von selenhaltigem Getreide durch jahrzehntelange Monokultur jedoch so sehr an Selen verarmt, daß unausweichlich Mangel entsteht. So mancher fortschrittliche Bäcker bietet daher selenhaltiges Brot oder Brötchen an. Weitere selenhaltige Lebensmittel sind Seefisch, Fleisch und Eigelb.
Selen ist ein sehr wirksames Gegenmittel bei Schwermetallbelastungen mit Blei (aus Autoabgasen und alten Wasserleitungen), Cadmium (bei allen Rauchern und übermäßigen Schokolade- Essern) und Quecksilber (aus Amalgamfüllungen und Fischen aus belasteten Gewässern). Selen geht mit diesen Schwermetallen unlösliche Verbindungen ein, die über die Verdauung ausgeschieden werden können. Die durchschnittliche Selenzufuhr von 30 bis 50 Mikrogramm pro Tag ist jedoch für die Schadstoffbelastung der Menschen in unserer Region zu niedrig. Der tägliche Bedarf liegt bei 50 bis 200 Mikrogramm pro Tag; erst oberhalb von 1000 Mikrogramm Selen können toxische Nebenwirkungen einsetzen. Selenmangel stellten Mediziner bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, koronaren Herzkrankheiten, Allergien, Rheuma, Leberzirrhose, Krebs und den chronischen Krankheiten wie der muskulären Dystrophie und der Mucoviscidose fest. Auch bei Augenerkrankungen wie dem grauen Star, bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und des Darms sowie Schilddrüsenerkrankungen kann Selen eine Rolle spielen. Bekannt ist der Zusammenhang zwischen Selen und Krebs: je geringer die Selengehalte der landwirtschaftlich genutzten Böden und damit die Selenzufuhr mit der Nahrung ist, desto häufiger tritt Krebs auf.
Selen setzt nicht nur die Nebenwirkungen von Krebs-Chemotherapeutica auf Herz und Nieren herab, es verhindert selbst das Tumorwachstum in Haut, Leber und Dickdarm. Das Sterberisiko an Herz- und Kreislauf-Erkrankungen geht mit zunehmendem Blutspiegel an Selen zurück, ebenso die Häufigkeit entzündlicher rheumatischer Erkrankungen. Die britische "Arthritis Society" empfiehlt, die Nahrung mit Selen und den Vitaminen A, C und E zu ergänzen.
Im Alter geht der Selengehalt im Blut zurück: durch einseitige Ernährung, geringe Nahrungsaufnahme und vermehrte Radikal-Oxidationsvorgänge im Körper entsteht ein starkes Defizit an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Zusätzlich machen die im Alter zunehmenden Krankheiten des Herzens, Arteriosklerose, Störungen des Immunsystems und Krebs die von Fachleuten überwachte Nahrungsergänzung wichtig.

Studie: Selen verringert Zahl der Krebs-Fälle         27.12.1996 Berliner Morgenpost

BM/dpa Chicago - Die regelmäßige Einnahme des Spurenelements Selen kann in selenarmen Regionen das Todesrisiko durch Krebs um die Hälfte verringern. Die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung kann so um 37 Prozent reduziert werden. Das geht aus einer Langzeitstudie mit mehr als 1300 Amerikanern hervor. Die Ergebnisse wurden im Journal der Amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA Bd. 276, Nr. 24, S. 1957) veröffentlicht.Eine Teilnehmergruppe der Untersuchung nahm viereinhalb Jahre lang täglich 200 Mikrogramm Selen in Tablettenform ein. In der Gruppe traten 37 Prozent weniger Krebserkrankungen und 50 Prozent weniger Todesfälle durch Krebs auf, als in der Kontrollgruppe, die ein Scheinpräparat schluckte.Im einzelnen hatte die Selen-Gruppe 63 Prozent weniger Prostatakrebs, 58 Prozent weniger Darm- und Rektaltumoren und 46 Prozent weniger Lungenkrebsfälle als die Kontrollgruppe. Dagegen zeigte die tägliche Selengabe keinen Einfluß auf die Entwicklung von Haut-, Blasen- und Brustkrebs oder Tumoren an Kopf und Hals.Die angeblich krebsvorbeugende Wirkung von Selen wurde erstmals in den 60er Jahren festgestellt. Ein selenhaltiges Enzym soll maßgeblich am Abbau der sogenannten freien Radikalen beteiligt sein, die ständig im Körper entstehen und das Gewebe schädigen können. In Deutschland herrscht nach Expertenmeinung kein Selenmangel, die Selenversorgung ist aber rückläufig.


Ist Selenmangel für den Ausbruch der AIDS-Epidemie verantwortlich?
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: der auch in Europa weitverbreitete Selenmangel fördert Krebs, Herzinfarkten und Immunschwäche               Von Dr. med. Jochen Kubitschek 


Ende Dezember war die Sensation perfekt. Die an US-amerikanischen Krebszentren durchgeführte Nutritional Prevention of Cancer Study zeigte, daß die Einnahme des essentiellen Spurenelements Selen in einer Gruppe von 1.312 Patienten die Häufigkeit bestimmter Malignomerkrankungen um 39% und die Krebsmortalität um 48% senken konnte. Bei der Analyse der wissenschaftlichen Daten wurde deutlich, daß bereits die tägliche Einnahme von nur 200 µg Selen zu einer statistisch signifikanten Verminderung der Lungen-, Prostata- und Dickdarm-Krebserkrankungen führte. Das Risiko für Brust- und Blasenkrebs konnte dagegen nicht beeinflußt werden.  Für Deutschland vermuten die Ernährungswissenschaftler, daß sich die Selenaufnahme - bei sinkender Tendenz - an der unteren Grenze der Normalversorgung befindet - sieht man als "normal" die für Mitteleuropa festgelegten dreißig bis fünfzig Mikrogramm pro Tag an. Auch in anderen Staaten Europas nimmt der Selengehalt der Böden durch sauren Regen und Überdüngung ständig weiter ab. Da im Zuge der Handelsbeschränkungen mit Nicht-EU-Ländern auch immer weniger selenreiches nordamerikanisches Getreide eingeführt wird, sank die durchschnittliche tägliche Selenaufnahme beispielsweise in Großbritannien in den Jahren 1979 bis 1994 deutlich. Im Zusammenhang mit dem besorgniserregenden Selenmangel wird häufig der Rat gegeben, mehr Obst und Gemüse zu essen. Doch in Gegenden, in denen der Selengehalt der Böden stark gesunken ist, enthalten auch die für die Ernährung verwendeten Pflanzen wenig Selen. Mangelzustände sind dann alltäglich und betreffen auch zahlreiche andere für den Körper wichtige Substanzen . Die Folgen sind besorgniserregend. Natürliche Auswege aus dieser Misere lassen bisher auf sich warten . Bis diese gefunden werden, bleibt nur die regelmäßige Einnahme naturidentischer Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren in Tablettenform. Lange Zeit war nicht bekannt für welche Stoffwechselvorgänge der Organismus Selen benötigt. Diese Wissenslücke konnte mittlerweile geschlossen werden. In einem unlängst im British Medical Journal erschienenen Leitartikel betonte Dr. Margaret P. Rayman, Universität Surrey, Guildford, daß ein erniedrigter Selenblutspiegel wahrscheinlich nicht nur die Entstehung von
Malignomen, sondern auch von arteriosklerotisch bedingten Herz-Kreislaufleiden fördert. Darüber hinaus spielen selenhaltige Eiweiße eine überaus wichtige Rolle bei der Entwicklung der Hoden, dem Stoffwechsel des Testosteron sowie dem Aufbau der Kapsel der Spermien. Selen wird außerdem beim Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt. Eine weitere Wissenschaftlergruppe wies sogar nach, daß vergleichsweise harmlose Viren hochvirulent werden, sobald sie sich in einem unter einem Selenmangel leidendem Organismus reproduziert haben. Möglicherweise - so schlußfolgerte Margaret P. Rayman - erklärt dies sogar den ersten Ausbruch der HIV-Epidemie ausgerechnet in Zaire. Die Böden des mittelafrikanischen Landes gelten unter Landwirtschaftsexperten als extrem selenarm. Dementsprechend schlecht ist die Versorgung der Bevölkerung mit Selen. 
Quellen: British Medical Journal 8.2.1997
JAMA 25.12.1996
Carcinogenesis (Oxford University Presse), Vol. 15, N0 9,pp 1881-1885,1994 Nutr. Cancer,17,279-286, 1992

Krebs: Zur Vorbeugung gegen Schilddrüsenkrebs empfehlen Würzburger Wissenschaftler eine ausreichende Jodversorgung.
Dies gelte gerade für Personen, die sich vegetarisch oder mit Vollwertkost ernähren. Lebensmittel wie z.B. „vermeintlich gesundes“ Meersalz, enthalten viel zu wenig Jod, um den Körper ausreichend zu versorgen. Es gebe Hinweise, dass  eine unzureichende Versorgung mit den Spurenelementen Jod und Selen an der Entstehung der Schilddrüsenkarzinome beteiligt ist. (Lifescience.de, 07.06.2000)

Spurenelement Selen - schützt als Antioxidans vor Zellschäden

Selen gehört zu den lebenswichtigen Spurenelementen. 1817 wurde es von Berzelius entdeckt, doch erst 1957 wurde Selen als für den Menschen essentiell erkannt. 1973 wurde Selen als Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase entdeckt, das in der antioxidativen Abwehr eine wichtige Rolle spielt. Der Gesamtbestand im Körper beträgt etwa 3 bis 15 Milligramm, hauptsächlich ist Selen in den Blutplättchen, in den Nieren, in der Leber und im Drüsengewebe vorhanden.

Selen hat viele wichtige Funktionen im Körper

Die Hauptfunktion von Selen ist es, die Zellen vor schädlichen Belastungen und vor giftigen Einwirkungen zu schützen. Selen gehört wie die Vitamine A, Beta-Carotin, C und E sowie die Enzyme Katalase und Superoxiddismutase zu den Antioxidantien, die vor oxidativem Stress schützen. Selen schützt die Zellen und Chromosomen vor schädlichen Formen des Sauerstoffs (Peroxide) und vor Freien Radikalen, und es schützt vor Umwelt- und Strahlenbelastungen.Selen ist Teil des Enzyms Glutathionperoxidase, das für die Umwandlung von Peroxiden in unschädliche Stoffe benötigt wird. Es wird außerdem als Gegenmittel bei erhöhten Belastungen mit Schwermetallen, z.B. Blei, Cadmium und Quecksilber, eingesetzt. Selen kann weiter vor chemischen Mutagenen und Karzinogenen, z.B. vor Nitrosaminen, Benzpyren und Aflatoxinen, schützen. Auf diese Weise kann Selen die Gefahren des Rauchens etwas mindern, vor vorzeitiger Alterung schützen und das Immunsystem stärken. Selen schützt außerdem vor Thrombosen und stabilisiert die Thrombozyten.

Die Hauptlieferanten von Selen

Die 10 Selen-reichsten Lebensmittel enthalten je 100 Gramm

  • Rind, Kalb ca. 58 +/- 22 mcg
  • Wurst ca. 11 bis 81 mcg
  • Rotbarsch ca. 37 bis 44 mcg
  • Eigelb ca. 37 +/- 9 mcg
  • Kabeljau ca. 17 bis 37 mcg
  • Huhn ca. 17 bis 22 mcg
  • Schwein ca. 12 bis 20 mcg
  • Roggenbrot 14 +/- 2 mcg
  • Forelle ca. 12 bis 13 mcg
  • Kartoffeln 5 mcg

In vielen Regionen Europas, auch in Deutschland, enthalten die Böden nur wenig Selen, daher sind in den regional angebauten und hergestellten Lebensmitteln oft ebenfalls nur geringe Selenmengen vorhanden. Selen ist an die Eiweißfraktionen in Lebensmitteln gebunden, Hauptquellen sind Seefische, Muskelfleisch, Eier (vor allem Eigelb) und Getreideprodukte. Von den außereuropäischen Lebensmitteln ist die Paranuss sehr selenreich. Selen ist leichtflüchtig, daher können Verluste durch die Verarbeitung von Lebensmitteln entstehen.

Der tägliche Bedarf an Selen

Der Selenbedarf ist bis heute nicht genau bestimmt. Schätzungen gehen von mindestens 20 bis zu maximal 300 mcg Selen täglich aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt einen Bedarf von 20 bis 100 mcg täglich für Kinder ab 10 Jahren und für alle Erwachsenen an. Die durchschnittliche Zufuhr aus der Ernährung liegt zwischen 25 und 85 mcg, sie ist teilweise als zu niedrig einzuschätzen und kann evtl. an der Grenze zum Mangel liegen. Amerikanische Empfehlungen gehen von einem Bedarf von 1 mcg Selen pro Kilogramm Körpergewicht aus. Zur Erhaltung der schützenden Funktionen von Selen gehen Fachleute heute von einem Bedarf von etwa 100 mcg täglich aus. Ein Mehrbedarf kann bei verschiedenen Krankheiten und Belastungen vorhanden sein.

Wann besteht ein erhöhter Bedarf an Selen?

Bei alten Menschen finden sich häufiger niedrige Selenspiegel, vermutlich durch zunehmend einseitige, prozessierte Ernährung, aber auch durch geringere Aufnahmen an Lebensmitteln. Die ausreichende Selenversorgung ist aufgrund der vielen schützenden Funktionen im Alter besonders wichtig. Bei Rauchern sind oft hohe Cadmiumwerte bei meist niedrigen Selenspiegeln zu finden, auch bei erhöhter Quecksilberbelastung kann Selen fehlen. Bei einer Reihe von Krankheiten sind die Selenspiegel oft erniedrigt, das gilt z.B. für Rheuma, Herzkrankheiten und Krebs.

Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Selen

  • im Alter
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei einem geschwächten Immunsystem
  • bei erhöhten Belastungen durch Schwermetalle, z.B. durch Rauchen, Amalgam
  • bei gastrointestinalen Erkrankungen (durch gestörte Selenaufnahme)
  • bei Diabetes mellitus
  • bei Herzinfarkt und anderen Herzerkrankungen, z.B. Arteriosklerose
  • bei Krebskrankheiten
  • bei Pankreas-Erkrankungen
  • bei rheumatischen Erkrankungen
  • bei Lebererkrankungen
  • bei Augenerkrankungen, z.B. grauer Star

Deckt die tägliche Ernährung den Bedarf an Selen?

Die Selengehalte in Lebensmitteln sind bei uns im allgemeinen gering. Männer kommen durchschnittlich auf 47 mcg, Frauen auf 38 mcg Selenaufnahmen täglich. Die Bandbreite der Zufuhren können von 10 mcg bis zu 275 mcg täglich reichen, zumindest ein Teil der Bevölkerung dürfte nur gering mit Selen versorgt sein. Vor allem bei einem Mehrbedarf durch Krankheiten oder durch schwere Belastungen könnten Selenzufuhren aus der Ernährung nicht ausreichend sein.

Wenn Selen im Körper fehlt

Selenmangelkrankheiten sind bei uns nicht bekannt, sie kommen in einigen Gebieten Chinas und in Ostsibirien vor. Dort können schwere Selenmängel zu einer krankhaften Vergrößerung des Herzens und zu schweren Erkrankungen der Gelenke führen. Störungen der Muskelfunktionen bei Selenmangel wurden erst bei Zufuhren von unter 10 mcg pro Tag beobachtet. Geringe Selenzufuhren können aber zu einer Reihe krankhafter Entwicklungen beitragen. Selen-Blutspiegel unterhalb der Norm finden sich oft bei Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, bei koronarer Herzkrankheit, Krebs und Leberzirrhose. Bei koronaren Herzkrankheiten zeigte sich, dass die Krankheitsentwicklung mit Selen in Beziehung steht. Je mehr Selen zugeführt wurde, um so stärker sank das Risiko, daran zu erkranken. Auch bei einigen Krebskrankheiten zeigten sich ähnliche Beziehungen. Niedrige Selenspiegel im Blut erhöhen die Risiken für Krebserkrankungen. Ausreichend Selen kann die Verträglichkeit von Krebsmedikamenten verbessern, ohne deren Wirksamkeit zu beeinträchtigen. Und Selengaben können dazu beitragen, die Tumoren der Haut, der Leber und des Dickdarms zu hemmen. Heute gehört die Selengabe meist zur unterstützenden Behandlung bei Krebskrankheiten. Beziehungen mit Selen wurden auch bei rheumatischen Erkrankungen beobachtet. Sie gehen oft mit einem niedrigen Selenstatus einher, wobei der Grad der Beschwerden mit niedrigen Selenspiegeln verbunden ist. Ausreichende Selengaben können z.B. bei Rauchern und bei der Belastung durch Amalgam dazu betragen, Cadmium zu entgiften und Quecksilber in seiner Giftigkeit zu mindern.

Kann man Selen überdosieren oder gibt es Nebenwirkungen?

Selen gilt bei der Aufnahme von bis zu 400 mcg täglich als sicher, auch wenn es über längere Zeit zugeführt wird. Bei überaus hohen Dosen von mehr als 2000 mcg täglich wurden Nebenwirkungen beobachtet, es kann z.B. zu gastrointestinalen Störungen, Kopfschmerzen und Haarausfall kommen. Die Symptome verschwinden in der Regel ein bis zwei Wochen nach Absetzen der Hochdosen.

Selen zur Vorbeugung - und wieviel?

Um einer Unterversorgung mit Selen vorzubeugen, dürften bei normaler Ernährung Ergänzungen von 20 bis 30 mcg Selen täglich ausreichend sein. Um einen größeren Selenmangel auszugleichen, werden meist zwischen 50 bis 100 mcg täglich als Ergänzung empfohlen. Selengaben über 50 mcg sind verschreibungspflichtig.
Therapeutisch wird Selen oft unterstützend bei Krebs, Herzkrankheiten, rheumatisch-arthritischen Erkrankungen, Immunschwächen und erhöhten Belastungen durch Schwermetalle eingesetzt. Dann können höhere Gaben sinnvoll sein, die ärztlich verordnet und betreut werden sollen. Beispielsweise werden für die optimale physiologische Krebsabwehrlage bis zu 300 mcg Selen täglich empfohlen. Bei akuten Rheumaschüben können z.B. kurzfristig hohe Gaben Selen eingesetzt werden, dann wird bis zur Schmerzminderung etwas geringer dosiert, schließlich eine vorbeugende Gabe mit etwa 100 mcg Selen täglich dauerhaft durchgeführt.
Vitamin C kann evtl. die Aufnahme von anorganischem Selen (Selenit oder Selenat) hemmen. Daher werden organischen Formen aus Hefe- bzw. Pflanzenquellen (Selenomethionin) meist bevorzugt. Die Aktivität von Glutathionperoxidase wird durch anorganisches Selen schneller gesättigt, organisches Selen führt dagegen zu einem schnelleren und stärkeren Anstieg der Selenkonzentrationen im Blut.

Funktionen des Selens:

Selen ist ein für den Menschen essentielles Spurenelement, das immer mehr an medizinischer Bedeutung gewinnt. Folgende physiologische Wirkungen werden durch Selen hervorgerufen:

1. Verstärkung der Körperabwehr
2. Schutz vor ionisierenden Strahlen
3. Schutz vor Chromosomenschäden
4. wirkt Mutagenen entgegen
5. wirkt gegen Karzinogene (krebsauslösende Substanzen)
6. Schützt vor Peroxida
7. Leberschutz
8. hemmt reversibel die Zellteilung ("Antikrebsmittel")
9. wirkt als Gegengift für toxische Spurenelemente wie Quecksilber.

In einer Studie an mehr als 1750 Menschen aus dem Großraum Wien, die iin unserem Labor durchgeführt wurde, ging hervor, daß 52% dieser Personen einen Selenmangel aufwiesen. Das heißt, jeder zweite dieser Menschen hat nicht ausreichend Selen zur Verfügung und damit sind die vom Selen ausgehenden Wirkungen nicht voll erreichbar.

Symptome des Selenmangels sind:

1. Infektanfälligkeit
2. Verringerte Immunabwehr
3. Verstärkte Belastung durch Umweltgifte, Autoabgase, Zigarettenrauch, Alkohol und Medikamente

Wie kann man einem Selenmangel vorbeugen?
Aufgrund des gehäuften Auftretens eines Selenmangels in der Bevölkerung empfehlen wir eine Vollblutanalyse auf Selen. Wird ein Selenmangel festgestellt, so kann man dieses Defizit durch Aufnahme von selenreichen Nahrungsmitteln ausgleichen. Selen ist vor allem in Bäckerhefe, Knoblauch, Leber, Fisch enthalten.Besonders wichtig ist Selen bei erhöhtem Krebsrisiko, Anfälligkeit für Infektionen, Artheriosklerose, Herzbeschwerden und Rheuma. Gezielte Zufuhr von Selenpräparaten wie Selamin, Selenhefe oder Selen ACE wird empfohlen, wenn die Ernährung mit selenhaltigen Nahrungsmitteln nicht zur Deckung des Bedarfs ausreicht.


Selen  Ärzte Zeitung, 22.08.2000
Das Spurenelement wirkt als Bestandteil der Glutathionperoxidase ebenfalls antioxidativ. Außerdem ist es am Schilddrüsenhormonstoff-wechsel beteiligt und beeinflußt die Zellproliferation und -differenzierung. Epidemiologische Studien weisen auf eine direkte antikarzinogene Wirkung von Selen hin. In einer multizentrischen doppelblinden Interventionsstudie mit 1312 Probanden führte eine zusätzliche Einnahme mit 200 Mikrogamm Selen zu einer Verringerung der Krebsinzidenz um 39 Prozent und zu einer Senkung der Sterblichkeitsrate um 48 Prozent. Dabei handelte es sich in erster Linie um Lungen-, Prostata-, Kolon- und Rektumkrebs. Auf den primären Studienendpunkt, die Häufigkeit des Hautkrebses, hatte die zusätzliche Seleneinnahme allerdings keinen Effekt (JAMA 276, 1996, 1957). Als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr des Spurenelementes gelten 30 bis 70 Mikrogramm pro Tag. (SAW) 


Selen
Auf die Bedeutung des Spurenelements Selen wurde die Medizin durch tragische Vorfälle aufmerksam. In der chinesischen Provinz Lixian wurde eine weit überdurchschnittliche Rate an Krebserkrankungen festgestellt. Insbesondere Lungen-, Darm- und Prostatakarzinome waren signifikant häufiger vertreten. Parallel dazu zeigte sich, da die Einwohner unter Selenmangel litten. Als die Bevölkerung auf breiter Basis mit Selen versorgt wurde, sank auch die Krebsrate. Es zeigte sich, daß die selenarmen Böden  für diese Minderversorgung verantwortlich waren. Aufgeschreckt untersuchte man die Ackerböden in den USA und entdeckteähnliche Pähnomene in Landesteilen mit selenarmen Böden. Seither begann man verstärkt zu erforschen, welche Aufgaben Selen im Körper erfüllt. Der aktuelle Stand der Forschung:

1. Selen ist ein starkes Antioxidans.
Es ist unerläßlich für die Erzeugung des Enzyms Glutathion-Peroxidase, das freie Radikale neutralisiert. Daraus folgt auch sein Einsatz bei Arthritis und Rheuma, zur Vorbeugung und begleitenden Therapie von Krebserkrankungen und zur Verlangsamung des Alterungsprozesses. Mittlerweile zeigen über 200 Studien, daß ein niedriger Selenspiegel das Krebsrisiko erhöht. Das US-amerikanische National Cancer Institut begleitete eine Doppelblind-Studie über den Einfluß von Selen auf Haut-, Darm- und Prostatakrebs. Die Universität Bonn veröffentlichte die Zwischener-gebnisse 1996. Die Studie begann 1983 und umfaßte
1321 Patienten. Die eine Hälfte bekam täglich 200 mcg Selen, die andere Placebos. Resultat: Die Krebshäufigkeit in der Selengruppe war signifikant niedriger (77 gegenüber 119). Die Sterblichkeitsrate war um 17 % niedriger. Am stärksten war der Einfluß auf Prostata- (13 zu 35), Darm- (8 zu 19) und Lungenkrebs (12 gegenüber 26). Dr. Peter Greenwald vom NCI folgerte:
Es gab zwei Ergebnisse dieser Studie. Erstens gab es keine Nebenwirkungen und zweitens sahen wir klar positive Auswirkungen auf drei häufige Krebsarten. Aktuelle Untersuchungen zeigten, daß Aidspatienten  unter Selenmangel ein um das 20-fache erhöhtes Sterblichkeitsrisiko hatten. Niedrige Selenwerte sind auch ein Risikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen. Bei niedrigen Werten wurde mehr arterien- verengende Plaque gefunden. Dies könnte auf die Verhinderung der Oxidation von Blutfetten zurckzuführen sein.
2. Selen bindet giftige Schwermetalle.
Dadurch werden z.B. Cadmium und Quecksilber inaktiviert und ausgeschieden. Gerade mit diesen beiden giftigen Schwermetallen kommen wir in unserer Umwelt häufig in Berhrung. Durch Amalgam- plomben wird ständig Quecksilber freigesetzt. Bei der Entfernung von Amalgam wird kurzfristig eine große Menge freigesetzt. Eine Ausleitung nach der Entfernung von Amalgamplomben ist ein muß! Experten empfehlen hier Vitamin C im Grammbereich, 50-100 mg Zink und 400 bis 800 mcg Selen. Cadmium ist in unserer Umwelt vielfach vertreten. Es ist Bestandteil des Tabakrauchs und es kriecht in Abgasen aus dem Auspuff der Automobile, den Schornsteinen der Industrie und der Verbrennungsanlagen. Nach Dr. med. Ohlenschläger verbraucht ein Mensch an einer verkehrsreichen Straße allein 200 mcg Selen, um den Cadmiumausstoß der Automobile zu binden. Fatal für die deutsche Bevölkerung ist, daß sie starken Schwermetallbelastungen ausgesetzt ist, aber andererseits die Böden, vor allem in Süddeutschland, selenarm sind. Eine zusätzliche Zufuhr dieses wichtigen Spurenenelements ist also dringend zu empfehlen. Aber welche Menge? Ich empfehle Ihnen eine Zufuhr von 200 mcg pro Tag. Die Schwelle zur Toxizität von Selen ist sehr hoch. Selbst Probanden, die über einen langen Zeitraum mehr als 1000 mcg täglich einnahmen, zeigten keinerlei Gesundheitsschäden. Bei der anorganischen Form von Selen (Selenit) kann es bei dieser Dosis zu Symptomen einer Darmgrippe kommen. Ich empfehle Ihnen daher Selen in organisch gebundener Form, wie Selenhefe oder Selenmethionin. Vitamin E arbeitet synergistisch mit
Selen, schützt es und baut es wieder auf - eine Kombination bietet sich an.
Achtung: Es geht das Gerücht, Selen sollte nicht gleichzeitig mit Vitamin C genommen werden, da Vitamin C die Wirkung von Selen beeinträchtige. Dies ist eine Halbwahrheit. Die Aussage gilt nur für das anorganische Natriumselenit, nicht für organisch gebundenes Selen. Zu Selenhefe oder Selenmethionin können Sie bedenkenlos Vitamin C nehmen.
Wann sollten Sie besonders auf  eine genügende Zufuhr achten?
Wenn Sie:

  • rauchen

  • viel autofahren

  • an verkehrsreichen Straßen oder in smogbelasteten Industriegebieten wohnen

  • unter Arteriosklerose oder Rheuma leiden

  • Amalgamplomben tragen

  • länger jung bleiben wollen.


Positive Wirkung von Antioxidantien (Vitaminen) auf Patienten mit Pankreatitis ( Bauchspeicheldrüsenentzündung)
In einer offenen prospektiv deskriptiven Studie  wurden Patienten mit akuter und chronischer  rezidivierender Pankreatitis ( Bauchspeicheldrüsenentzündung) , die im Jahr vor der Studie an Schmerzen oder Entzündungsschüben litten mit Antioxidantien L-Methionin, beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E und Selen behandelt.
Von Patienten mit chronischer Pankreatitis war die Schmerzintensität bei neun Patienten deutlich reduziert, bei drei verschwanden die Beschwerden vollständig.
12 Patienten zeigten weniger Schübe als im Jahr vor der Behandlung. Rev. Esp. Enferm. Dig. 92: 381-385 ( 2000) Castano et al.


Verstärkte Entzündung durch Selenmangel

In US-Studie schwerere Pneumonie durch Influenza bei selenarm ernährten Mäusen

NEU ISENBURG (slp). Bei Selenmangel kann nach den Ergebnissen einer Untersuchung bei Mäusen die Lungenentzündung nach Influenzainfektion schwerer verlaufen. Die Studie ist an der Universität von North Carolina in den USA unter Leitung von Melinda Beck gemacht worden (The FASEB Journal 15, 2001, 1481). Ein Teil der Mäuse bekam eine Selenmangeldiät, der andere wurde mit ausreichend Selen ernährt. Nachdem die Nager mit Influenza A-Viren infiziert worden waren, untersuchten die Forscher anhand verschiedener Parameter 21 Tage lang, wie sich die Entzündung in der Lunge entwickelte. Daß die Grippe bei den Mäusen mit Selenmangel schwerer verlief, wurde durch die signifikant stärkeren pathologischen Veränderungen der Lungen und die signifikant höhere Anzahl an Entzündungszellen in der Spülflüssigkeit nach bronchoalveolärer Lavage deutlich. Auch auf die Produktion von Cytokinen und Chemokinen hatte der Selenmangel Einfluß. Auf den Virus- und Antikörpertiter hatte sich der Mangel aber nicht ausgewirkt.
Ärzte Zeitung, 18.10.2001

Prostatakarzinom: Schützt Selen?

BALTIMORE. Männer mit wenig Selen im Blut haben ein vier- bis fünffach erhöhtes Risiko an einem Prostatakarzinom zu erkranken.
Dies zeigt eine Fall-Kontroll-Studie, die in der Dezemberausgabe des Journal of Urology (2001; 166: 2034–2038) erschienen ist. James Brooks von der Stanford Universität et al. haben bei Teilnehmern der Baltimore Longitudinal Study Selen im Serum bestimmt. 52 Teilnehmer, die später (Diagnose durchschnittlich 3,8 Jahre nach der Blutprobe) an einem Prostatakrebs erkrankten, hatten deutlich niedrigere Selenkonzentrationen als 96 altersgleiche Teilnehmer, die gesund blieben.
In der obersten Quartile der Serumkonzentration (>13,3 µg/dl) betrug das relative Risiko 0,15. Der 95-prozentige-Konfidenzintervall (0,05-0,5) lässt kaum Zweifel an einem Zusammenhang. Ob man deshalb älteren Männern raten sollte, sich vermehrt von Paranüssen und Thunfisch (beide selenhaltig) zu ernähren oder täglich Vitaminpräparate zu schlucken, ist damit aber noch nicht gesagt. Hierzu laufen derzeit an der Stanford-Uni und anderen US-Zentren Interventions-studien. Diese haben in der Vergangenheit nicht selten gezeigt, dass sich die Ergebnisse von Fall-Kontroll-Studien sich nicht immer in eine sinnvolle Primärprävention umsetzen lassen. www.aerzteblatt.de (03.12.01)


Lankisch, Prof. Dr. med. Paul Georg
Chronische Pankreatitis Update: Diagnostik und Therapie 2000: Schlusswort

Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 3 vom 19.01.01, Seite A-117     MEDIZIN: Diskussion
zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Paul Georg Lankisch Prof. Dr. med. Peter Layer in Heft 33/2000

Ein eventuell günstiger Effekt einer Antioxidanzientherapie bei akuter und chronischer Pankreatitis wird seit langem diskutiert. Hierzu liegen jedoch
bis jetzt nur wenige Untersuchungen vor.
Kuklinski et al. (3) berichteten 1991 über eine randomisierte Studie, in der acht von 17 Patienten mit akuter nekrotisierender Pankreatitis eine adjuvante Therapie mit Natriumselenit erhielten. Acht der neun (89 Prozent) Patienten in der Kontrollgruppe verstarben. Davon betroffen war jedoch keine Patient der Selen erhalten hatte.  Ein Jahr später berichtete die gleiche Arbeitsgruppe erneut über einen günstigen Effekt einer adjuvanten Antioxidanzientherapie mit Selen und D-a-
Tocopherol bei 99 Patienten. Von diesen Patienten hatten etwa zwei Drittel eine interstitielle Pankreatitis und ein Drittel zeigte eine nekrotisierende Pankreatitis. Die Letalität sank von 1982 bis 1999 in einer historischen Vergleichsgruppe von 34,4 Prozent auf 1,1 Prozent (2). Beide Studien wurden wegen der zu kleinen Patientenzahlen und vor allem wegen der ungewöhnlich hohen Letalität in den Vergleichsgruppen kritisiert.
In Tierexperimenten ließ sich kein günstiger Effekt einer Antioxidanzientherapie auf den Verlauf einer akuten Pankreatitis nachweisen (4). Auch in einer klinischen Studie war die Antioxidanzientherapie nicht wirksam (6). Allerdings weisen etwa ein Drittel aller Patienten mit nekrotisierender Pankreatitis einen erniedrigten Selenplasmaspiegel auf. Dieser Befund korreliert jedoch nicht mit dem Schweregrad und mit der Prognose der Erkrankung (5). In einer kontrollierten Studie mit 20 Patienten mit akuter Pankreatitis, die randomisiert entweder Selen oder ein Placebo erhielten, lag die Letali-
tät in beiden Gruppen bei zehn Prozent. Auch diese Studie ist zu klein, um einen eventuellen klinischen Effekt von Selen zu beweisen oder auszuschließen (1).
Da also der Beweis für den Nutzen einer adjuvanten Selentherapie bei akuter Pankreatitis fehlt, wurde diese Behandlungsform von uns nicht in
unseren Übersichtsartikel aufgenommen.

Literatur
1. Birk D, Schoenberg MH, Eisele S, Mbock A, Rau B, Beger HG: Die Bedeutung der Sauerstoffradikale bei akuter Pankreatitis. Klinische und experimentelle Ergebnisse der Radikalenfängertherapie. Med Klin 1995; 90 (Suppl 1): 32–35.
2. Kuklinski B, Buchner M, Müller T, Schweder R: Antioxidative Therapie der Pankreatitis – eine 18-monatige Zwischenbilanz. Z Gesamte Inn Med 1992; 47: 239–245.
3. Kuklinski B, Buchner M, Schweder R, Nagel R: Akute Pankreatitis – eine „Free Radical Disease“. Letalitätssenkung durch Natriumselenit (Na2SeO3)-Therapie. Z Gesamte Inn Med 1991; 46: 145–149.
4. Niederau C, Niederau M, Borchard F, Ude K, Lüthen R, Strohmeyer G, Ferrell LD, Grendell JH: Effects of antioxidants and free radical scavengers in three different models of acute pancreatitis. Pancreas 1992; 7: 486– 496.
5. Schulz H-U, Abicht K, Halangk W, Päge I, Niederau C: Rolle freier Sauerstoffradikale bei akuter und chronischer Pankreatitis. In: Beger HG, Manns MP, Greten H: Molekularbiologische Grundlagen der Gastroenterologie. Berlin, Heidelberg, New York: Springer 1995: 279– 293.
6. Sharer NM, Scott PD, Deardon DJ, Lee SH, Taylor PM, Braganza JM: Clinical trial of 24 hours’ treatment with glutathione precursors in acute pancreatitis. Clin Drug Invest 1995; 10: 147–157.

Prof. Dr. med. Paul Georg Lankisch
Medizinische Klinik
Städtisches Klinikum Lüneburg
Bögelstraße 1
21339 Lüneburg

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Glomp, Dr. Ingrid

Krebsprävention durch Ernährung: Vitaminpillen können Gemüse nicht ersetzen

Deutsches Ärzteblatt 94, Heft 5 vom 31.01.97, Seite A-216


Es ist belegt, daß sich zahlreiche Krebsfälle durch eine entsprechende Ernährung verhindern lassen. Welches sind jedoch genau die schützenden Faktoren? Welche Substanzen der pflanzlichen Nahrung oder auch synthetischer Art können welche Krebsform verhindern oder stoppen? Diese Fragen behandelte kürzlich ein internationales Symposium im Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.


Wir sollten in die Schulen gehen und den Kindern beibringen, viel Obst und Gemüse zu essen", so brachte Prof. Michael Hill das A und O der Krebsprävention auf den Punkt. Der Wissenschaftler arbeitet für die European Cancer Prevention Organization in Slough (Großbritannien). Wie er erklärte, hat man viele der schützenden Substanzen in pflanzlicher Nahrung identifiziert. Sie lassen sich in vier Gruppen einteilen:
1. Vitamine und Provitamine
2. andere Mikronährstoffe (zum Beispiel Selen, Zink, Kalzium)
3. Ballaststoffe und verwandte Substanzen
4. "Anti-Karzinogene" (Indole, Polyphenole, Flavonoide etc.).
Die meisten von ihnen verhindern nach Angaben des Wissenschaftlers eher die Krebsinitiation als die Progression. Deshalb sei es wichtig, in jungen Jahren mit einer gesunden Ernährung zu beginnen.

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=4878


Korzilius, Heike
Selen unterstützt physikalische Therapie des Lymphödems
Deutsches Ärzteblatt 93, Heft 43 vom 25.10.96, Seite A-2799
VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen


Die Gabe von Natriumselenit als flankierende Maßnahme kann die Behandlung von Lymphödemen sinnvoll unterstützen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der österreichische Arzt Dr. Renato Kasseroller auf dem 45. Deutschen Ärztekongreß in Berlin vorgestellt hat. An der Studie nahmen 84 Patientinnen und Patienten teil, die, meist nach einem chirurgischen Eingriff im Rahmen einer onkologischen Behandlung, an einem chronischen Lymphödem litten. Der Studie zufolge unterstützt Selen die Ausschwemmung des Lymphödems und das Ausheilen des Erysipels. Das Natriumselenit wurde als Selenase®-Trinkampulle nüchtern in der ersten Woche in einer Dosis von 1 000 µg/d, danach mit 300 µg/d verabreicht. In der niedrigen Tagesdosis von 300 µg über längere Zeit eingenommen, verhindert Selen das Auftreten von Rezidiven. So hatten nach fünf Monaten 50 Prozent der unbehandelten, aber keine der behandelten Patientinnen ein Rezidiv erlitten. Außerdem erspart die Gabe von Selen die Antibiotikaprophylaxe, die gelegentlich angesetzt wird, um Infektionen des immungeschwächten, ödematösen Gewebes vorzubeugen. Die begleitende Selen-Therapie verbesserte zudem den Zustand der Haut, die durch die starke Spannung, unter der das Gewebe steht, häufig fibrös verdickt, derb und hyperkeratotisch wird. Nebenwirkungen wurden in keinem Fall beobachtet.


Baur, Xaver
Umwelt und Lunge
Deutsches Ärzteblatt 93, Heft 5 vom 02.02.96, Seite A-244
MEDIZIN: Zur Fortbildung


Neue epidemiologische Studien belegen eine weltweite Zunahme atopischer Erkrankungen einschließlich des Asthma bronchiale. Die Ursachen sind vielfältig. Vor allem spielen Belastungen durch Allergene, chemisch-irritativ oder toxisch wirkende Schadstoffe in unserer Umwelt, in Innenräumen und an unseren Arbeitsplätzen sowie soziopsychologische Faktoren eine Rolle. Die Schwebstoffkonzentrationen der Luft korrelieren sowohl akut als auch in der Langzeitbeobachtung mit der auf respiratorische Diagnosen bezogenen Morbidität und Mortalität.


Die Lunge hat wie kein anderes Organ engsten Kontakt mit der Umwelt: Die Oberfläche der Atemwege beträgt einige Quadratmeter, jene der Lungenbläschen etwa 90 Quadratmeter. Täglich strömen hierüber und verweilen dort jeweils für kurze Zeit 20 bis 30 m³ Luft, die wir für den lebensnotwendigen Gasaustausch unseres Organismus, die Sauerstoffaufnahme und die Kohlendioxidabgabe, benötigen. Diese Luft enthält eine Vielzahl potentiell schädlicher Bestandteile aus unserer natürlichen Umwelt und aerogene Abfallprodukte unserer Zivilisation.
Partikel und Tröpfchen mit einem Durchmesser von mehr als 3 µm werden überwiegend in den Atemwegen, jene, die kleiner als 3 µm sind, zu einem wesentlichen Anteil in den Lungenbläschen deponiert. Für Gase gilt, daß sie um so früher im Atemtrakt aufgenommen werden, je höher ihre Wasserlöslichkeit ist.
Es gibt Hinweise, daß die industrielle Revolution im 18. und 19. Jahrhundert mit einer Zunahme von Heuschnupfenerkrankungen einherging (58). In den vergangenen zwei Jahrzehnten kam es in den meisten Industrieländern zu einer Verdoppelung der Prävalenz des Asthma bronchiale, aber auch der allergischen Rhinitis und des atopischen Ekzems, zum Beispiel in Neuseeland, Australien, Kanada, England, Finnland (1, 9, 12, 13, 24, 40, 47, 58, 67). Neuere Umweltstudien weisen auf eine erhöhte Asthma-Prävalenz in westlichen Städten mit hohem Verkehrsaufkommen hin (11). Bemerkenswerterweise werden aber in ostdeutschen Städten wie Leipzig, wo in der Vergangenheit hohe SO2-Belastungen vorlagen, das Bronchialasthma seltener, Bronchitiden dagegen signifikant vermehrt diagnostiziert (39).


Ursachen und Zusammenhänge
Die heute verbesserte Diagnostik erklärt die vorgenannte Entwicklung in den Krankheitsstatistiken nur zu einem geringen Teil. Auch lassen sich genetische Einflüsse als wesentliche Ursache innerhalb eines so kurzen Zeitraumes ausschließen.
Die Bedeutung neuer soziopsychologischer Problemfelder ist unklar, aber an Einzelfällen immer wieder erkennbar, die aus veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten resultieren, zum Beispiel aus der Reizüberflutung und dem "Alleingelassensein" des modernen Menschen in der Einkindfamilie mit berufstätiger Mutter.
Auch Veränderungen der Nahrungszusammensetzung und -aufbereitung könnten einen Einfluß haben, indem sie die Widerstandsfähigkeit gegen Schadstoffe beeinflussen. Wie sich aus Untersuchungen in England ergibt, nehmen wir heute mit unserer Nahrung weniger direkt (zum Beispiel Ubiquinon) oder indirekt als Kofaktoren (Selen, Zink, Kupfer, Vitamine C, E, A) antioxidativ wirkende Stoffe auf. Unter Asthmapatienten wurden verminderte Selenspiegel nachgewiesen (22, 63). Erniedrigte FEV1-Werte waren mit einer niedrigen VitaminC-Aufnahme verbunden. Vitamin C soll einen Schutzeffekt bezüglich der schädigenden Wirkung von Ozon, NO2, Cholinergika und Histamin an den Atemwegen haben (17, 37, 38, 73).
Die größte Bedeutung für die Zunahme allergischer und nichtallergischer Atemwegskrankheiten wird den folgenden Luftschadstoffen unserer heutigen Umwelt zugeschrieben.

Mehr:   http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=277

          


Mangelhafte Wundheilung durch Zink- und Selendefizit

Eine Studie der Wissenschaftler T. Weber und M. Rückgauer, Stuttgart, ergab, daß die verzögerte Wundheilung bei Diabetikern auf ein Defizit an Selen und Zink zurückzuführen ist. Der wahrscheinliche Grund dafür liegt im erhöhten oxidativen Stress. Der Selenmangel beeinträchtigt das antioxidative Netzwerk, während das Zinkdefizit die Immunabwehr schwächt.

Quelle: American Journal of Nutrition


Grippeviren werden bei selenarmer Ernährung aggressiver
Aus relativ harmlosen Grippeviren können durch eine Ernährung, die arm an Selen ist, aggressive Erreger werden.Wissenschaftler der Universität von North Carolina infizierten Mäuse mit dem Grippeerreger Influenza A Bangkok. Eine Gruppe bekam normale, die andere selenarme Nahrung.
Resultat: Die Mitglieder der selenarm gefütterten Gruppe bekam signifikant häufiger eine schwere Lungenentzndung, als die normal ernährten. Anschließende Untersuchungen ergaben eine starke genetische Vernderung des Virus bei den mangelernährten Probanden. Die Forscher nehmen an, daß die Erkenntnisse auf den Menschen übertragbar sind. Die beteiligte Ernährungswissenschaftlerin Melinda Beck kommentierte die Ergebnisse: Eine Mangelernährung kann Epidemien offenbar auf eine Weise fördern, wie man es bisher nicht vermutete. Was wir am Grippevirus beobachtet haben, kann ebenso für Aids- oder Ebola-Viren zutreffen.


Larry Clark vom Arizona Cancer Center in Tucson startete 1983 eine heute vielzitierte Doppelblindstudie, die - randomisiert und placebokontrolliert - belegen sollte, dass Selen vor Hautkrebs schützt. Im Rahmen des Versuchs erhielten 1312 Probanden aus einer Region mit Selenmangel durchschnittlich 4,5 Jahre lang täglich 200 µg Selen in Form von Selenhefe oder ein Placebo. Allerdings lässt sich im Einzelfall nicht sagen, wie lange die Versuchspersonen Supplemente einnahmen. Die Nachbeobachtungsphase dauerte durchschnittlich knapp zwei Jahre.Bei der Aufbereitung der Daten zeigte sich , dass andere Krebsformen in der Selengruppe signifikant seltener auftraten:
Die Häufigkeit von Tumoren der Lunge sank um 46%, des Darmes um 58% und der Prostata um 63%.
Die gesamte Krebssterblichkeit ging um die Hälfte zurück. Toxische Effekte der Selenhefe wurden nicht beobachtet.

Clark LC et al: Effects of selenium supplementation for cancer prevention in patients with carcinoma of the skin. Journal of the American Medical Association 1996/276/S.1957-1963
Combs GF, Clark LC, Turnbull BW: Reduction of cancer mortality and incidence by selenium supplementation. Medizinische Klinik 1997/92/Suppl. III/S.42-45
Clark LC et al: Decreased incidence of prostate cancer with selenium supplementation: results of a double-blind cancer prevention trial. British Journal of Urology 1998/81/S.730-734

 


SELEN IN DER INTENSIVMEDIZIN
T. Zimmermanna, S. Albrechtb, S. Hankea, G. von Gagerna
Chir Gastroenterol 2000; 16 (suppl 1) : 1-4

aKlinik für Viszeral-, Thorax und Gefäßchirurgie, bKlinik und Poliklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden

Abstract. Mit der Entdeckung des Selens als essentielles Spurenelement und der Glutathionperoxidase als Selenoenzym sowie der Tatsache, daß Selenmangel relativ weit verbreitet ist, wurde erstmals ein Zusammenhang zu einigen schweren Erkrankungen hergestellt (Keshan-Krankheit, Kaschin-Beck-Syndrom). Interessant ist dabei, daß sich trotz dieser und anderer bekannter Selenmangelerkrankungen eine Therapie in der Humanmedizin nur langsam zu etablieren beginnt, während die Selensupplementation in der Veterinärmedizin bereits Standard ist. Die Autoren beschäftigen sich seit 1990 mit der Rolle des Spurenelements Selen bei septischen Krankheitsbildern in der Intensivmedizin, beim Reperfusionsphänomen nach gefäßchirurgischen Eingriffen und in der Onkologie. Sie konnten zeigen, daß die adjuvante Therapie der akuten Pankreatitis und der Sepsis mit Natriumselenit einen positiven Effekt auf das Outcome der Patienten zu haben scheint (eine multizentrische, doppelblind, randomisierte Sepsisstudie zur Validierung dieser Ergebnisse ist in Vorbereitung). Neue Erkenntnisse zur Beeinflussung von Transkriptionsfaktoren durch Selen bei systemischem Inflammationssyndrom und Sepsis erlauben eine wissenschaftlich fundierte Interpretation der klinischen Ergebnisse. Weitere molekularbiologische Untersuchungen werden das Spurenelement Selen zu einem der interessantesten Forschungsprojekte der nächsten 10 Jahre in Intensivmedizin und Onkologie machen.


Krebs vorbeugen ...Selen
Dass Selen in der Prävention von Tumorerkrankungen eine herausragende Bedeutung zukommt, konnte mittlerweile in drei großen Interventionsstudien belegt werden. Die jüngste und gleichzeitig aussagekräftigste ist die im Jahr 1996 veröffentlichte Clark-Studie. In der randomisierten, plazebokontrollierten Doppelblindstudie waren knapp 1000 ältere Patienten mit behandeltem Nichtmelanom-Hautkrebs entweder mit 200 µg Selen pro Tag oder mit einem Plazebo behandelt worden. Nach einer Behandlungszeit von im Mittel 4,5 Jahren und einer Beobachtungszeit von etwa 6,5 Jahren stellte sich heraus, dass in der Selengruppe nur halb soviele Patienten an Krebs verstorben waren als in der Plazebogruppe. Auch die Anzahl der Neuerkrankungen ging stark zurück. Besonders deutlich war der Schutzeffekt des Selens im Hinblick auf Prostata- (um 63 Prozent verminderte Inzidenz), Kolorektal- und Lungenkarzinome.
 


Hehr et al. (1997) behandelten Patienten mit fortgeschrittenem Rektumkarzinom, die unter einer adjuvanten Radiochemotherapie standen, zusätzlich mit Selen. Nach jedem Zyklus der Chemotherapie mit Fluorouracil erhielten die Patienten täglich 2000 und nach jeder Bestrahlung des Tumors und der Lymphknoten 400 µg Natriumselenit. Einmal wöchentlich wurden die Auswirkungen der Krebstherapie auf bestimmte Parameter erfasst. Von besonderem Interesse waren dabei Durchfall, Dysurie, Hunger, Appetit, Übelkeit und Erbrechen. Ergebnis: Ein radioprotektiver Effekt von Selen ließ sich sowohl in vivo- als auch auf in vitro belegen. Rodemann et al. führten die Studien über die Radioprotektion von Selen im Jahr 1999 weiter fort. Die Wissenschaftler bestrahlten kultivierte Plattenepithelkarzinom-Zellen und normale Haut Fibroblasten in Anwesenheit von Natriumselenit nach einem bestimmten zeitlichen Schema. Dabei stellte sich heraus, dass die Fibroblasten unter dem Einfluss des antioxidativ wirksamen Spurenelements vor den Auswirkungen der Strahlung geschützt waren, nicht jedoch die Krebszellen.
 
Dieses Ergebnis ist von großer Bedeutung für die komplementäre Onkotherapie. Denn es entkräftet die lang gehegte Befürchtung, dass Antioxidantien in der Krebsbehandlung nicht nur Körperzellen vor Radikalschäden schützen, sondern auch die Wirkung bestimmter Zytostatika - die ja ihre Wirkung ebenfalls über eine Bildung freier Radikale entfalten - zunichte machen könnten. Die Daten von Rodemann et al. zeigen jedoch erstmals, dass der radioprotektive Effekt des Selens sich allein auf normale, nicht maligne veränderte Zellen beschränkt. Therapeutisch erwünschte Strahlenschäden an Krebszellen, so lässt sich aus den Untersuchungsergebnissen schließen, werden durch die Anwesenheit von Selen nicht vereitelt. Im Gegenteil: Es gibt in der Literatur sogar Hinweise darauf, dass Selen die Sensibilität von Tumorzellen gegenüber Zytostatika erhöht. Untersuchungen zeigen, dass das Spurenelement in der Lage ist, Tumorzellen, die gegenüber bestimmten Zytostatika resistent sind, zu resensibilisieren. Der Mechanismus: Selen vermindert die Menge an freiem reduziertem Glutathion in der Krebszelle - so lange, bis deren oxidative Abwehr zusammenbricht. Gleichzeitig wird in der bereits vorgeschädigten Tumorzelle ein Selbstmordprogramm (Apoptose) induziert.


Transportvehikel für Selen entdeckt
BERLIN (eb). Das Spurenelement Selen aus der Nahrung wird offenbar in das Eiweißmolekül Selenprotein P eingebaut und über das Blut in die anderen Organe transportiert. Das haben unter anderen Berliner Forscher an der Charité um Professor Josef Köhrle herausgefunden. Wie sie in der Zeitschrift "Biochemical Journal" (370, 2003, 397) berichten, ist das Protein für den Transport von Selen aus der Leber in das Zielgewebe von herausragender Bedeutung.
Die Forscher haben dies bei Mäusen entdeckt, denen das Gen für Selenprotein P fehlte. Die meisten Knock-out-Mäuse überlebten zwar, wuchsen jedoch schlecht und entwickelten ataktische Störungen. Zwar sei der Selengehalt in der Leber erhöht, in Blutplasma und in anderen Geweben dagegen sehr niedrig gewesen. Offenbar wird Selen aus der Leber nicht weitertransportiert. Wie es in einer Mitteilung der Charité heißt, könnte die Konzentration des Proteins als Tumormarker genutzt werden. Ärzte Zeitung, 28.02.2003


Selen: Mangelversorgung erhöht Krebsrisiko

Berlin (dpa) - Eine mangelnde Versorgung mit dem Spurenelement Selen erhöht Experten zufolge das Krebsrisiko. Selen schütze den Körper vor Alterungsprozessen im Herz-Kreislauf- und im Immunsystem, teilt die Deutsche Krebshilfe in Bonn mit. Auch helfe es dem Körper, die so genannten Freien Radikale abzubauen. Dabei handelt es sich um zellschädigende Sauerstoffverbindungen. Enthalten sei Selen vor allem in Fisch, Fleisch und Eiern, außerdem in Vollkorngetreide, Naturreis, Kokosnüssen und Sojabohnen. Der Selengehalt im Getreide schwanke jedoch je nach Region und sei in Deutschland eher gering, so die Experten. Weizen aus den USA enthalte rund 50 Mal mehr Selen als deutscher Weizen. Auch bei Nüssen sei der Selengehalt bei exotischen Sorten höher. Eine gezielte Selen-Einnahme zur Nahrungsergänzung sollte jedoch immer mit dem Arzt abgesprochen werde, da eine zu hohe Dosis zu Vergiftungen führen kann, warnt die Krebshilfe.21. März 2003


Selen - ein lebenswichtiges Spurenelement
(Frankfurt/Main) Deutsche Gesundheitshilfe:
Ein Selenmangel kann zu ernsthaften Gesundheitsstörungen führen +++ neue Aufklärungsbroschüre informiert..

Selen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Wenn wir auch nur kleinste Mengen davon - also Spuren - brauchen, so ist es dennoch unverzichtbar, damit Immunsystem und Stoffwechsel funktionieren, unser Körper mit Stress, Umweltverschmutzung, Krankheiten und anderen Einflüssen besser fertig wird.
Leider enthält die tägliche Nahrung nicht genügend Selen, um den Körper ausreichend zu versorgen. Deutschland gehört deshalb neben vielen anderen europäischen Ländern zu den Selenmangelgebieten. Weltweite Forschungen belegen: Zahlreiche Gesundheitsstörungen gehen mit einem Defizit an Selen einher, wie zum Beispiel erhöhte Infektanfälligkeit (insbesondere in der Erkältungszeit), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und colitis ulcerosa), Rheuma und Diabetes. Auch mangelnde Zeugungsfähigkeit des Mannes sowie Schilddrüsenfunktionsstörungen können eine Folge sein.
Das fein abgestimmte Immunsystem des Menschen reagiert besonders sensibel auf einen Selenmangel. Ohne Selen kann die volle Abwehrleistung nicht entfaltet werden. Auch die Fähigkeit, Krebszellen zu bekämpfen, ist bei Selenmangel vermindert. Eine ausreichende und regelmäßige Zufuhr des Spurenelementes unterstützt das Immunsystem in seiner natürlichen Funktion.
Neben einer zu geringen Zufuhr kann ein Selenmangel auch durch Belastung mit Schwermetallen (z.B. aufgrund von Zigarettenrauch oder Umweltbedingungen) hervorgerufen werden. In der Folge können erhebliche gesundheitliche Einschränkungen wie Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Haut- und Schleimhautveränderungen bis hin zu ernsthaften Organschäden entstehen. Das "Burn-out-Syndrom", das "sich-völlig-ausgebrannt-fühlen", kommt ebenfalls sehr häufig vor. Eine ausreichende Selenversorgung kann den Körper nicht nur vor Schwermetallbelastungen schützen sondern auch zum Abbau der Schwermetalle im Körper beitragen.
Eine neue Aufklärungsbroschüre aus der Gesundheitsreihe der Deutschen Gesundheitshilfe e.V. informiert ausführlich, verständlich und übersichtlich über das Thema Selen und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen. Neben einer Beschreibung der lebenswichtigen Aufgaben des Spurenelementes, der Ursachen für eine Selen-Unterversorgung und der Möglichkeiten des Ausgleiches, gibt die Broschüre Auskunft über den täglichen Selenbedarf, vermittelt wertvolle Ernährungstipps und zeigt auf, wie man seinen persönlichen Selenstatus bestimmen kann.

Die Aufklärungsbroschüre "Selen - Ein lebenswichtiges Spurenelement" erhalten Interessierte gegen einen mit EUR 1,53 frankierten und adressierten Rückumschlag DIN A5 bei der Deutschen Gesundheitshilfe, Stichwort "Selen", Postfach 940303, D-60461 Frankfurt.     Hier gibt's Selen  
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Epilepsie: Ausreichend Selen schützt

Berlin (dpa/bb) - Eine ausreichende Zufuhr des Spurenelements Selen schützt nach Angaben der Berliner Charité im Tierversuch vor Epilepsie und Hirnzelltod. «Es wäre lohnenswert, Epileptiker und Schlaganfall-Patienten auf ein zu niedriges Selen-Niveau im Blut zu untersuchen», sagte am Mittwoch die Charité-Neurobiologin Anja Bräuer zu den Konsequenzen der Untersuchung an Ratten. Tiere mit selenarmer Nahrung hatten doppelt so starke Krampfanfälle wie Tiere mit normaler Ernährung. Die Forscher um Robert Nitsch aus dem Institut für Anatomie der Charité hatten einer Rattengruppe extrem selenarme Nahrung gegeben und die Kontrollgruppe normal ernährt. Anschließend lösten sie bei den Tieren durch ein Medikament Krampfanfälle aus. «Es zeigte sich, dass die selenarmen Ratten doppelt so starke und langandauernde Krämpfe erlitten», sagte Bräuer. Auch die Menge an abgestorbenen Hirnzellen belief sich auf das Doppelte. «Selen in ausreichenden Mengen ist essenziell für das Gehirn», so Bräuer. Sie verwies auf ein Experiment Aachener Ärzte, die 1994 zwei Kleinkindern zusätzliches Selen verabreichten, worauf sich deren Krampfanfälle verringerten. Die Ergebnisse der Bräuer/Nitsch- Versuche wurden im November 2002 in der Fachzeitschrift der Federation of the American Societies for Experimental Biology (FASEB Journal) veröffentlicht.3. April 2003


Selen - ein lebenswichtiges Spurenelement
Deutsche Gesundheitshilfe:
Ein Selenmangel kann zu ernsthaften Gesundheitsstörungen führen
(Frankfurt/Main)
Selen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Wenn wir auch nur kleinste Mengen davon - also Spuren - brauchen, so ist es dennoch unverzichtbar, damit Immunsystem und Stoffwechsel funktionieren, unser Körper mit Stress, Umweltverschmutzung, Krankheiten und anderen Einflüssen besser fertig wird.
Leider enthält die tägliche Nahrung nicht genügend Selen, um den Körper ausreichend zu versorgen. Deutschland gehört deshalb neben vielen anderen europäischen Ländern zu den Selenmangelgebieten. Weltweite Forschungen belegen: Zahlreiche Gesundheitsstörungen gehen mit einem Defizit an Selen einher, wie zum Beispiel erhöhte Infektanfälligkeit (insbesondere in der Erkältungszeit), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und colitis ulcerosa), Rheuma und Diabetes. Auch mangelnde Zeugungsfähigkeit des Mannes sowie Schilddrüsenfunktionsstörungen können eine Folge sein.
Das fein abgestimmte Immunsystem des Menschen reagiert besonders sensibel auf einen Selenmangel. Ohne Selen kann die volle Abwehrleistung nicht entfaltet werden. Auch die Fähigkeit, Krebszellen zu bekämpfen, ist bei Selenmangel vermindert. Eine ausreichende und regelmäßige Zufuhr des Spurenelementes unterstützt das Immunsystem in seiner natürlichen Funktion.
Neben einer zu geringen Zufuhr kann ein Selenmangel auch durch Belastung mit Schwermetallen (z.B. aufgrund von Zigarettenrauch oder Umweltbedingungen) hervorgerufen werden. In der Folge können erhebliche gesundheitliche Einschränkungen wie Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Haut- und Schleimhautveränderungen bis hin zu ernsthaften Organschäden entstehen. Das "Burn-out-Syndrom", das "sich-völlig-ausgebrannt-fühlen", kommt ebenfalls sehr häufig vor. Eine ausreichende Selenversorgung kann den Körper nicht nur vor Schwermetallbelastungen schützen sondern auch zum Abbau der Schwermetalle im Körper beitragen.
Eine neue Aufklärungsbroschüre aus der Gesundheitsreihe der Deutschen Gesundheitshilfe e.V. informiert ausführlich, verständlich und übersichtlich über das Thema Selen und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen. Neben einer Beschreibung der lebenswichtigen Aufgaben des Spurenelementes, der Ursachen für eine Selen-Unterversorgung und der Möglichkeiten des Ausgleiches, gibt die Broschüre Auskunft über den täglichen Selenbedarf, vermittelt wertvolle Ernährungstipps und zeigt auf, wie man seinen persönlichen Selenstatus bestimmen kann.
Die Aufklärungsbroschüre "Selen - Ein lebenswichtiges Spurenelement" erhalten Interessierte gegen einen mit EUR 1,53 frankierten und adressierten Rückumschlag DIN A5 bei der Deutschen Gesundheitshilfe, Stichwort "Selen", Postfach 940303, D-60461 Frankfurt.
Anmerkung: Selen ist z.B. in den Fitline-Produkten Zellschutz-Drink und Restorate enthalten.
geschrieben von Deutsche Gesundheitshilfe am 25.03.03


Niedrige Selenkonzentration mit gesteigertem Prostatakarzinom-Risiko assoziiert

Männer mit niedrigem Selenspiegel im Blut haben laut einer im ‚Journal of Urology’ publizierten Studie ein vier- bis fünffach erhöhtes Risiko ein Prostatakarzinom zu entwickeln.
Dies zeigt eine Fall-Kontroll-Studie von Dr. James Brooks von der Stanford Universität und Kollegen. Die Wissenschafter haben bei Teilnehmern der Baltimore Longitudinal Study Selen im Serum bestimmt. 52 Teilnehmer, die später (Diagnose durchschnittlich 3,8 Jahre nach der Blutprobe) an einem Prostatakrebs erkrankten, hatten deutlich niedrigere Selenkonzentrationen als 96 altersgleiche Teilnehmer, die gesund blieben.
In der obersten Quartile der Serumkonzentration (13,3 µg/dl bis 18,2 µg/dl) betrug das relative Risiko im Vergliech zur untersten Quartile (8,2 µg/dl bis 10,7µg/dl) 0,15 [p=0,01]. Der 95% Konfidenzintervall (0,05-0,5) lässt wenig Zweifel an einem Zusammenhang.
Weiteres Indiz für einen Zusammenhang zwischen Selenkonzentration und Prostatakarzinom-Risiko: die Konzentration des essentiellen Spurenelementes sinkt signifikant mit dem Alter der Probanden (p<0,001).
Die oben beschriebenen Resultate unterstützen die Hypothese, dass eine Steigerung der Selen-Aufnahme – entweder mittels gezielter Ernährung (z.B. Paranüsse oder Thunfisch) oder mit Vitamin-Präparaten – das Prostatakarzinom-Risiko reduziert werden könnte. Hierzu laufen derzeit an der Stanford-Uni und anderen US-Zentren Interventionsstudien. Diese haben in der Vergangenheit nicht selten gezeigt, dass sich die Ergebnisse von Fall-Kontroll-Studien sich nicht immer in eine sinnvolle Primärprävention umsetzen lassen (DÄB). 26.11.02  www.medaustria.at
Quelle: J Urology; 2001, 166: 2034-2038
 


Asthma: Erhöht embryonaler Mangel an Selen und Eisen das Risiko?
Bei der Entstehung von Asthma spielt scheinbar die Versorgung der Embryonen mit den Spurenelementen Selen und Eisen eine entscheidende Rolle. In den Milchzähnen sind Informationen aus der Embryonalentwicklung gespeichert, die eine Risikoabschätzung erlauben.
Der Grundstein für verschiedene chronische Erkrankungen kann bereits im Laufe der Schwangerschaft gelegt werden. Die oberen zwei Schneidezähne entwickeln sich noch im Mutterleib und dokumentieren den Ernährungsstatus des Embryos im Laufe der Schwangerschaft.
Wissenschaftlern des Kings College in London standen für ihre Untersuchung etwa 12.000 Milchzähne zur Verfügung, die im Rahmen der Avon Longitudinal Study of Parents and Children – ALSPAC – gesammelt wurden. 250 Milchzähne von Kindern mit und ohne Asthma wurden ausgewählt und eine Schmelzanalyse auf die Spurenelemente Selen und Eisen durchgeführt.
Erste vorläufige Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass eine höhere Aufnahme von Selen während der Schwangerschaft, das Risiko für Keuchen in der frühen Kindheit reduziert. Embryonen, die während der Schwangerschaft besser mit Eisen versorgt waren, litten im weiteren Verlauf ihrer Kindheit seltener unter Keuchen oder Ekzemen.
Die Autoren hoffen, der Aufklärung der Ursachen von chronischen Erkrankungen wie Asthma bronchiale einen Schritt näher gekommen zu sein.
Quelle: Nach Informationen von BBC News, Juli 2003


Mehr epileptische Krampfanfälle und abgestorbene Hirnzellen bei Selenmangel
BERLIN (eb). Mit dem Internationalen Schrauzer-Preis sind Dr. Nicolai Savaskan und Dr. Anja Bräuer von der Charité in Berlin ausgezeichnet worden. Sie erhielten den mit 5000 Euro dotierten und vom Unternehmen biosyn gestifteten Preis für ihre Forschung zur Prävention von und Therapie bei Schlaganfall und Epilepsie mit Natriumselenit.
Ihre Versuche mit Ratten hatten ergeben, daß Tiere mit Selenmangel öfter epileptische Krampfanfälle und mehr abgestorbene Hirnzellen hatten als Tiere, die normal ernährt waren. Der Preis ist nach dem Selenforscher Professor Gerhard N. Schrauzer benannt. Ärzte Zeitung, 04.09.2003


Studie mit Präparate mit den Inhaltsstoffen Selen, Silimarit, Solidago und Bromelain
Gesundheit & Service Schonendere Chemotherapie mit Hilfe der Natur

Heidelberg (AP) Mit Hilfe der Naturheilkunde wollen Krebsexperten die Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern. Vor allem das Spurenelement Selen sowie Inhaltsstoffe der Mariendistel, der Goldrute und der Ananas scheinen Leber, Niere, Blase und andere Organe von Tumorpatienten vor negativen Effekten dieser belastenden Behandlungsform schützen zu können, wie Cornelia von Hagens von der Universitäts-Frauenklinik in Heidelberg berichtet. Bislang gebe es dafür jedoch noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise.

Dies wollen die Heidelberger Mediziner jetzt ändern. In einer Studie werden 150 Brustkrebs-Patientinnen vor der Chemotherapie einer von drei Gruppen zugeordnet. Eine Gruppe erhält eine einstündige Beratung zu Ernährung und Lebensführung sowie Präparate mit den Inhaltsstoffen Selen, Silimarit, Solidago und Bromelain. Die zweite Gruppe wird nur beraten, und die dritte erhält ein Merkblatt über vitaminreiche Ernährung. Die Patientinnen sollen ein Tagebuch über ihr Befinden, ihre Aktivitäten und die Medikamenteneinnahme führen und werden regelmäßig in der Universitätsfrauenklinik befragt und untersucht.

Interessierte Patientinnen können sich an die Ambulanz für Naturheilkunde und integrative Medizin der Frauenklinik unter der Telefonnummer 06221/568-321 wenden.12. September 2003


 Einfluss des Selenstatus auf die Pathogenese mykobarkterieller Erkrankungen 21.10.03

Resultate einer Studie im ‚Journal of AIDS’ lassen vermuten, dass der Selenstatus bei HIV-Positiven einen profunden Einfluss auf die Pathogenese mykobakterieller Erkrankungen haben könnte.
Innerhalb einer zweijährigen Beobachtungsperiode untersuchte ein Wissenschafterteam der University of Miami (Dr. Gail Shor-Posner et al.) den Einfluss des Selenstatus auf die Entwicklung mykobakterieller Erkrankungen HIV-Positiver. Evaluiert wurden Daten von 259 HIV-Positiven drogenabhängigen, die randomisiert entweder Selen (200g/d) oder Plazebo erhielten. 12 Patienten entwickelten während der Beobachtungszeit eine mykobakterielle Erkrankung, diese wurden mit 32 Kontrollsubjekten – adjustiert auf Alter, Geschlecht und HIV-Status – ohne respiratorische Krankheit verglichen.
Bei HIV-Positiven mit CD4-Zellzahlen unter 200/mm3, Malnutration und einem Selenspiegel unter 135 Mirkogramm/Liter war das Risiko der Entwicklung einer mykobakrteriellen Erkrankung 13fach erhöht.
Multivariate Analysen ergaben, dass nach Kontrolle auf die Einnahme einer antiretrovirale Therapie und CD4-Zellzahl sowohl Body Mass Index als auch Selenkonzentration signifikante Faktoren hinsichtlich des Risikos einer mykobakteriellen Erkrankung waren (RR = 3; p = 0,015).
Die Resultate lassen vermuten, dass der Selenstatus einen deutlichen Einfluss auf die Pathogenese mykobakterieller Erkrankungen bei HIV-Positiven hat.
www.medaustria.at  Quelle: J Acquir Immune Defic Syndr; 2002, 29: 169-173
 


Kamut - das Hochenergiegetreide
Kamut und Dinkel als Alternative zu herkömmlichem Weizen


Das Kamut-Korn zählt zu den ersten kultivierten Getreidearten. Lange in Vergessenheit geraten, wurde Kamut ähnlich wie Dinkel im Rahmen des neu erwachten Interesses an unverfälschten Lebensmitteln wiederentdeckt. Es wird heute in vielen Regionen Nordamerikas kultiviert.
Kamut ist ein uralter Verwandter des Hartweizens. Es wurde vermutlich erstmals von den Ägyptern im fruchtbaren Niltal angebaut. Sie gaben ihm den Namen Kamut, was soviel wie "Die Seele der Erde" bedeutet.
Viel Eiweiß und Selen
Das alte Getreide hat einiges zu bieten: Im Kamut-Korn stecken mehr ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe als in den modernen Weizensorten. Besonders hoch ist sein Selen-Gehalt: 200 Gramm Kamut-Brot decken bereits den Tagesbedarf dieses lebensnotwendigen Spurenelements. Die Besonderheit des Korns liegt aber in seinem hohen Eiweißgehalt und der Eiweißqualität, enthält es doch bis zu 40 Prozent mehr Eiweiß als herkömmlicher Weizen.
Hochwertige Fettsäuren
Kamut wird aufgrund seines hohen Anteils an hochwertigen Fettsäuren, seinen leicht verdaulichen Kohlehydraten und hochwertigen Eiweiß auch als "Hochenergiegetreide" bezeichnet. Besonders Kinder und ältere Menschen können mit Kamut ihren täglichen Speiseplan wertvoll ergänzen. Das Korn hat einen milden, leicht nußigen Geschmack. Der Verzehr von Kamut hat zudem einen besonderen Nebeneffekt: Es sättigt lang anhaltend und gibt Energie, ohne den Organismus zu belasten.
Die besonderen Eigenschaften der Stärke im Kamut-Urweizen bewirken, dass Brot- und Backwaren länger frisch und locker bleiben. ZDF 23.10.2003

Alternative für Weizen-Allergiker
Eine Studie der International Food Allergy Association (IFAA) kommt zu dem Ergebnis, dass Kamut von Weizenallergikern gut vertragen wird.


In Fisch, Leber und Getreide
Selen, Zink: Kicks für die Gesundheit

Selen ist ein wichtiges Spurenelement, das eine große Rolle in der menschlichen Immunabwehr spielt. Viele wissenschaftliche Untersuchungsprojekte haben einen Zusammenhang zwischen Selen-Mangel und einem zunehmenden Risiko bei der Entstehung von Krebs und Herzgefäßerkrankungen dokumentiert. http://www.wochenanzeiger.de/article/36199.html


Im Tierversuch schützt bei Diabetes Selen das Herz
Injektionen mit dem Spurenelement verringern Glukosekonzentration im Blut / Vermehrung von Kollagen gebremst
BADEN-BADEN (bwa). Das Risiko eines Diabetikers, an einer KHK zu erkranken und an einem Herzinfarkt zu sterben, läßt sich vielleicht künftig durch eine Selen-Therapie drastisch reduzieren. Hinweise dafür gibt es aufgrund aktueller Forschungsergebnisse bei Tieren.
Die Studienergebnisse hat Professor Belma Turan von der Universität Ankara in der Türkei bei der 37. Medizinischen Woche Baden-Baden auf dem von dem Unternehmen biosyn unterstützten "Schrauzer-Symposium" vorgestellt.
Der Forschungsansatz von Turan bezieht sich auf die These, daß Diabetes-induzierte Veränderungen am Herzmuskel auf oxidativem Streß beruhen. Unter dieser Voraussetzung wäre eine gezielte Therapie mit Antioxidantien ein vielversprechender Ansatz. Turan hat sich in ihrer Untersuchung für Selen entschieden, das als Bestandteil von Selenenzymen stark an der oxidativen Streßabwehr beteiligt ist.
Um ihre These zu überprüfen, behandelte die Wissenschaftlerin Ratten mit dem Glukosamin-Derivat Streptozotocin. Dadurch kommt es zu ähnlichen Symptome wie bei Typ-1-Diabetes, auch zu Kardiomyopathie. Dann injizierte sie den Tieren vier Wochen lang Natrium-Selenit, und zwar täglich 5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht.
Ergebnis: Bereits nach zwei Wochen hatte keine der Ratten einen erhöhten Blutglukosewert. Am Ende der Therapie waren sogar die Zellschädigungen am Herzmuskel zurückgebildet. Auch die unter der Streptozotocin-Behandlung entstandene Zunahme der Kollagenfasern und Degenerationen der Herzfibrillen wurden gebremst. Damit ging eine Normalisierung des Aktionspotentials einher, was auch für eine Zurückbildung der Kardiomyopathie spricht.
Turan vermutet, daß eine Natrium-Selenit-Therapie die Herzkomplikationen bei Diabetes lindern könnte. Dies wurde von Selen-Pionier Professor Gerhard Schrauzer aus San Diego in Kalifornien, nach dem das Symposium benannt wurde, als eine vielversprechende Therapie-Option bei Diabetes bewertet. Ärzte Zeitung, 21.11.2003


Pflanze produziert antikarzinogene Nahrungsergänzungen- in ihrem Gewebe baut sie ungewöhnlich hohe Mengen einer Selenverbindung
 

Ein Wissenschaftler der Purdue University http://www.purdue.edu  hat eine Pflanze geschaffen, die nicht nur zur Produktion von antikarzinogenen Nahrungsergänzungen führen, sondern auch bei der Entfernung von überschüssigem Selen von landwirtschaftlichen Anbauflächen zum Einsatz kommen könnte. Die Einführung eines Gens, das eine Selentoleranz erlaubt, hat David Salt die Entwicklung von Pflanzen ermöglicht, die in ihrem Gewebe ungewöhnlich hohe Mengen einer Selenverbindung aufbauen können. Erst kürzlich haben Studien nachgewiesen, dass Selen das Prostatakrebsrisiko um 60 Prozent verringern kann.

Laut Salt sei jetzt bekannt, wie Pflanzen gentechnisch verändert werden müssen um diese antikarzinogene Selenverbindung herzustellen. "Das bedeutet, wir verfügen über die genetischen Möglichkeiten, auch die von der Pflanze hergestellte Menge zu beeinflussen." Einige Pflanzenarten können schädliche Wirkungen großer Selenmengen speichern. Diese Selen Hyper-Akkumulatoren verwandeln das aus der Erde aufgenommene Selen in eine nicht giftige Form, Methylselenocystein (MSC). Durch das Einbringen des Gens, das für diese Umwandlung verantwortlich ist, wurde der Modellpflanze Arabidopsis thaliana ermöglicht, in einer selenreichen Umgebung zu gedeihen und grosse Mengen von MSC-haltigem Selen in ihrem Gewebe anzusammeln. Das gleiche Verfahren ist laut Salt auch bei anderen Pflanzen anwendbar.


Selen ist Option zur Prophylaxe und Therapie bei Autoimmunthyreoiditis
Selen nötig zur Synthese und Aktivierung von Thyroxin / Selenmangel in Deutschland
MÜNCHEN (jmw). Immer mehr Indizien deuten darauf hin, daß Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis durch freie Radikale getriggert, also ausgelöst werden. Das Spurenelement Selen - bekannt als zentraler Baustein antioxidativer Enzyme - ist deshalb eine Option für die Prophylaxe und Therapie von chronisch-entzündlichen Schilddrüsenerkrankungen.
"Fast alle wichtigen Erkrankungen, mit denen wir uns täglich in der Praxis befassen - Atherosklerose, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, bis hin zu Krebs - gehen auf Schäden zurück, die durch freie Radikale verursacht werden." Darauf wies der Endokrinologe Professor Armin Heufelder aus München auf einer Fortbildung des Unternehmens Cefak in München hin.
Auch die Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmunbedingte Schilddrüsen-Entzündung, wird heute unter anderem mit oxidativen Streß in Verbindung gebracht. Grundlage der Krankheit ist eine genetische Prädisposition, doch bedarf es nach Aussage von Heufelder eines Triggers, um die Entzündung zum Ausbruch zu bringen. Früher wurden vor allem Viren und andere Erreger als Auslöser diskutiert. Heute stehen die Dysregulation von Sexualhormonen und Streß im Fokus.
"Hier sehen wir auch die Rationale für eine Selentherapie bei Patienten mit Autoimmunthyreoiditis", so Heufelder. Selenabhängige Enzyme und damit auch Selen selbst gehören zu den wichtigsten Antioxidantien im Organismus. Sie sind in allen Zellkompartimenten zu finden. Die Schilddrüse gehört sogar zu den Organen mit der höchsten Selen-Konzentration. Begründung: Selen neutralisiert hier nicht nur freie Radikale, sondern ist auch essentiell für die Synthese und die Aktivierung des Schilddrüsenhormons Thyroxin.
Ein Mangel an Selen, der nach Angaben von Heufelder in Deutschland keine Seltenheit ist, erhöht daher bei genetischer Prädisposition das Risiko, an einer Immunthyreoiditis zu erkranken.
Deshalb kann die Therapie mit Selen in Form von Natriumselenit den Verlauf und die Prognose von Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto Thyreoiditis positiv beeinflussen, so die Überzeugung des Endokrinologen. Heufelder berief sich dabei auf zwei aktuelle Studien und auf seine Erfahrungen in der Praxis. Auch bei Morbus Basedow und bei endokriner Orbitopathie beobachte man positive Effekte. Ärzte Zeitung, 14.05.2004



Selen hilft, die Sterblichkeit von Sepsis-Patienten zu senken
Hinweise aus ersten placebokontrollierten Studien / Ergebnisse der Zwischenauswertung einer randomisierten Studie vorgestellt
FELLBACH (ple). Schwerkranke Patienten mit Sepsis können von einer Selen-Therapie profitieren. In ersten Studien ließ sich bei den Patienten die Mortalität von 80 auf 30 Prozent senken. Derzeit läuft eine große randomisierte Studie dazu.

In Deutschland haben etwa 300 Menschen pro 100 000 Einwohnern eine schwere Sepsis. In den vergangenen Jahren hat sich die Sterblichkeit bei Sepsis-Patienten nicht wesentlich verändert, wie Professor Roland Gärtner von der Uni-Klinik München sagt. Sie liegt noch immer im Mittel bei 50 Prozent. Auch die moderne Antibiotikatherapie habe darauf keinen wesentlichen Einfluß gehabt, so der Endokrinologe bei einer Tagung des Unternehmens Biosyn in Fellbach bei Stuttgart. Anlaß der Tagung war der 20. Jahrestag der Firmengründung.

Der Selenspiegel ist bei Sepsis deutlich verringert mit der Folge, daß die Aktivität des antioxidativen Enzyms Glutathionperoxidase ebenfalls vermindert ist. Die ermutigenden Ergebnisse erster placebokontrollierter Studien mit Natrium-Selenit - von dem Unternehmen als Selenase® angeboten - seien Anlaß für eine multizentrische, randomisierte Studie bei Patienten mit schwerer Sepsis gewesen, sagte Gärtner. In der Studie erhalten 230 Patienten 1000 Mikrogramm Natrium-Selenit als Bolus und dann 1000 Mikrogramm pro Tag für 14 Tage oder Placebo, und zwar zusätzlich zu der üblichen intensivmedizinischen Therapie.

Nach Angaben von Gärtner konnte den Ergebnissen einer Zwischenauswertung der Daten von 120 Patienten die Mortalität um zwölf Prozent gesenkt werden. Die Endauswertung soll in wenigen Monaten vorliegen.

Wie Professor Konrad Reinhart aus Jena berichtete, hat die Sepsis noch immer nicht die gleiche Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wie Krebs und Aids. Um die Sepsis-Häufigkeit und die Sterblichkeit bei Sepsis zu senken und die Öffentlichkeit mehr für diese Krankheit zu sensibilisieren, wurde 2001 die Deutsche Sepsis-Gesellschaft gegründet. In Zusammenarbeit mit internationalen Initiativen wie die Surviving Sepsis Campaign wollen die Intensivmediziner innerhalb von fünf Jahren die Letalität bei Sepsis um 25 Prozent senken. Um valide Aussagen zum Effekt der Sepsistherapie machen zu können, seien Studien mit bis zu 2000 Patienten erforderlich.
Ärzte Zeitung, 22.09.2004
Weitere Informationen im Internet unter www.sepsis-gesellschaft.de  und www.kompetenznetz-sepsis.de/


Schilddrüsen-Probleme - Der heimliche Altmacher

Deutschland ist Jodmangelland. Fast jeder zweite Bundesbürger hat deshalb einen Kropf. Prof. Fritz Spelsberg erläutert, warum es Frauen viel häufiger trifft und wie sich Betroffene schnell wieder jünger und fitter fühlen können
 

Erhöht Selenmangel das Risiko für eine Erkrankung der Schilddrüse?
Selen ist einer der wichtigsten Bausteine in der Schilddrüse. Der menschliche Organismus kann dieses Spurenelement, ebenso wie Jod, nicht selbst herstellen, sondern muss es von außen zuführen. Mit der Nahrung nehmen wir Deutschen täglich etwa 30 bis 50 Mikrogramm auf. Damit bewegen wir uns an der unteren Grenze. Selenmangel begünstigt entzündliche Prozesse in der Schilddrüse wie die Hashimoto-Störung. Für Hashimoto-Patienten sind deshalb 200 bis 300 Mikrogramm pro Tag sinnvoll. Diese Dosis über selenreiche Nahrungsmittel wie Butter, Räucherhering, Paranüsse oder Innereien zu erreichen ist schwierig. Aber es gibt die Möglichkeit, Selenmangel mit Hilfe spezieller Präparate auszugleichen.

http://www.gesundheitpro.de/PGG/PGGA/pgga.htm?line=1&ressort=11400&rubrik=11409&snr=17129


Genmanipulierte Senfpflanze absorbiert Selen
Reinigung des Bodens


Berkely (pte, 14. Feb 2005 16:00) - Genetisch veränderte indische Senfpflanzen haben ein kalifornisches Feld, dessen Boden einen überhöhten Selenanteil hatte, gereinigt, berichtet Nature http://www.nature.com.Dieser erstmalige Feldversuch mit einer verschmutzungsfressenden transgenen Pflanze beweist, dass diese Technologie auch außerhalb des Labors funktioniert, so die Forscher.
In bestimmten Regionen von Kalifornien werden die Ackerböden kaum bewässert. Das Wasser löst aber Selen auf, welches vom Schiefergestein in diesen Regionen stammt. Wenn Wasser an der Erdoberfläche verdunstet, erreicht Selen eine Konzentration, die für Pflanzen giftig ist. Aber die indische Senfpflanze (Brassica juncea) ist gegen Selen resistent - sie absorbiert Selen, wenn es im Wasser vorhanden ist und durch ihre Wurzeln aufgenommen wird. "Indischer Senf wächst sehr schnell und erreicht eine hohe Biomasse - auch wenn er stressvollen Umweltbedingungen ausgesetzt ist", so Norman Terry, Pflanzenbiologe an der University of California in Berkely http://www.berkeley.edu .
Beim Feldversuch förderten die Forscher die Fähigkeit des indischen Senfs, indem sie ihm extra Gene zufügten - selenhungrige Enzyme. Der genmanipulierte Senf konnte 4,3 Mal so viel Selen absorbieren als der natürliche indische Senf. Insgesamt wurden drei verschiedene transgene Senfpflanzen kreiert. Die genmanipulierten Pflanzen erreichten in selenverseuchten Böden 80 Prozent ihrer Größe. Die wilden Pflanzen hingegen wurden aufgrund Selen nur halb so groß wie in reinem Boden. Die Pflanzen wurden nach 45 Tagen auf dem Feld "geerntet". "Es ist wichtig, dass man diese Pflanzen in der Natur testet. Diese Ergebnisse variieren oft sehr stark mit denen aus dem Gewächshaus", so Clayton Rugh, Pflanzenbiologe an der Michigan State University in East Lansing.
Die Wissenschaft, ungewollte Chemikalien mithilfe von Pflanzen aus dem Boden zu entziehen, ist unter dem Begriff Phytoremediation bekannt. Auch ein bestimmter Farn (Pteris vittata) ist in der Lage, dem Boden Arsen zu entziehen, auch ohne Genmanipulation. Aber laut Rugh könne der Prozess durch Genmanipulation beschleunigt werden. Vorsichtig müsse man allerdings mit der Kreuzung von transgenen Pflanzen sein. Sie dürften nicht mit essbarem Getreide gekreuzt werden. "Wenn eine Pflanze zur Aufnahme von Metallen kreiert wurde, muss man sicher sein, dass sie nicht mit essbarem Getreide in Berührung kommt", so Rugh.
Aber vielleicht könne die indische Senfpflanze an Vieh verfüttert werden, das an Selenmangel leide. (Ende)
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Sheila Moser


Selen: Wann es ein bisschen mehr sein darf

Selen als essenzielles Spurenelement hat immunstärkende und antioxidative, also zellschützende Eigenschaften. Als Baustein einer Reihe von Enzymen spielt es im Körper eine wichtige Rolle bei der Entgiftung. Man weiß heute, dass ein Mangel an Selen den Verlauf chronischer Erkrankungen negativ beeinflusst.
Ein Mehrbedarf an Selen ist nicht nur bei Krebs-, Herz-Kreislauf- oder Rheuma-Erkrankungen, sondern auch bei schwacher Abwehr und hoher Infektanfälligkeit sowie bei übermäßigem Alkohol- und Nikotinkonsum gegeben. Zu den Risikogruppen zählen zudem Diabetiker, Schwangere, stillende Mütter und Senioren, aber auch Vegetarier und Veganer, also Vegetarier, die zusätzlich auf Eier und Milchprodukte verzichten.
Deutschland gilt als Selenmangelland. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die Aufnahme von 70 bis 100 Mikrogram Selen pro Tag. Mit 38 Mikrogramm pro Tag für Frauen und 47 mg für Männer liegt die tatsächliche Selenaufnahme weit hinter den Empfehlungen. Dies wird auf die Selenarmut landwirtschaftlich genutzter Böden zurückgeführt. Viel Selen enthalten neben Eiern auch Weizen, Fleisch, Fisch und Huhn. Zusätzlich kann gerade Risikogruppen die gezielte Nahrungsergänzung in Form von Tabletten, Lösungen oder Trinkampullen mit Natriumselenit aus der Apotheke zugute kommen. Der Arzt sollte dabei aber regelmäßig die Selenwerte im Blut kontrollieren.
Die überdosierte Langzeiteinnahme von Selen kann Störungen der Haar- und Nagelstruktur, Hautrötungen und Hautschwellungen, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Nervenstörungen und Müdigkeit zur Folge haben. Fachleute warnen daher vor der unkontrollierten Selbstmedikation und Dauereinnahme. Bleiben Sie auf der sicheren Seite. Informieren Sie sich in Ihrer Apotheke. Hier dürfen Sie kompetente fachliche Beratung erwarten – zugeschnitten auf Ihre persönlichen Bedürfnisse. Die Beratung ist eine Serviceleistung der Apotheke. Gut informiert sein gibt Sicherheit.
03.06.05
Quelle: Neue Apotheken Jllustrierte vom 1. Juni 2005


Selen hilft bei Rheuma und Thyreoiditis
DÜSSELDORF (mut). Selen kann offenbar bei vielen Autoimmunerkrankungen helfen. Die Beschwerden bei rheumatoider Arthritis und Hashimoto-Thyreoiditis lassen sich damit lindern.
Lange Zeit galt Selen als toxisch, inzwischen weiß man, daß das Spurenelement wichtig ist bei der Immunmodulation, hat Professor Roland Gärtner von der Universität München beim Medica-Kongreß berichtet. So sind Selen-haltige Enzyme wie die Glutathion-Peroxidase nötig, um toxische Sauerstoffverbindungen abzubauen, die etwa bei der Produktion von Schilddrüsenhormonen entstehen.
Schon bei mildem Selenmangel werde die Produktion dieser schützenden Enzyme deutlich reduziert, so Gärtner. Zu wenig Selen in der Nahrung könne daher oxidativen Streß verstärken und chronische Entzündungen wie bei einer Hashimoto-Thyreoiditis verstärken.
Durch eine Selen-Therapie ließen sich die Symptome dagegen lindern: In einer Studie erhielten 70 Frauen mit der Autoimmunkrankheit drei Monate täglich 200 µg Natrium-Selenit oder Placebo. Mit Selen sank die Konzentration der Autoimmun-Antikörper gegen Schilddrüsen-Peroxidasen um 36 Prozent, mit Placebo um 12 Prozent.
"Mit Selen gingen nicht nur die Antikörperspiegel zurück, die Frauen fühlten sich auch besser." Andere Studien hätten ergeben, daß sich mit Selen auch die Beschwerden bei rheumatoider Arthritis (RA) bessern. So wurde der Kortikoid-Bedarf bei RA-Patienten gesenkt, auch hier ging die Konzentration der Autoimmunantikörper zurück.
Viel Selen ist in etwa in Fisch und Paranüssen enthalten. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist täglich 1µg Selen pro kg Körpergewicht nötig. Gärtner hält diese Menge jedoch für zu gering.
In Studien hätte sich die doppelte bis dreifache Menge als optimal erwiesen, bezogen auf eine ausreichende Konzentration Selen-haltiger Enzyme. Ein Problem sei auch, daß durch die intensive Landwirtschaft die Böden sehr Selen-arm seien. Eine Lösung könnte sein, Dünger mit Selen anzureichern, sagte Gärtner. Ärzte Zeitung, 18.11.2005


Gendefekt löst Schilddrüsenhormonstörung aus Mutation bewirkt starken Selenmangel im Blut

Nature Genetics: Mutations in SECISBP2 result in abnormal thyroid hormone metabolism Berlin - Ein internationales Forscherteam hat einen Gendefekt gefunden, der eine Schilddrüsenhormonstörung auslöst. Untersuchungen hätten ergeben, dass die entsprechende Genmutation einen starken Selenmangel im Blut bewirke, der wiederum zu der Hormonstörung führe, teilte das Berliner Universitätsklinikum Charite am Freitag mit. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes "Nature Genetics" (37/2005) nachzulesen.
Das Wissenschafter-Team untersuchte vier Kinder von zwei verschiedenen Familien aus Saudi-Arabien und Irland. Ihre Blutwerte seien wegen einer seltenen Schilddrüsenhormonstörung aufgefallen. Untersuchungen an den Chromosomen zeigten, dass alle vier Kinder den selben Gendefekt hatten.
"Mediziner sollten künftig bei Fehlfunktionen der Schilddrüse unbedingt auch die Selenversorgung bedenken und gegebenenfalls mit einem Bluttest prüfen, ob die Patienten ausreichend mit diesem essenziellen Spurenelement versorgt sind", erklärte Mitautor Lutz Schomburg vom Institut für Experimentelle Endokrinologie der Charite. Selen ist in Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Steinfrüchten enthalten. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Selen gilt als beste Krankheitsprophylaxe in Hinblick auf die Schilddrüse und den Hormonhaushalt. (APA/dpa)


Selen kann die Sterberate bei Sepsis senken
BERLIN (eb). Hoch dosiertes Selen kann die Sterblichkeit bei Sepsis senken. Dies ergab eine doppelblinde, prospektive Studie, für die Dr. Matthias Angstwurm aus München mit dem Internationalen Schrauzer-Preis ausgezeichnet wurde. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird von biosyn Arzneimittel gestiftet.
Angstwurm wies nach, daß hochdosiertes Natrium-Selenit (selenase®) die Sterberate bei Sepsis senkt: Von 116 Patienten, die das Präparat erhielten, starben 42 Prozent, in der Kontrollgruppe 57 Prozent. Die Studie belege, daß das kostengünstige Selenit die Sterberate sogar bei schwerer Sepsis wie etwa septischem Schock senken könne, hieß es in der Laudatio. In einer größeren Studie will das Kompetenznetzwerk Sepsis die Ergebnisse überprüfen. Ärzte Zeitung, 12.04.2006


14tägige Selentherapie bei Patienten mit Sepsis verringert Sterblichkeit
Das Spurenelement Selen bringt Stoffwechselreaktionen wieder ins Lot

DÜSSELDORF (grue). Hochdosiertes Selen kann die Mortalität von Patienten mit schwerer Sepsis und septischem Schock verringern. Das Spurenelement stärkt das Immunsystem und reguliert verschiedene Stoffwechselprozesse.
Die Therapie mit anorgischem Selen (Selenase®) ist preisgünstig und gut verträglich. "Weil viele Sepsis-Patienten niedrige Plasma-Selenspiegel haben, setzen bereits viele Kliniken auf die Selentherapie", sagte Professor Konrad Reinhart von der Universität Jena bei einer Veranstaltung des Unternehmens Biosyn. "Bisher fehlten aber Wirksamkeitsbelege aus kontrollierten Studien." Die schon vorliegenden Daten ließen vermuten, daß sich die Mortalität von Sepsis-Patienten mit Selen um etwa 20 Prozent verringern läßt.
Das habe sich zwar in einer jetzt abgeschlossenen prospektiv-randomisierten Studie nicht in vollem Umfang bestätigt, "die Ergebnisse weisen aber auf einen deutlichen Vorteil für die Selenbehandlung hin", sagte Reinhart. An der Studie haben 238 Patienten mit Sepsis teilgenommen, die zusätzlich zur Sepsis-Therapie mit hochdosiertem Selen oder Placebo versorgt worden sind. In der Gesamtauswertung war der Unterschied zwischen den Gruppen statistisch nicht signifikant.
Signifikant war er aber bei den 189 Patienten, die durchgehend für 14 Tage behandelt worden sind (Per-Protocol-Analyse). Innerhalb eines Monats starben 42 Prozent der Patienten in der Selen-Gruppe und 57 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion von mehr als 14 Prozent.
"Werden nur die Patienten ausgewertet, die nach Beginn der Sepsis noch mindestens zwei Tage lebten und damit eine reelle Chance auf Genesung hatten, fällt der Vorteil für die Selen-Therapie noch viel deutlicher aus", sagte Reinhart. Durch die Selen-Substitution werden viele Stoffwechselreaktionen wieder in Gang gesetzt. Das gilt besonders für die Regulation des Redoxstatus.
SepNet, das Kompetenznetz Sepsis, will den Nutzen der Selentherapie nun nochmals bei 1000 Patienten prüfen. "Die Selen-Substitution ist offenbar eine einfache Maßnahme, um die Prognose dieser schwerkranken Patienten zu verbessern", so Reinhart. Die Kosten in Höhe von etwa 100 Euro für eine zweiwöchige Selenbehandlung fallen bei der insgesamt aufwendigen Sepsis-Therapie nicht ins Gewicht.Ärzte Zeitung, 21.11.2006
Infos zur Sepsis im Internet unter: www.kompetenznetz-sepsis.de 


Wissenschaft aktuell: Selen als multifunktionelles Spurenelement

Als essentielles Spurenelement spielt Selen eine wichtige Rolle in der Immunabwehr, fungiert bei enzymatischen Reaktionen als Cofaktor und ist in die Abwehr zellschädigender Radikale involviert. Jedoch löst Selen bei einer zu hohen Aufnahme auch Vergiftungssymptome aus und beeinflusst den Verlauf verschiedener Erkrankungen sowohl positiv als auch negativ, berichtet heute die Ernährungswissenschaftlerin Irina Baumbach von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen.
Selen zählt zu den Halbmetallen und kommt in elementarer Form in der Natur nur sehr selten vor. Jöns Jakob Berzelius entdeckte 1817 das Element und benannte es nach dem griechischen Wort "selene" für Mond. Im menschlichen Körper ist es vorwiegend in Zähnen, Knochen sowie Enzymen lokalisiert. Früher kam selenige Säure in geringen Mengen als Oxidationsmittel zur Gewichtszunahme zum Einsatz. Andere Selenverbindungen, wie beispielsweise im Tabakrauch, sind dagegen hochgiftig und stehen im Verdacht, Krebs auszulösen.
Die physiologischen Selenverbindungen übernehmen im menschlichen Körper wichtige Entgiftungsfunktionen. Als Bestandteil des Glutathions verstoffwechselt Selen so genannte Radikale, die Schäden des Erbmaterials sowie Mutationen auslösen, zu harmlosen Substanzen (1). In Verbindung mit giftigen Schwermetallen entstehen stabile Metallselenide, die im Magen-Darm-Trakt nicht resorbierbar sind und somit ausgeschieden werden können. Als Selenocystein ist das Spurenelement an der Aktivierung der Schilddrüsenhormone beteiligt und übernimmt damit eine wichtige Funktion im Wärmestoffwechsel.
Die Empfehlungen für den täglichen Bedarf liegen bei 30 bis 70 Mikrogramm Selen. Vor allem Seewasserfische, Eigelb, Nüsse, Fleisch und Leber enthalten den wertvollen Mineralstoff in höheren Mengen.
Welche Konsequenzen ein Selenmangel mit sich bringt, ist derzeit noch nicht genau belegt. Studien lassen einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Bluthochdruck und Herzkrankheiten vermuten (2). Des Weiteren berichten wissenschaftliche Untersuchungen über den Einfluss einer unzureichenden Selenzufuhr und dem Auftreten von Lungen-, Leber- und Darmkrebs sowie einem steigenden Risiko der Unfruchtbarkeit bei Männern. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass hochdosiertes Selen die Sterblichkeit bei Patienten mit akuter Sepsis verringert. Anorganisches Selen stärkt demnach das Immunsystem und aktiviert verschiedene Stoffwechselprozesse (3). Dagegen fanden Wissenschaftler der Harvard School of Public Health in Boston heraus, dass bei erhöhten Selen-Plasma-Konzentrationen das Risiko von Genitalerkrankungen bei HIV-Patienten steigt (4). Diese Erkenntnisse erfordern jedoch weitere Untersuchungen, um einen genauen Zusammenhang belegen zu können.
Aufgrund der Toxizität und Unterschiedlichkeit der einzelnen Selenverbindungen sowie durch die verschiedenen Aufnahmewege, beispielsweise über Lunge, Haut und Magen-Darm-Trakt, ist von einer Supplementierung mit Selen abzuraten. Empfehlenswert ist eine zusätzliche Einnahme unter ärztlicher Aufsicht lediglich bei verschiedenen Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einiger Arthritis-Formen. Eine äußerliche Anwendung ist bei Schuppenflechte und Pilzbefall angebracht. Häufig treten bei einer Selenvergiftung unangenehmer Knoblauchgeruch, Störungen des Verdauungstrakts, Kopfschmerzen und Haarausfall sowie weiße Flecken auf den Fingernägeln auf.
Selen zählt somit zu den lebenswichtigen Spurenelementen und ist täglich mit der Nahrung aufzunehmen. Bei einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Kost sind Mangelerscheinungen nicht zu erwarten, dennoch ist zur Stärkung und Unterstützung des Immunsystems, vor allem bei Krebserkrankungen, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sowie Erkältungskrankheiten besonders auf genügend Selen in der Nahrung zu achten.

Literatur:
(1) Forcewille X: Seleno-enzymes and seleno-compounds: the two faces of selenium.Crit Care. 2006 Dec 13;10(6):180
(2) Zagrodzki P, Laszczyk P: Selenium and cardiovascular disease: selected issues] Postepy Hig Med Dosw (Online). 2006;60:624-631
(3) Forceville X, Aouizerate P, Guizard M: Septic shock and selenium administration. Therapie. 2001 Nov-Dec;56(6):653-661
(4) Kupka R, Msamanga GI, Xu C, Anderson D, Hunter D, Fawzi WW: Relationship between plasma selenium concentrations and lower genital tract levels of HIV-1 RNA and interleukin type 1beta. Eur J Clin Nutr. 2006 Dec 6;(Epub ahead of print) Januar 2007 - Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.


Selen hilft gegen HIV

Miami (queer.de) - Forscher der Universität von Miami haben herausgefunden, dass Selen die Viruslast HIV-Positiver senken kann. In dem Experiment erhielt die Hälfte von 260 gesunden HIV-Positiven eine Tablette mit hochkonzentrierter Selen-Hefe, dem Rest wurde ein Placebo ausgehändigt. Nach neun Monaten hat die Viruslast bei der Vergleichsgruppe um 10.000 bis 20.000 Viren pro Milliliter zugenommen. Knapp die Hälfte der Selen-Konsumenten konnte ihre Viruslast dagegen um 10.000 senken. Die andere Hälfte reagierte dagegen nicht auf den Wirkstoff. Das liege teilweise daran, dass die Tabletten nicht regelmäßig genommen wurden, wie eine elektronische Überwachung ergeben hatte. Manche zeigten aber trotz zeitgenauer Einnahme keine Reaktion auf das Spurenelement. Dennoch war der leitende Forscher Barry E. Hurwitz mit den Ergebnissen zufrieden. Selen-Hefe sei für viele ein Weg, ihre Viruslast ohne Behandlung und mit geringen Kosten niedrig zu halten – ein Zwei-Monats-Vorrat koste lediglich 15 Dollar (12 Euro). Allerdings müssten die Patienten beachten, dass nicht alle Arten des rezeptfrei verkaufen Selen in den Blutstrom aufgenommen werden würde und daher unwirksam seien. Die Ergebnisse der Untersuchung sind im den "Archives of Internal Medicine" veröffentlicht worden. Das Spurenelement Selen kommt natürlich nur in geringen Mengen vor. Am ehesten nimmt man es über rotes Muskelfleisch, Meerestiere und Eier auf. Extreme Selenmangelkrankheiten gibt es nur in unterversorgten Regionen wie Nordkorea und Nordostchina. (dk) 23.01.2007


Selen könnte vor Prostatakrebs schützen

Neuseeländische Wissenschaftler haben in einer Studie gezeigt, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Selen das Risiko von Prostatakrebs bei Männern senken könnten. Das Forschungsprojekt an der University of Auckland hat eine mögliche Verbindung zwischen der Einnahme von Selen und biologischen Indikatoren (Biomarkern) aufgezeigt, die mit einer Anfälligkeit für Prostatakrebs - speziell bei Männern mit einem genetisch bedingten Hochrisikoprofil - in Verbindung gebracht werden.
Studienteilnehmer, die ihre Ernährung um Selen ergänzten, wiesen über den Untersuchungszeitraum eine niedrigere Zahl an Biomarkern für Prostatakrebs auf, als jene Personen, die das entsprechende Nahrungsergänzungsmittel nicht einnahmen.
Weitere Untersuchungen sollen nun die bisherigen Forschungsergebnisse bestätigen, bevor in weiteren Schritten die Wirkung von Selen-Nahrungsergänzungsmitteln auch in anderen Bevölkerungsgruppen außerhalb von Neuseeland untersucht wird.
Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund 01.03.2007


Spargel und Linsen enthalten viel Selen
Bonn (dpa/tmn) - Der Tagesbedarf des Körpers an Selen lässt sich besonders gut mit Spargel und Linsen decken. Auch mit Innereien wie Hähnchenleber ist der vergleichsweise geringe Bedarf von 30 bis 70 Mikrogramm schnell gestillt.
Darauf weist die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) in Bonn hin. Das Spurenelement Selen benötigt der Körper für den Abbau von Umweltgiften, zur Stärkung des Immunsystems sowie zum Aufbau von Schilddrüsenhormonen. Besonders Diabetiker und Vegetarier sollten darauf achten, ausreichend Selen zu sich zu nehmen, rät die CMA.01.06.2007


Selen verringert Brustkrebsrisiko
(dtd). Die Geißel der Frauen heißt Brustkrebs. Von den rund 55.000 jährlich erkrankenden Frauen sind etwa 40 Prozent jünger als 60 Jahre. Die genauen Ursachen der Brustkrebsentstehung sind noch nicht eindeutig geklärt. Allerdings haben Frauen, in deren naher Verwandtschaft bereits Brustkrebs auftrat, ein erhöhtes Risiko. Auch der Lebensstil kann das Krebswachstum forcieren. Viele Studien belegen eine Risikosteigerung durch Übergewicht, fettreiche Ernährung, Alkoholkonsum und wenig Bewegung.
Japanerinnen: bis zu dreimal mehr Selen im Blut
Wie Untersuchungen aus den vergangenen 30 Jahren zeigen, scheint zudem eine unzureichende Versorgung mit Selen das Entstehen bösartiger Tumore zu begünstigen (Näheres unter www.selen-info.de). So tritt Brustkrebs in den als selenarm geltenden europäischen Industrieländern weitaus häufiger auf als in Asien oder Südamerika. Japanerinnen, die sich fisch- und reisreich ernähren und zumeist auf Zucker und Fett verzichten, weisen eine zwei- bis dreimal so hohe Selenkonzentration im Blut auf als Europäerinnen. Das Brustkrebsrisiko der asiatischen Frauen ist geringer, denn Selen beeinflusst den Stoffwechsel der Tumorzelle. Treten Schäden bei der Zellteilung auf, sorgt das Spurenelement für die nötigen Reparaturmechanismen. Das Abfangen von Radikalen durch selenhaltige Enzyme bewahrt vor Zellschädigungen.
Munition für die Killerzellen
Krebsgefährdeten Frauen ist es durch eine zusätzliche Selenzufuhr möglich, ihre natürlichen Killerzellen zu aktivieren, die Krebszellen erkennen und vernichten können. Darüber hinaus hat sich Selen in Form von schnell verfügbarem Natriumselenit, beispielsweise Cefasel nutri, auch zur Unterstützung in der Tumortherapie bewährt: Die selenabhängigen Schutzsysteme sind nämlich besonders gefragt, wenn während Bestrahlung und Chemotherapie eine Flut von Radikalen gebildet wird. Mit der
Einnahme von Selen lassen sich die Nebenwirkungen der Behandlung deutlich mildern. 21.01.2008


Selen bei Immunthyreoiditis - nur niedrig dosiert?

Reduktion der Antikörper gegen Schilddrüsenperoxidase / Hinweis auf erhöhte Inzidenz von Typ-2-Diabetes je nach Selenspiegel

WIESBADEN (hem). Ob eine Selenzufuhr bei Autoimmunthyreoiditiden mehr nutzt oder eher schadet, ist umstritten. Eine Selen-Therapie reduziert etwa die Antikörper gegen Schilddrüsenperoxidase. Aber es gibt auch Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Selensubstitution und erhöhter Inzidenz von Typ-2-Diabetes bei Dicken. Eine Option kann sein: Selen-Substitution ja, hohe Dosierungen nein.

Professor Karl-Michael Derwahl aus Berlin gab beim Wiesbadener Schilddrüsen-Symposium 2008 einen Überblick über fünf wichtige Erkenntnisse zur Selen-Substiution:

Und: Männer und Raucher hatten ein deutlich gesteigertes Diabetesrisiko, wenn ihre Selenspiegel erhöht waren.

Eine allgemeine Empfehlung für eine Selen-Therapie bei Thyreoiditis gab Derwahl aufgrund der widersprüchlichen Daten nicht. In Deutschland könnte eine Selen-Substitution durchaus Sinn machen. Die ungünstigen Daten in Zusammenhang mit zusätzlicher Selenzufuhr rührten hauptsächlich von US-amerikanischen Verhältnissen her, bei denen man ohnehin schon von einer Selen-Überversorgung ausgehen müsse. Dort, so mutmaßte der Endokrinologe, könnten die positiven antioxidativen Wirkungen von Selen bei zusätzlicher Zufuhr in prooxidative Effekte umschlagen.


Protektiver Effekt allerdings nur bei bestimmten Patientengruppen
Selen schützt vor Harnblasenkarzinom
09.12.08 - Dass Selen schützend gegen Harnblasenkarzinome wirken kann, vermuten Forscher schon länger. Nun zeigt sich: Die protektiven Effekte machen sich offenbar nur bei bestimmten Patientengruppen bemerkbar. Profitieren können vor allem Frauen, Raucher und Patienten mit Veränderungen im p53-Gen.
Das stellten Forscher um Dr. Margaret Karagas von der Dartmouth Medical School in Hanover (US-Bundesstaat New Hampshire) fest. Sie hatten die Selen-Konzentrationen im Blut von 767 Patienten, die an Blasenkrebs litten, mit denen von 1.108 Kontrollprobanden verglichen.
Eine inverse Korrelation zwischen Selen-Werten und dem Auftreten von Harnblasenkarzinomen stellten die Wissenschaftler bei Frauen und Rauchern fest, nicht jedoch in der Gesamtbevölkerung. Bei Blasenkrebs-Patienten, bei denen eine Mutation im Gen p53 vorlag, waren die Karzinome bei höheren Selen-Spiegeln signifikant geringer ausgeprägt. Normalerweise gehen Veränderungen des p53-Gens mit besonders aggressiven Tumoren einher.
"Es gibt verschiedene Signalwege, über die ein Tumor entstehen kann", stellt Karagas fest. Einer davon sei offenbar mit dem Tumorsuppressor p53 verknüpft. Selen greife wahrscheinlich in diesen Signalweg ein und beeinflusse daher nur bestimmte Subtypen von Blasenkarzinomen. Die Forscherin plant nun, die Ergebnisse in einer größeren Studiengruppe zu überprüfen. Sie hofft, dass Folgestudien mehr über die beteiligten Mechanismen ans Licht bringen. Die aktuellen Ergebnisse publizieren die Wissenschaftler in "Cancer Prevention Research".http://www.aerztlichepraxis.de
Quelle: American Association for Cancer Research