SELEN
| Sportmedizinische
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Selen Syn.: Selenium Abk.: Se
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Mineralien. Das Erfolgsprogramm. von Andreas Jopp, Ulrich Strunz Jetzt bestellen Gebundene Ausgabe - 223 Seiten Erscheinungsdatum: September 2003 ![]() |
| Glutathion-peroxidase
Fgb.: enzym eine Peroxidase in Erythrozyten (s.u. Glutathion), deren Mangel (mit autosomal-rezessivem Erbgang) zu hämolytischer Anämie führt. Die G. wirkt im antioxidativen Verteidigungssystem gegen toxische Sauerstoffmetaboliten. |
Bio- Selen. Natürlicher Schutz für unser Immunsystem. Hademar Bankhofer Preis: DM 13,57 EUR 6,94 Taschenbuch - 176 Seiten Erscheinungsdatum: 2002 Hier bestellen! |
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Selen ist ein Teil der Schlüsselenzyme gegen freie Radikale,
z.B. der Glutathion-Peroxidase, einem der stärksten
körpereigenen Antioxidantien. Seine Hauptfunktion liegt in der Verhinderung der Oxidation von Fetten (=Lipide). Es wirkt besonders synergistisch mit Vitamin E, um Antikörper zu erzeugen und für ein gesundes Herz und Leber zu sorgen. In Studien der University of Arizona konnte das Krebsrisiko um 41% und die Rate der Krebstoten um 52 % gesenkt werden. Vielen Böden fehlt Selen und folglich auch den darauf wachsenden Pflanzen. ( - ) nicht bekannt ( +) Vitamin E Effektive tägliche Dosierungen liegen zwischen 100 und 400mcg, vorzugsweise organisch gebunden als Selenmethionin. Dosierungen über 800mcg täglich in Formen wie Natriumselenit können toxisch werden. Selen ist Bestandteil der Glutathionperoxidase und hat damit antioxidative Eigenschaften und wirkt zusätzlich der toxischen Wirkung von Cadmium, Quecksilber, Thallium und Silber entgegen. Diskutiert wird deshalb, ob über Selen die Krebsentstehung gehemmt werden kann. Für Selen gibt es noch keine Vorstellungen über den Bedarf, da keine eindeutigen Mangelerscheinungen beim Menschen bekannt sind. Daher reichen die Angaben für eine ausreichende Versorgung von 20 - 100 µg/Tag. Wegen der großen Unterschiede im Selengehalt der Böden schwankt der Selengehalt in Lebensmitteln sehr stark. Reich an Selen sind vor allem proteinreiche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Innereien, aber auch Nüsse. Vegetarier haben deshalb keine schlechtere Selenversorgung. Getreide weisen abhängig vom Standort mittlere Gehalte auf. Eine zu hohe Zufuhr über bestimmte Präparate sollte vermieden werden, da Selen in zu hoher Menge (sicher ab etwa 50-facher Menge der Tageszufuhr) toxisch wirkt. Selen ist ein Spurenelement, das in hohen Dosen giftig ist. Wichtige Aufgaben sind: stärkt das Immunsystem hemmt die Entstehung freier Radikale hilfreich bei rheumatischen Erkrankungen und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt gegen Krebs Ein Mangel führt zu: Herzstörungen Gelenkschwellungen Die DEG schätzt den täglichen Selenbedarf auf 20 - 100 µg. Zu den selenreichen Nahrungsmittel gehören Hülsenfrüchte, Sonnenblumenkerne und Getreide. Selenmangel Selen Bedarf: 250-300µg/Tag (50-500µg/Tag); Überdosierung bei mehrmonatiger 100facher Tagesdosierung. Nebenwirkungen: bis 2.000 µg/Tag wurden keine beobachtet. Die Selenzufuhr sollte daher 400 µg/Tag auf Dauer und kurzfristig 1.000 µg/Tag nicht überschreiten. Bei Einnahme von mehr als 3.000 µg/Tag treten gastrointestinale Störungen, Kopfschmerzen, Haarausfall und knoblauchartige Atemluft auf. Diese Symptome verschwinden nach Absetzen von Selen nach 1-2 Wochen. Die gleichzeitige Gabe von Vitamin C hemmt die Aufnahme von Selen in der Form anorganischer Salze (Natriumselenit), jedoch nicht - falls Selen in organischer Form z.B. als Hefe - verabreicht wird. Selenmangel bei: Alkoholismus, Muskelerkrankungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Multipler Sklerose und Krebs. Medikamentöse Selengaben werden verabreicht, um Schwermetalle abzubauen. Selen ist als Antagonist zu Cadmium, Kupfer, Kobalt, Tellur, Zink, Vanadium, Silber und Quecksilber zu betrachten. Zahnfleischzerstörungen in der Umgebung von Dentalamalgam kann eventuell durch Selen verhindert werden. Selenmangel eventuell bei: Rheuma, Infarkt, Bluthochdruck, Abwehrschwäche und Schwermetallbelastung. Selenmangel bei Leberstörungen, grauem Star und vorzeitigem Altern. Physiologische Selenwirkungen: Schutz vor freien Radikalen und damit Schutz vor Chromosomenschäden, Erhöhung der körpereigenen Resistenz gegen pathogene Keime, Viren und Schwermetalle; des weiteren krebsschützende Wirkung. Selen ist zur Erhaltung praktisch aller Organfunktionen notwendig. Selen schützt auch gegen die Beschleunigung von Altersvorgängen und Schädigungen des genetischen Apparates.Außerdem verhindert es wahrscheinlich die Krebsentstehung und kontrolliert die Blutblättchenaggregation und damit Bluthochdruck und Gerinnungsvorgänge. Auch schützt Selen vor Katarakten und anderen Augenerkrankungen und durch Diabetes mellitus ausgelösten Retinaschäden. Selenmangel führt weiters auch zu Haar- und Nagelwuchsstörungen, erhöhter Strahlenempfindlichkeit der Haut, Schilddrüsendysfunktion und zur schnelleren Gewebealterung. Dosierungen: Krebs/Hochrisikogruppe - präventiv 300-400µg/d Krebs/ bei marginaler Versogung - präventiv 100-200µg/d Infarkte, [Schlaganfall] (signifikante Wirkung) 100µg/d Rheuma (signifikant) 300µg/d [Remissionen bei 1000µg+A+C+E] pharmakologische Dosierungen bei Erkrankungen 100-1000µg/d Erhaltungsdosis bei Jugendlichen und Erwachsenen 60-100µg/d Es gibt auch Empfehlungen zur präventiven Verwendung von Selen bei Rauchern und Alkoholismus. Selen wird bis 1000µg/d nicht akkumuliert.Chronische Toxizität bei ca. 5000µg/d. Die Selenversorgung in der westlichen Welt ist vor allem durch die Agrartechnologie, die Umwelteinflüsse, die Lebensmitteltechnologie und den sauren Regen kritisch. Selenvergiftungen sind außerordentlich selten. Erst nach einer längeren Einnahme von 2400 bis 3000 µg Selen über längere Zeit treten Vergiftungserscheinungen auf. Männer sind auf Selen empfindlicher als Frauen. Selen als Methionin oder Cystin ist im allgemeinen sehr viel weniger Giftig als anorganische Verbindungen die für den therapeutischen Gebrauch eher abzulehnen sind. Entgiften kann man mit Vitamin C und 1,3-Dimercaptopropanol. In den Industriestaaten ist die Selenversorgung von künstlich ernährten Säuglingen nicht ausreichend. Babynahrung ist außerdem wesentlich Selenärmer als Muttermilch. Herzvergrößerungen bei Säuglingen und Kleinkindern sollten immer auch unter dem Gesichtspunkt des Selenmangels (Keshan-Krankheit) betrachtet werden. Sehr niedrige Selenaufnahmen wurden auch bei diätetisch über längere Zeit behandelten und künstlich ernährten Patienten beobachtet werden wie z.B. Phenylketonurie. Bei einem extremen Selenmangel durch z.B. parenterale Ernährung entfärben sich die Fingernägel auf charakteristische Weise. Selen schützt signifikant vor allem in der Kombination mit Vitamin E und C vor Herzinfarkt. Adjuvans ist Selen aber auch bei sehr vielen anderen Herzerkrankungen wie Altersherz, Koronarspasmen, Endokarditis, Extrasystolie, Hypertonie, Myokarditis und kardialen Ödemen. Bereits nach 3 Monaten wird von 70% der Patienten eine wesentliche Veringerung der Beschwerden bei rheumatisch-arthritischen Syndromen durch die Gabe Selenhefe-Tabletten zusammen mit Vitamin A, C und E berichtet. Adjuvante Krebstherapie durch Selengabe: Verminderung der Schmerzen, Verbesserung der Beweglichkeit der befallenen Körperteile, Verkleinerung und Erweichung der Tumore. Selen muß zur maximalen Schutzwirkung lebenslänglich oder möglicht frühzeitig zugeführt werden. Eindeutige Schutzwirkung auch bei relativ spät erfolgter Zufuhr bekannt! In der Krebstherapie als adjuvans 800 - 2000µg Selen über längere Zeit (Monate und mehrere Jahre). Zur Rezidivprophylaxe, Abschwächung von Strahlenschäden und zur Verminderung der toxischen Nebenwirkung chemotherapeutisch Behandelter. Präventiv sollten mindestens 100- 200 µg Selen pro Tag zusätzlich zugeführt werden. Besonders gut resorbiert wird SelenMethionin. Die epidemologische Absicherung der Selenwirkung ist außerordentlich signifikant und ist in den Originalarbeiten sowie bei G. N. Schrauzer nachzulesen. Selen-Quelle: pflanzliche und tierische Nahrungsmittel, in Fisch, Eigelb, Fleisch, Weizenkeimlingen und Innereien. Die Bioverfügbarkeit von Selen ist in pflanzlichen Nahrungsmitteln wesentlich höher als in tierischen. Selen in Lebensmitteln Der Tagesbedarf an Selen beträgt für Frauen 55 Mikrogramm, für Männer 70 Mikrogramm. Selen ist in folgenden Lebensmitteln des Schweizer Marktes (in Mikrogramm pro
hundert Gramm) enthalten:
"Madame, damit ihre Augen glänzen". Der charmante französische Pharmavertreter reicht während eines Vitaminkongresses das neue Selenpräparat seiner Firma. Und er hat nicht ganz unrecht. Das Glänzen der Augen als Zeichen guter Gesundheit stellt sich ein, wenn der Nährstoff- und Selenmangel im Körper behoben ist. Der Chemiker Berzelius entdeckte 1871 im Bleikammerschlamm einer Schwefelsäurefabrik Selen und nannte es wegen seines Glanzes nach der Mondgöttin Selene. Lange Zeit sahen Forscher Selen als giftig an. Erst 1957 erkannte man seine Funktion, Mangelkrankheiten infolge falscher Ernährung zu vermeiden. Seit 1979 wird Selen therapeutisch bei Patienten eingesetzt, die künstlich ernährt werden. Als zentraler Bestandteil des Radikalfängerenzyms Glutathionperoxidase ist Selen für den menschlichen Organismus lebenswichtig und muß durch Ernährung zugeführt werden. In Deutschland sind die Böden zur Kultivierung von selenhaltigem Getreide durch jahrzehntelange Monokultur jedoch so sehr an Selen verarmt, daß unausweichlich Mangel entsteht. So mancher fortschrittliche Bäcker bietet daher selenhaltiges Brot oder Brötchen an. Weitere selenhaltige Lebensmittel sind Seefisch, Fleisch und Eigelb. Selen ist ein sehr wirksames Gegenmittel bei Schwermetallbelastungen mit Blei (aus Autoabgasen und alten Wasserleitungen), Cadmium (bei allen Rauchern und übermäßigen Schokolade- Essern) und Quecksilber (aus Amalgamfüllungen und Fischen aus belasteten Gewässern). Selen geht mit diesen Schwermetallen unlösliche Verbindungen ein, die über die Verdauung ausgeschieden werden können. Die durchschnittliche Selenzufuhr von 30 bis 50 Mikrogramm pro Tag ist jedoch für die Schadstoffbelastung der Menschen in unserer Region zu niedrig. Der tägliche Bedarf liegt bei 50 bis 200 Mikrogramm pro Tag; erst oberhalb von 1000 Mikrogramm Selen können toxische Nebenwirkungen einsetzen. Selenmangel stellten Mediziner bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, koronaren Herzkrankheiten, Allergien, Rheuma, Leberzirrhose, Krebs und den chronischen Krankheiten wie der muskulären Dystrophie und der Mucoviscidose fest. Auch bei Augenerkrankungen wie dem grauen Star, bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und des Darms sowie Schilddrüsenerkrankungen kann Selen eine Rolle spielen. Bekannt ist der Zusammenhang zwischen Selen und Krebs: je geringer die Selengehalte der landwirtschaftlich genutzten Böden und damit die Selenzufuhr mit der Nahrung ist, desto häufiger tritt Krebs auf. Selen setzt nicht nur die Nebenwirkungen von Krebs-Chemotherapeutica auf Herz und Nieren herab, es verhindert selbst das Tumorwachstum in Haut, Leber und Dickdarm. Das Sterberisiko an Herz- und Kreislauf-Erkrankungen geht mit zunehmendem Blutspiegel an Selen zurück, ebenso die Häufigkeit entzündlicher rheumatischer Erkrankungen. Die britische "Arthritis Society" empfiehlt, die Nahrung mit Selen und den Vitaminen A, C und E zu ergänzen. Im Alter geht der Selengehalt im Blut zurück: durch einseitige Ernährung, geringe Nahrungsaufnahme und vermehrte Radikal-Oxidationsvorgänge im Körper entsteht ein starkes Defizit an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Zusätzlich machen die im Alter zunehmenden Krankheiten des Herzens, Arteriosklerose, Störungen des Immunsystems und Krebs die von Fachleuten überwachte Nahrungsergänzung wichtig. Studie: Selen verringert Zahl der Krebs-Fälle 27.12.1996 Berliner Morgenpost BM/dpa Chicago - Die regelmäßige Einnahme des Spurenelements Selen kann in selenarmen Regionen das Todesrisiko durch Krebs um die Hälfte verringern. Die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung kann so um 37 Prozent reduziert werden. Das geht aus einer Langzeitstudie mit mehr als 1300 Amerikanern hervor. Die Ergebnisse wurden im Journal der Amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA Bd. 276, Nr. 24, S. 1957) veröffentlicht.Eine Teilnehmergruppe der Untersuchung nahm viereinhalb Jahre lang täglich 200 Mikrogramm Selen in Tablettenform ein. In der Gruppe traten 37 Prozent weniger Krebserkrankungen und 50 Prozent weniger Todesfälle durch Krebs auf, als in der Kontrollgruppe, die ein Scheinpräparat schluckte.Im einzelnen hatte die Selen-Gruppe 63 Prozent weniger Prostatakrebs, 58 Prozent weniger Darm- und Rektaltumoren und 46 Prozent weniger Lungenkrebsfälle als die Kontrollgruppe. Dagegen zeigte die tägliche Selengabe keinen Einfluß auf die Entwicklung von Haut-, Blasen- und Brustkrebs oder Tumoren an Kopf und Hals.Die angeblich krebsvorbeugende Wirkung von Selen wurde erstmals in den 60er Jahren festgestellt. Ein selenhaltiges Enzym soll maßgeblich am Abbau der sogenannten freien Radikalen beteiligt sein, die ständig im Körper entstehen und das Gewebe schädigen können. In Deutschland herrscht nach Expertenmeinung kein Selenmangel, die Selenversorgung ist aber rückläufig. Ist Selenmangel für den Ausbruch der AIDS-Epidemie verantwortlich? Spurenelement Selen - schützt als Antioxidans vor Zellschäden Selen gehört zu den lebenswichtigen Spurenelementen. 1817 wurde es von Berzelius entdeckt, doch erst 1957 wurde Selen als für den Menschen essentiell erkannt. 1973 wurde Selen als Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase entdeckt, das in der antioxidativen Abwehr eine wichtige Rolle spielt. Der Gesamtbestand im Körper beträgt etwa 3 bis 15 Milligramm, hauptsächlich ist Selen in den Blutplättchen, in den Nieren, in der Leber und im Drüsengewebe vorhanden. Selen hat viele
wichtige Funktionen im Körper Die 10 Selen-reichsten Lebensmittel enthalten je 100 Gramm
In vielen Regionen Europas, auch in Deutschland, enthalten die Böden nur wenig Selen, daher sind in den regional angebauten und hergestellten Lebensmitteln oft ebenfalls nur geringe Selenmengen vorhanden. Selen ist an die Eiweißfraktionen in Lebensmitteln gebunden, Hauptquellen sind Seefische, Muskelfleisch, Eier (vor allem Eigelb) und Getreideprodukte. Von den außereuropäischen Lebensmitteln ist die Paranuss sehr selenreich. Selen ist leichtflüchtig, daher können Verluste durch die Verarbeitung von Lebensmitteln entstehen. Der tägliche Bedarf an Selen Der Selenbedarf ist bis heute nicht genau bestimmt. Schätzungen gehen von mindestens 20 bis zu maximal 300 mcg Selen täglich aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt einen Bedarf von 20 bis 100 mcg täglich für Kinder ab 10 Jahren und für alle Erwachsenen an. Die durchschnittliche Zufuhr aus der Ernährung liegt zwischen 25 und 85 mcg, sie ist teilweise als zu niedrig einzuschätzen und kann evtl. an der Grenze zum Mangel liegen. Amerikanische Empfehlungen gehen von einem Bedarf von 1 mcg Selen pro Kilogramm Körpergewicht aus. Zur Erhaltung der schützenden Funktionen von Selen gehen Fachleute heute von einem Bedarf von etwa 100 mcg täglich aus. Ein Mehrbedarf kann bei verschiedenen Krankheiten und Belastungen vorhanden sein. Wann besteht ein erhöhter Bedarf an Selen? Bei alten Menschen finden sich häufiger niedrige Selenspiegel, vermutlich durch zunehmend einseitige, prozessierte Ernährung, aber auch durch geringere Aufnahmen an Lebensmitteln. Die ausreichende Selenversorgung ist aufgrund der vielen schützenden Funktionen im Alter besonders wichtig. Bei Rauchern sind oft hohe Cadmiumwerte bei meist niedrigen Selenspiegeln zu finden, auch bei erhöhter Quecksilberbelastung kann Selen fehlen. Bei einer Reihe von Krankheiten sind die Selenspiegel oft erniedrigt, das gilt z.B. für Rheuma, Herzkrankheiten und Krebs. Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Selen
Deckt die
tägliche Ernährung den Bedarf an Selen? Die Selengehalte in Lebensmitteln sind bei uns im allgemeinen gering. Männer kommen durchschnittlich auf 47 mcg, Frauen auf 38 mcg Selenaufnahmen täglich. Die Bandbreite der Zufuhren können von 10 mcg bis zu 275 mcg täglich reichen, zumindest ein Teil der Bevölkerung dürfte nur gering mit Selen versorgt sein. Vor allem bei einem Mehrbedarf durch Krankheiten oder durch schwere Belastungen könnten Selenzufuhren aus der Ernährung nicht ausreichend sein. Wenn Selen im Körper fehlt Selenmangelkrankheiten sind bei uns nicht bekannt, sie kommen in einigen Gebieten Chinas und in Ostsibirien vor. Dort können schwere Selenmängel zu einer krankhaften Vergrößerung des Herzens und zu schweren Erkrankungen der Gelenke führen. Störungen der Muskelfunktionen bei Selenmangel wurden erst bei Zufuhren von unter 10 mcg pro Tag beobachtet. Geringe Selenzufuhren können aber zu einer Reihe krankhafter Entwicklungen beitragen. Selen-Blutspiegel unterhalb der Norm finden sich oft bei Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, bei koronarer Herzkrankheit, Krebs und Leberzirrhose. Bei koronaren Herzkrankheiten zeigte sich, dass die Krankheitsentwicklung mit Selen in Beziehung steht. Je mehr Selen zugeführt wurde, um so stärker sank das Risiko, daran zu erkranken. Auch bei einigen Krebskrankheiten zeigten sich ähnliche Beziehungen. Niedrige Selenspiegel im Blut erhöhen die Risiken für Krebserkrankungen. Ausreichend Selen kann die Verträglichkeit von Krebsmedikamenten verbessern, ohne deren Wirksamkeit zu beeinträchtigen. Und Selengaben können dazu beitragen, die Tumoren der Haut, der Leber und des Dickdarms zu hemmen. Heute gehört die Selengabe meist zur unterstützenden Behandlung bei Krebskrankheiten. Beziehungen mit Selen wurden auch bei rheumatischen Erkrankungen beobachtet. Sie gehen oft mit einem niedrigen Selenstatus einher, wobei der Grad der Beschwerden mit niedrigen Selenspiegeln verbunden ist. Ausreichende Selengaben können z.B. bei Rauchern und bei der Belastung durch Amalgam dazu betragen, Cadmium zu entgiften und Quecksilber in seiner Giftigkeit zu mindern. Kann man Selen überdosieren oder gibt es Nebenwirkungen? Selen gilt bei der Aufnahme von bis zu 400 mcg täglich als sicher, auch wenn es über längere Zeit zugeführt wird. Bei überaus hohen Dosen von mehr als 2000 mcg täglich wurden Nebenwirkungen beobachtet, es kann z.B. zu gastrointestinalen Störungen, Kopfschmerzen und Haarausfall kommen. Die Symptome verschwinden in der Regel ein bis zwei Wochen nach Absetzen der Hochdosen. Selen zur Vorbeugung - und wieviel? Um einer Unterversorgung mit Selen
vorzubeugen, dürften bei normaler Ernährung Ergänzungen von 20 bis 30 mcg
Selen täglich ausreichend sein. Um einen größeren Selenmangel auszugleichen,
werden meist zwischen 50 bis 100 mcg täglich als Ergänzung empfohlen.
Selengaben über 50 mcg sind verschreibungspflichtig. Funktionen des Selens: Selen ist ein für den Menschen essentielles Spurenelement, das immer mehr an medizinischer Bedeutung gewinnt. Folgende physiologische Wirkungen werden durch Selen hervorgerufen: 1. Verstärkung der Körperabwehr In einer Studie an mehr als 1750 Menschen aus dem Großraum Wien, die iin unserem Labor durchgeführt wurde, ging hervor, daß 52% dieser Personen einen Selenmangel aufwiesen. Das heißt, jeder zweite dieser Menschen hat nicht ausreichend Selen zur Verfügung und damit sind die vom Selen ausgehenden Wirkungen nicht voll erreichbar. Symptome des Selenmangels sind: 1. Infektanfälligkeit Wie kann man einem Selenmangel vorbeugen? Selen
Ärzte Zeitung, 22.08.2000 Selen 1. Selen ist ein starkes Antioxidans.
Positive Wirkung von Antioxidantien (Vitaminen) auf
Patienten mit Pankreatitis ( Bauchspeicheldrüsenentzündung) Verstärkte Entzündung durch SelenmangelIn US-Studie schwerere Pneumonie durch Influenza bei selenarm ernährten MäusenNEU ISENBURG (slp). Bei Selenmangel kann nach den Ergebnissen einer
Untersuchung bei Mäusen die Lungenentzündung nach Influenzainfektion schwerer
verlaufen. Die Studie ist an der Universität von North Carolina in den USA unter
Leitung von Melinda Beck gemacht worden (The FASEB Journal 15, 2001, 1481). Ein
Teil der Mäuse bekam eine Selenmangeldiät, der andere wurde mit ausreichend
Selen ernährt. Nachdem die Nager mit Influenza A-Viren infiziert worden waren,
untersuchten die Forscher anhand verschiedener Parameter 21 Tage lang, wie sich
die Entzündung in der Lunge entwickelte. Daß die Grippe bei den Mäusen mit
Selenmangel schwerer verlief, wurde durch die signifikant stärkeren
pathologischen Veränderungen der Lungen und die signifikant höhere Anzahl an
Entzündungszellen in der Spülflüssigkeit nach bronchoalveolärer Lavage deutlich.
Auch auf die Produktion von Cytokinen und Chemokinen hatte der Selenmangel
Einfluß. Auf den Virus- und Antikörpertiter hatte sich der Mangel aber nicht
ausgewirkt. |
Prostatakarzinom: Schützt Selen?
BALTIMORE. Männer mit wenig Selen im Blut haben ein vier- bis fünffach
erhöhtes Risiko an einem Prostatakarzinom zu erkranken.
Dies zeigt eine Fall-Kontroll-Studie, die in der Dezemberausgabe des Journal of
Urology (2001; 166: 2034–2038) erschienen ist. James Brooks von der Stanford
Universität et al. haben bei Teilnehmern der Baltimore Longitudinal Study Selen
im Serum bestimmt. 52 Teilnehmer, die später (Diagnose durchschnittlich 3,8
Jahre nach der Blutprobe) an einem Prostatakrebs erkrankten, hatten deutlich
niedrigere Selenkonzentrationen als 96 altersgleiche Teilnehmer, die gesund
blieben.
In der obersten Quartile der Serumkonzentration (>13,3 µg/dl) betrug das
relative Risiko 0,15. Der 95-prozentige-Konfidenzintervall (0,05-0,5) lässt kaum
Zweifel an einem Zusammenhang. Ob man deshalb älteren Männern raten sollte, sich
vermehrt von Paranüssen und Thunfisch (beide selenhaltig) zu ernähren oder
täglich Vitaminpräparate zu schlucken, ist damit aber noch nicht gesagt. Hierzu
laufen derzeit an der Stanford-Uni und anderen US-Zentren Interventions-studien.
Diese haben in der Vergangenheit nicht selten gezeigt, dass sich die Ergebnisse
von Fall-Kontroll-Studien sich nicht immer in eine sinnvolle Primärprävention
umsetzen lassen. www.aerzteblatt.de (03.12.01)
Chronische Pankreatitis Update: Diagnostik und Therapie 2000: Schlusswort
Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 3 vom 19.01.01, Seite A-117
MEDIZIN: Diskussion
zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Paul Georg Lankisch Prof. Dr. med. Peter Layer
in Heft 33/2000
Ein eventuell günstiger Effekt einer
Antioxidanzientherapie bei akuter und chronischer Pankreatitis wird seit langem
diskutiert. Hierzu liegen jedoch
bis jetzt nur wenige Untersuchungen vor.
Kuklinski et al. (3) berichteten 1991 über eine randomisierte Studie, in der
acht von 17 Patienten mit akuter nekrotisierender Pankreatitis eine adjuvante
Therapie mit Natriumselenit erhielten. Acht der
neun (89 Prozent) Patienten in der Kontrollgruppe verstarben. Davon betroffen
war jedoch keine Patient der Selen erhalten
hatte. Ein Jahr später berichtete die gleiche Arbeitsgruppe erneut über
einen günstigen Effekt einer adjuvanten Antioxidanzientherapie mit
Selen und D-a-
Tocopherol bei 99 Patienten. Von diesen Patienten hatten etwa zwei Drittel eine
interstitielle Pankreatitis und ein Drittel zeigte eine nekrotisierende
Pankreatitis. Die Letalität sank von 1982 bis 1999 in einer historischen
Vergleichsgruppe von 34,4 Prozent auf 1,1 Prozent (2). Beide Studien wurden
wegen der zu kleinen Patientenzahlen und vor allem wegen der ungewöhnlich hohen
Letalität in den Vergleichsgruppen kritisiert.
In Tierexperimenten ließ sich kein günstiger Effekt einer Antioxidanzientherapie
auf den Verlauf einer akuten Pankreatitis nachweisen (4). Auch in einer
klinischen Studie war die Antioxidanzientherapie nicht wirksam (6). Allerdings
weisen etwa ein Drittel aller Patienten mit nekrotisierender Pankreatitis einen
erniedrigten Selenplasmaspiegel auf. Dieser
Befund korreliert jedoch nicht mit dem Schweregrad und mit der Prognose der
Erkrankung (5). In einer kontrollierten Studie mit 20 Patienten mit akuter
Pankreatitis, die randomisiert entweder Selen
oder ein Placebo erhielten, lag die Letali-
tät in beiden Gruppen bei zehn Prozent. Auch diese Studie ist zu klein, um einen
eventuellen klinischen Effekt von Selen zu
beweisen oder auszuschließen (1).
Da also der Beweis für den Nutzen einer adjuvanten Selentherapie
bei akuter Pankreatitis fehlt, wurde diese Behandlungsform von uns nicht in
unseren Übersichtsartikel aufgenommen.
Literatur
1. Birk D, Schoenberg MH, Eisele S, Mbock A, Rau B, Beger HG: Die Bedeutung der
Sauerstoffradikale bei akuter Pankreatitis. Klinische und experimentelle
Ergebnisse der Radikalenfängertherapie. Med Klin 1995; 90 (Suppl 1): 32–35.
2. Kuklinski B, Buchner M, Müller T, Schweder R: Antioxidative Therapie der
Pankreatitis – eine 18-monatige Zwischenbilanz. Z Gesamte Inn Med 1992; 47:
239–245.
3. Kuklinski B, Buchner M, Schweder R, Nagel R: Akute Pankreatitis – eine „Free
Radical Disease“. Letalitätssenkung durch Natriumselenit
(Na2SeO3)-Therapie. Z Gesamte Inn Med 1991; 46: 145–149.
4. Niederau C, Niederau M, Borchard F, Ude K, Lüthen R, Strohmeyer G, Ferrell
LD, Grendell JH: Effects of antioxidants and free radical scavengers in three
different models of acute pancreatitis. Pancreas 1992; 7: 486– 496.
5. Schulz H-U, Abicht K, Halangk W, Päge I, Niederau C: Rolle freier
Sauerstoffradikale bei akuter und chronischer Pankreatitis. In: Beger HG, Manns
MP, Greten H: Molekularbiologische Grundlagen der Gastroenterologie. Berlin,
Heidelberg, New York: Springer 1995: 279– 293.
6. Sharer NM, Scott PD, Deardon DJ, Lee SH, Taylor PM, Braganza JM: Clinical
trial of 24 hours’ treatment with glutathione precursors in acute pancreatitis.
Clin Drug Invest 1995; 10: 147–157.
Prof. Dr. med. Paul Georg Lankisch
Medizinische Klinik
Städtisches Klinikum Lüneburg
Bögelstraße 1
21339 Lüneburg
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Krebsprävention durch Ernährung: Vitaminpillen können Gemüse nicht ersetzen
Deutsches Ärzteblatt 94, Heft 5 vom 31.01.97, Seite A-216
Es ist belegt, daß sich zahlreiche Krebsfälle durch eine
entsprechende Ernährung verhindern lassen. Welches sind jedoch genau die
schützenden Faktoren? Welche Substanzen der pflanzlichen Nahrung oder auch
synthetischer Art können welche Krebsform verhindern oder stoppen? Diese Fragen
behandelte kürzlich ein internationales Symposium im Deutschen
Krebsforschungszentrum in Heidelberg.
Wir sollten in die Schulen gehen und den Kindern beibringen, viel Obst und
Gemüse zu essen", so brachte Prof. Michael Hill das A und O der Krebsprävention
auf den Punkt. Der Wissenschaftler arbeitet für die European Cancer Prevention
Organization in Slough (Großbritannien). Wie er erklärte, hat man viele der
schützenden Substanzen in pflanzlicher Nahrung identifiziert. Sie lassen sich in
vier Gruppen einteilen:
1. Vitamine und Provitamine
2. andere Mikronährstoffe (zum Beispiel Selen,
Zink, Kalzium)
3. Ballaststoffe und verwandte Substanzen
4. "Anti-Karzinogene" (Indole, Polyphenole, Flavonoide etc.).
Die meisten von ihnen verhindern nach Angaben des Wissenschaftlers eher die
Krebsinitiation als die Progression. Deshalb sei es wichtig, in jungen Jahren
mit einer gesunden Ernährung zu beginnen.
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=4878
Die Gabe von Natriumselenit
als flankierende Maßnahme kann die Behandlung von Lymphödemen sinnvoll
unterstützen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der österreichische Arzt
Dr. Renato Kasseroller auf dem 45. Deutschen Ärztekongreß in Berlin vorgestellt
hat. An der Studie nahmen 84 Patientinnen und Patienten teil, die, meist nach
einem chirurgischen Eingriff im Rahmen einer onkologischen Behandlung, an einem
chronischen Lymphödem litten. Der Studie zufolge unterstützt
Selen die Ausschwemmung des Lymphödems und das Ausheilen des
Erysipels. Das Natriumselenit wurde als
Selenase®-Trinkampulle nüchtern in der ersten
Woche in einer Dosis von 1 000 µg/d, danach mit 300
µg/d verabreicht. In der
niedrigen Tagesdosis von 300 µg über längere Zeit eingenommen, verhindert
Selen das Auftreten von Rezidiven. So hatten
nach fünf Monaten 50 Prozent der unbehandelten, aber keine der behandelten
Patientinnen ein Rezidiv erlitten. Außerdem erspart die Gabe von
Selen die Antibiotikaprophylaxe, die
gelegentlich angesetzt wird, um Infektionen des immungeschwächten, ödematösen
Gewebes vorzubeugen. Die begleitende Selen-Therapie
verbesserte zudem den Zustand der Haut, die durch die starke Spannung, unter der
das Gewebe steht, häufig fibrös verdickt, derb und hyperkeratotisch wird.
Nebenwirkungen wurden in keinem Fall beobachtet.
Neue epidemiologische Studien belegen eine weltweite
Zunahme atopischer Erkrankungen einschließlich des Asthma bronchiale. Die
Ursachen sind vielfältig. Vor allem spielen Belastungen durch Allergene,
chemisch-irritativ oder toxisch wirkende Schadstoffe in unserer Umwelt, in
Innenräumen und an unseren Arbeitsplätzen sowie soziopsychologische Faktoren
eine Rolle. Die Schwebstoffkonzentrationen der Luft korrelieren sowohl akut als
auch in der Langzeitbeobachtung mit der auf respiratorische Diagnosen bezogenen
Morbidität und Mortalität.
Die Lunge hat wie kein anderes Organ engsten Kontakt mit der Umwelt: Die
Oberfläche der Atemwege beträgt einige Quadratmeter, jene der Lungenbläschen
etwa 90 Quadratmeter. Täglich strömen hierüber und verweilen dort jeweils für
kurze Zeit 20 bis 30 m³ Luft, die wir für den lebensnotwendigen Gasaustausch
unseres Organismus, die Sauerstoffaufnahme und die Kohlendioxidabgabe,
benötigen. Diese Luft enthält eine Vielzahl potentiell schädlicher Bestandteile
aus unserer natürlichen Umwelt und aerogene Abfallprodukte unserer Zivilisation.
Partikel und Tröpfchen mit einem Durchmesser von mehr als 3 µm werden
überwiegend in den Atemwegen, jene, die kleiner als 3 µm sind, zu einem
wesentlichen Anteil in den Lungenbläschen deponiert. Für Gase gilt, daß sie um
so früher im Atemtrakt aufgenommen werden, je höher ihre Wasserlöslichkeit ist.
Es gibt Hinweise, daß die industrielle Revolution im 18. und 19. Jahrhundert mit
einer Zunahme von Heuschnupfenerkrankungen einherging (58). In den vergangenen
zwei Jahrzehnten kam es in den meisten Industrieländern zu einer Verdoppelung
der Prävalenz des Asthma bronchiale, aber auch der allergischen Rhinitis und des
atopischen Ekzems, zum Beispiel in Neuseeland, Australien, Kanada, England,
Finnland (1, 9, 12, 13, 24, 40, 47, 58, 67). Neuere Umweltstudien weisen auf
eine erhöhte Asthma-Prävalenz in westlichen Städten mit hohem Verkehrsaufkommen
hin (11). Bemerkenswerterweise werden aber in ostdeutschen Städten wie Leipzig,
wo in der Vergangenheit hohe SO2-Belastungen vorlagen, das Bronchialasthma
seltener, Bronchitiden dagegen signifikant vermehrt diagnostiziert (39).
Ursachen und Zusammenhänge
Die heute verbesserte Diagnostik erklärt die vorgenannte Entwicklung in den
Krankheitsstatistiken nur zu einem geringen Teil. Auch lassen sich genetische
Einflüsse als wesentliche Ursache innerhalb eines so kurzen Zeitraumes
ausschließen.
Die Bedeutung neuer soziopsychologischer Problemfelder ist unklar, aber an
Einzelfällen immer wieder erkennbar, die aus veränderten gesellschaftlichen
Gegebenheiten resultieren, zum Beispiel aus der Reizüberflutung und dem
"Alleingelassensein" des modernen Menschen in der Einkindfamilie mit
berufstätiger Mutter.
Auch Veränderungen der Nahrungszusammensetzung und -aufbereitung könnten einen
Einfluß haben, indem sie die Widerstandsfähigkeit gegen Schadstoffe
beeinflussen. Wie sich aus Untersuchungen in England ergibt, nehmen wir heute
mit unserer Nahrung weniger direkt (zum Beispiel Ubiquinon) oder indirekt als
Kofaktoren (Selen, Zink, Kupfer, Vitamine C, E,
A) antioxidativ wirkende Stoffe auf. Unter Asthmapatienten wurden verminderte
Selenspiegel nachgewiesen (22, 63). Erniedrigte
FEV1-Werte waren mit einer niedrigen VitaminC-Aufnahme verbunden. Vitamin C soll
einen Schutzeffekt bezüglich der schädigenden Wirkung von Ozon, NO2,
Cholinergika und Histamin an den Atemwegen haben (17, 37, 38, 73).
Die größte Bedeutung für die Zunahme allergischer und nichtallergischer
Atemwegskrankheiten wird den folgenden Luftschadstoffen unserer heutigen Umwelt
zugeschrieben.
Mehr: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=277
Mangelhafte Wundheilung durch Zink- und Selendefizit
Eine Studie der Wissenschaftler T. Weber und M. Rückgauer, Stuttgart, ergab, daß die verzögerte Wundheilung bei Diabetikern auf ein Defizit an Selen und Zink zurückzuführen ist. Der wahrscheinliche Grund dafür liegt im erhöhten oxidativen Stress. Der Selenmangel beeinträchtigt das antioxidative Netzwerk, während das Zinkdefizit die Immunabwehr schwächt.
Quelle: American Journal of Nutrition
Grippeviren werden bei selenarmer Ernährung
aggressiver
Aus relativ harmlosen Grippeviren können
durch eine Ernährung, die arm an Selen ist, aggressive Erreger
werden.Wissenschaftler der Universität von North Carolina infizierten
Mäuse mit dem Grippeerreger Influenza A Bangkok. Eine Gruppe bekam normale, die
andere selenarme Nahrung.
Resultat: Die Mitglieder der selenarm gefütterten Gruppe bekam
signifikant häufiger eine schwere Lungenentzndung, als die normal ernährten.
Anschließende Untersuchungen ergaben eine starke genetische Vernderung des Virus
bei den mangelernährten Probanden. Die Forscher nehmen an, daß die Erkenntnisse
auf den Menschen übertragbar sind. Die beteiligte Ernährungswissenschaftlerin
Melinda Beck kommentierte die Ergebnisse: Eine Mangelernährung kann Epidemien
offenbar auf eine Weise fördern, wie man es bisher nicht vermutete. Was wir am
Grippevirus beobachtet haben, kann ebenso für Aids- oder Ebola-Viren zutreffen.
Larry Clark vom Arizona Cancer Center in Tucson
startete 1983 eine heute vielzitierte Doppelblindstudie, die - randomisiert und
placebokontrolliert - belegen sollte, dass Selen vor Hautkrebs schützt. Im
Rahmen des Versuchs erhielten 1312 Probanden aus einer Region mit Selenmangel
durchschnittlich 4,5 Jahre lang täglich 200 µg Selen in Form von Selenhefe oder
ein Placebo. Allerdings lässt sich im Einzelfall nicht sagen, wie lange die
Versuchspersonen Supplemente einnahmen. Die Nachbeobachtungsphase dauerte
durchschnittlich knapp zwei Jahre.Bei der Aufbereitung der Daten zeigte sich ,
dass andere Krebsformen in der Selengruppe signifikant seltener auftraten:
Die Häufigkeit von Tumoren der Lunge sank um 46%, des Darmes um 58% und der
Prostata um 63%.
Die gesamte Krebssterblichkeit ging um die Hälfte zurück. Toxische Effekte der
Selenhefe wurden nicht beobachtet.
SELEN IN DER INTENSIVMEDIZIN
T. Zimmermanna, S. Albrechtb, S. Hankea, G. von Gagerna
Chir Gastroenterol 2000; 16 (suppl 1) : 1-4
aKlinik für Viszeral-, Thorax und Gefäßchirurgie, bKlinik und Poliklinik für
Gynäkologie und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische
Universität Dresden
Abstract. Mit der Entdeckung des Selens als essentielles Spurenelement und der
Glutathionperoxidase als Selenoenzym sowie der Tatsache, daß Selenmangel relativ
weit verbreitet ist, wurde erstmals ein Zusammenhang zu einigen schweren
Erkrankungen hergestellt (Keshan-Krankheit, Kaschin-Beck-Syndrom). Interessant
ist dabei, daß sich trotz dieser und anderer bekannter Selenmangelerkrankungen
eine Therapie in der Humanmedizin nur langsam zu etablieren beginnt, während die
Selensupplementation in der Veterinärmedizin bereits Standard ist. Die Autoren
beschäftigen sich seit 1990 mit der Rolle des Spurenelements Selen bei
septischen Krankheitsbildern in der Intensivmedizin, beim Reperfusionsphänomen
nach gefäßchirurgischen Eingriffen und in der Onkologie. Sie konnten zeigen, daß
die adjuvante Therapie der akuten Pankreatitis und der Sepsis mit Natriumselenit
einen positiven Effekt auf das Outcome der Patienten zu haben scheint (eine
multizentrische, doppelblind, randomisierte Sepsisstudie zur Validierung dieser
Ergebnisse ist in Vorbereitung). Neue Erkenntnisse zur Beeinflussung von
Transkriptionsfaktoren durch Selen bei systemischem Inflammationssyndrom und
Sepsis erlauben eine wissenschaftlich fundierte Interpretation der klinischen
Ergebnisse. Weitere molekularbiologische Untersuchungen werden das Spurenelement
Selen zu einem der interessantesten Forschungsprojekte der nächsten 10 Jahre in
Intensivmedizin und Onkologie machen.
Krebs vorbeugen ...Selen
Dass Selen in der Prävention von Tumorerkrankungen eine herausragende
Bedeutung zukommt, konnte mittlerweile in drei großen Interventionsstudien
belegt werden. Die jüngste und gleichzeitig aussagekräftigste ist die im Jahr
1996 veröffentlichte Clark-Studie. In der randomisierten, plazebokontrollierten
Doppelblindstudie waren knapp 1000 ältere Patienten mit behandeltem
Nichtmelanom-Hautkrebs entweder mit 200 µg Selen pro Tag oder mit einem Plazebo
behandelt worden. Nach einer Behandlungszeit von im Mittel 4,5 Jahren und einer
Beobachtungszeit von etwa 6,5 Jahren stellte sich heraus, dass in der
Selengruppe nur halb soviele Patienten an Krebs verstorben waren als in der
Plazebogruppe. Auch die Anzahl der Neuerkrankungen ging stark zurück. Besonders
deutlich war der Schutzeffekt des Selens im Hinblick auf Prostata- (um 63
Prozent verminderte Inzidenz), Kolorektal- und Lungenkarzinome.
Hehr et al. (1997) behandelten Patienten mit fortgeschrittenem
Rektumkarzinom, die unter einer adjuvanten Radiochemotherapie standen,
zusätzlich mit Selen. Nach jedem Zyklus der Chemotherapie mit Fluorouracil
erhielten die Patienten täglich 2000 und nach jeder Bestrahlung des Tumors und
der Lymphknoten 400 µg Natriumselenit. Einmal wöchentlich wurden die
Auswirkungen der Krebstherapie auf bestimmte Parameter erfasst. Von besonderem
Interesse waren dabei Durchfall, Dysurie, Hunger, Appetit, Übelkeit und
Erbrechen. Ergebnis: Ein radioprotektiver Effekt von Selen ließ sich sowohl in
vivo- als auch auf in vitro belegen. Rodemann et al. führten die Studien über
die Radioprotektion von Selen im Jahr 1999 weiter fort. Die Wissenschaftler
bestrahlten kultivierte Plattenepithelkarzinom-Zellen und normale Haut
Fibroblasten in Anwesenheit von Natriumselenit nach einem bestimmten zeitlichen
Schema. Dabei stellte sich heraus, dass die Fibroblasten unter dem Einfluss des
antioxidativ wirksamen Spurenelements vor den Auswirkungen der Strahlung
geschützt waren, nicht jedoch die Krebszellen.
Dieses Ergebnis ist von großer Bedeutung für die komplementäre Onkotherapie.
Denn es entkräftet die lang gehegte Befürchtung, dass Antioxidantien in der
Krebsbehandlung nicht nur Körperzellen vor Radikalschäden schützen, sondern auch
die Wirkung bestimmter Zytostatika - die ja ihre Wirkung ebenfalls über eine
Bildung freier Radikale entfalten - zunichte machen könnten. Die Daten von
Rodemann et al. zeigen jedoch erstmals, dass der radioprotektive Effekt des
Selens sich allein auf normale, nicht maligne veränderte Zellen beschränkt.
Therapeutisch erwünschte Strahlenschäden an Krebszellen, so lässt sich aus den
Untersuchungsergebnissen schließen, werden durch die Anwesenheit von Selen nicht
vereitelt. Im Gegenteil: Es gibt in der Literatur sogar Hinweise darauf, dass
Selen die Sensibilität von Tumorzellen gegenüber Zytostatika erhöht.
Untersuchungen zeigen, dass das Spurenelement in der Lage ist, Tumorzellen, die
gegenüber bestimmten Zytostatika resistent sind, zu resensibilisieren. Der
Mechanismus: Selen vermindert die Menge an freiem reduziertem Glutathion in der
Krebszelle - so lange, bis deren oxidative Abwehr zusammenbricht. Gleichzeitig
wird in der bereits vorgeschädigten Tumorzelle ein Selbstmordprogramm (Apoptose)
induziert.
Transportvehikel für Selen entdeckt
BERLIN (eb). Das Spurenelement Selen aus der Nahrung wird offenbar in
das Eiweißmolekül Selenprotein P eingebaut und über das Blut in die anderen
Organe transportiert. Das haben unter anderen Berliner Forscher an der Charité
um Professor Josef Köhrle herausgefunden. Wie sie in der Zeitschrift "Biochemical
Journal" (370, 2003, 397) berichten, ist das Protein für den Transport von Selen
aus der Leber in das Zielgewebe von herausragender Bedeutung.
Die Forscher haben dies bei Mäusen entdeckt, denen das Gen für Selenprotein P
fehlte. Die meisten Knock-out-Mäuse überlebten zwar, wuchsen jedoch schlecht und
entwickelten ataktische Störungen. Zwar sei der Selengehalt in der Leber erhöht,
in Blutplasma und in anderen Geweben dagegen sehr niedrig gewesen. Offenbar wird
Selen aus der Leber nicht weitertransportiert. Wie es in einer Mitteilung der
Charité heißt, könnte die Konzentration des Proteins als Tumormarker genutzt
werden. Ärzte Zeitung, 28.02.2003
Selen: Mangelversorgung erhöht Krebsrisiko
Berlin (dpa) - Eine mangelnde Versorgung mit dem Spurenelement Selen erhöht
Experten zufolge das Krebsrisiko. Selen schütze den Körper vor
Alterungsprozessen im Herz-Kreislauf- und im Immunsystem, teilt die Deutsche
Krebshilfe in Bonn mit. Auch helfe es dem Körper, die so genannten Freien
Radikale abzubauen. Dabei handelt es sich um zellschädigende
Sauerstoffverbindungen. Enthalten sei Selen vor allem in Fisch, Fleisch und
Eiern, außerdem in Vollkorngetreide, Naturreis, Kokosnüssen und Sojabohnen. Der
Selengehalt im Getreide schwanke jedoch je nach Region und sei in Deutschland
eher gering, so die Experten. Weizen aus den USA enthalte rund 50 Mal mehr Selen
als deutscher Weizen. Auch bei Nüssen sei der Selengehalt bei exotischen Sorten
höher. Eine gezielte Selen-Einnahme zur Nahrungsergänzung sollte jedoch immer
mit dem Arzt abgesprochen werde, da eine zu hohe Dosis zu Vergiftungen führen
kann, warnt die Krebshilfe.21. März 2003
Selen - ein lebenswichtiges Spurenelement
(Frankfurt/Main) Deutsche Gesundheitshilfe:
Ein
Selenmangel kann zu
ernsthaften Gesundheitsstörungen führen +++ neue Aufklärungsbroschüre
informiert..
Selen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das regelmäßig mit der
Nahrung aufgenommen werden muss. Wenn wir auch nur kleinste Mengen davon - also
Spuren - brauchen, so ist es dennoch unverzichtbar, damit Immunsystem und
Stoffwechsel funktionieren, unser Körper mit Stress, Umweltverschmutzung,
Krankheiten und anderen Einflüssen besser fertig wird.
Leider enthält die tägliche Nahrung nicht genügend Selen, um den Körper
ausreichend zu versorgen. Deutschland gehört deshalb neben vielen anderen
europäischen Ländern zu den Selenmangelgebieten. Weltweite Forschungen belegen:
Zahlreiche Gesundheitsstörungen gehen mit einem Defizit an Selen einher, wie zum
Beispiel erhöhte Infektanfälligkeit (insbesondere in der Erkältungszeit),
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, chronisch entzündliche
Darmerkrankungen (Morbus Crohn und colitis ulcerosa), Rheuma und Diabetes. Auch
mangelnde Zeugungsfähigkeit des Mannes sowie Schilddrüsenfunktionsstörungen
können eine Folge sein.
Das fein abgestimmte Immunsystem des Menschen reagiert besonders sensibel auf
einen Selenmangel. Ohne Selen kann die volle Abwehrleistung nicht entfaltet
werden. Auch die Fähigkeit, Krebszellen zu bekämpfen, ist bei Selenmangel
vermindert. Eine ausreichende und regelmäßige Zufuhr des Spurenelementes
unterstützt das Immunsystem in seiner natürlichen Funktion.
Neben einer zu geringen Zufuhr kann ein Selenmangel auch durch Belastung mit
Schwermetallen (z.B. aufgrund von Zigarettenrauch oder Umweltbedingungen)
hervorgerufen werden. In der Folge können erhebliche gesundheitliche
Einschränkungen wie Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Depressionen, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Haut- und
Schleimhautveränderungen bis hin zu ernsthaften Organschäden entstehen. Das "Burn-out-Syndrom",
das "sich-völlig-ausgebrannt-fühlen", kommt ebenfalls sehr häufig vor. Eine
ausreichende Selenversorgung kann den Körper nicht nur vor
Schwermetallbelastungen schützen sondern auch zum Abbau der Schwermetalle im
Körper beitragen.
Eine neue Aufklärungsbroschüre aus der Gesundheitsreihe der Deutschen
Gesundheitshilfe e.V. informiert ausführlich, verständlich und übersichtlich
über das Thema Selen und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen. Neben einer
Beschreibung der lebenswichtigen Aufgaben des Spurenelementes, der Ursachen für
eine Selen-Unterversorgung und der Möglichkeiten des Ausgleiches, gibt die
Broschüre Auskunft über den täglichen Selenbedarf, vermittelt wertvolle
Ernährungstipps und zeigt auf, wie man seinen persönlichen Selenstatus bestimmen
kann.
Die Aufklärungsbroschüre "Selen - Ein lebenswichtiges Spurenelement" erhalten
Interessierte gegen einen mit EUR 1,53 frankierten und adressierten Rückumschlag
DIN A5 bei der Deutschen Gesundheitshilfe, Stichwort "Selen", Postfach 940303,
D-60461 Frankfurt.
Hier gibt's
Selen
selen+amalgan
Epilepsie: Ausreichend Selen schützt
Berlin (dpa/bb) - Eine ausreichende Zufuhr des Spurenelements Selen schützt nach
Angaben der Berliner Charité im Tierversuch vor Epilepsie und Hirnzelltod. «Es
wäre lohnenswert, Epileptiker und Schlaganfall-Patienten auf ein zu niedriges
Selen-Niveau im Blut zu untersuchen», sagte am Mittwoch die
Charité-Neurobiologin Anja Bräuer zu den Konsequenzen der Untersuchung an
Ratten. Tiere mit selenarmer Nahrung hatten doppelt so starke Krampfanfälle wie
Tiere mit normaler Ernährung. Die Forscher um Robert Nitsch aus dem Institut für
Anatomie der Charité hatten einer Rattengruppe extrem selenarme Nahrung gegeben
und die Kontrollgruppe normal ernährt. Anschließend lösten sie bei den Tieren
durch ein Medikament Krampfanfälle aus. «Es zeigte sich, dass die selenarmen
Ratten doppelt so starke und langandauernde Krämpfe erlitten», sagte Bräuer.
Auch die Menge an abgestorbenen Hirnzellen belief sich auf das Doppelte. «Selen
in ausreichenden Mengen ist essenziell für das Gehirn», so Bräuer. Sie verwies
auf ein Experiment Aachener Ärzte, die 1994 zwei Kleinkindern zusätzliches Selen
verabreichten, worauf sich deren Krampfanfälle verringerten. Die Ergebnisse der
Bräuer/Nitsch- Versuche wurden im November 2002 in der Fachzeitschrift der
Federation of the American Societies for Experimental Biology (FASEB Journal)
veröffentlicht.3. April 2003
Selen - ein
lebenswichtiges Spurenelement
Deutsche Gesundheitshilfe:
Ein Selenmangel kann zu ernsthaften Gesundheitsstörungen führen
(Frankfurt/Main)
Selen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das regelmäßig mit der Nahrung
aufgenommen werden muss. Wenn wir auch nur kleinste Mengen davon - also
Spuren - brauchen, so ist es dennoch unverzichtbar, damit Immunsystem und
Stoffwechsel funktionieren, unser Körper mit Stress, Umweltverschmutzung,
Krankheiten und anderen Einflüssen besser fertig wird.
Leider enthält die tägliche Nahrung nicht genügend Selen, um den Körper
ausreichend zu versorgen. Deutschland gehört deshalb neben vielen anderen
europäischen Ländern zu den Selenmangelgebieten. Weltweite Forschungen
belegen: Zahlreiche Gesundheitsstörungen gehen mit einem Defizit an Selen
einher, wie zum Beispiel erhöhte Infektanfälligkeit (insbesondere in der
Erkältungszeit), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, chronisch
entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und colitis ulcerosa), Rheuma
und Diabetes. Auch mangelnde Zeugungsfähigkeit des Mannes sowie
Schilddrüsenfunktionsstörungen können eine Folge sein.
Das fein abgestimmte Immunsystem des Menschen reagiert besonders sensibel
auf einen Selenmangel. Ohne Selen kann die volle Abwehrleistung nicht
entfaltet werden. Auch die Fähigkeit, Krebszellen zu bekämpfen, ist bei
Selenmangel vermindert. Eine ausreichende und regelmäßige Zufuhr des
Spurenelementes unterstützt das Immunsystem in seiner natürlichen Funktion.
Neben einer zu geringen Zufuhr kann ein Selenmangel auch durch Belastung mit
Schwermetallen (z.B. aufgrund von Zigarettenrauch oder Umweltbedingungen)
hervorgerufen werden. In der Folge können erhebliche gesundheitliche
Einschränkungen wie Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Depressionen, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Haut- und
Schleimhautveränderungen bis hin zu ernsthaften Organschäden entstehen. Das
"Burn-out-Syndrom", das "sich-völlig-ausgebrannt-fühlen", kommt ebenfalls
sehr häufig vor. Eine ausreichende Selenversorgung kann den Körper nicht nur
vor Schwermetallbelastungen schützen sondern auch zum Abbau der
Schwermetalle im Körper beitragen.
Eine neue Aufklärungsbroschüre aus der Gesundheitsreihe der Deutschen
Gesundheitshilfe e.V. informiert ausführlich, verständlich und übersichtlich
über das Thema Selen und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen. Neben
einer Beschreibung der lebenswichtigen Aufgaben des Spurenelementes, der
Ursachen für eine Selen-Unterversorgung und der Möglichkeiten des
Ausgleiches, gibt die Broschüre Auskunft über den täglichen Selenbedarf,
vermittelt wertvolle Ernährungstipps und zeigt auf, wie man seinen
persönlichen Selenstatus bestimmen kann.
Die Aufklärungsbroschüre "Selen - Ein lebenswichtiges Spurenelement"
erhalten Interessierte gegen einen mit EUR 1,53 frankierten und adressierten
Rückumschlag DIN A5 bei der Deutschen Gesundheitshilfe, Stichwort "Selen",
Postfach 940303, D-60461 Frankfurt.
Anmerkung: Selen ist z.B. in den Fitline-Produkten Zellschutz-Drink und
Restorate enthalten.
geschrieben von Deutsche Gesundheitshilfe am 25.03.03
Niedrige
Selenkonzentration
mit gesteigertem Prostatakarzinom-Risiko assoziiert
Männer mit niedrigem Selenspiegel im Blut haben laut einer im ‚Journal of
Urology’ publizierten Studie ein vier- bis fünffach erhöhtes Risiko ein
Prostatakarzinom zu entwickeln.
Dies zeigt eine Fall-Kontroll-Studie von Dr. James Brooks von der Stanford
Universität und Kollegen. Die Wissenschafter haben bei Teilnehmern der
Baltimore Longitudinal Study Selen im Serum bestimmt. 52 Teilnehmer, die
später (Diagnose durchschnittlich 3,8 Jahre nach der Blutprobe) an einem
Prostatakrebs erkrankten, hatten deutlich niedrigere Selenkonzentrationen
als 96 altersgleiche Teilnehmer, die gesund blieben.
In der obersten Quartile der Serumkonzentration (13,3 µg/dl bis 18,2 µg/dl)
betrug das relative Risiko im Vergliech zur untersten Quartile (8,2 µg/dl
bis 10,7µg/dl) 0,15 [p=0,01]. Der 95% Konfidenzintervall (0,05-0,5) lässt
wenig Zweifel an einem Zusammenhang.
Weiteres Indiz für einen Zusammenhang zwischen Selenkonzentration und
Prostatakarzinom-Risiko: die Konzentration des essentiellen Spurenelementes
sinkt signifikant mit dem Alter der Probanden (p<0,001).
Die oben beschriebenen Resultate unterstützen die Hypothese, dass eine
Steigerung der Selen-Aufnahme – entweder mittels gezielter Ernährung (z.B.
Paranüsse oder Thunfisch) oder mit Vitamin-Präparaten – das
Prostatakarzinom-Risiko reduziert werden könnte. Hierzu laufen derzeit an
der Stanford-Uni und anderen US-Zentren Interventionsstudien. Diese haben in
der Vergangenheit nicht selten gezeigt, dass sich die Ergebnisse von
Fall-Kontroll-Studien sich nicht immer in eine sinnvolle Primärprävention
umsetzen lassen (DÄB). 26.11.02 www.medaustria.at
Quelle: J Urology; 2001, 166: 2034-2038
Asthma: Erhöht embryonaler Mangel an
Selen und Eisen das
Risiko?
Bei der Entstehung von Asthma spielt scheinbar die Versorgung der
Embryonen mit den Spurenelementen Selen und Eisen eine entscheidende Rolle. In
den Milchzähnen sind Informationen aus der Embryonalentwicklung gespeichert, die
eine Risikoabschätzung erlauben.
Der Grundstein für verschiedene chronische Erkrankungen kann bereits im Laufe
der Schwangerschaft gelegt werden. Die oberen zwei Schneidezähne entwickeln sich
noch im Mutterleib und dokumentieren den Ernährungsstatus des Embryos im Laufe
der Schwangerschaft.
Wissenschaftlern des Kings College in London standen für ihre Untersuchung etwa
12.000 Milchzähne zur Verfügung, die im Rahmen der Avon Longitudinal Study of
Parents and Children – ALSPAC – gesammelt wurden. 250 Milchzähne von Kindern mit
und ohne Asthma wurden ausgewählt und eine Schmelzanalyse auf die Spurenelemente
Selen und Eisen durchgeführt.
Erste vorläufige Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass eine höhere Aufnahme
von Selen während der Schwangerschaft, das Risiko für Keuchen in der frühen
Kindheit reduziert. Embryonen, die während der Schwangerschaft besser mit Eisen
versorgt waren, litten im weiteren Verlauf ihrer Kindheit seltener unter Keuchen
oder Ekzemen.
Die Autoren hoffen, der Aufklärung der Ursachen von chronischen Erkrankungen wie
Asthma bronchiale einen Schritt näher gekommen zu sein.
Quelle: Nach Informationen von BBC News, Juli 2003
Mehr epileptische Krampfanfälle und abgestorbene
Hirnzellen bei
Selenmangel
BERLIN (eb). Mit dem Internationalen Schrauzer-Preis sind Dr. Nicolai
Savaskan und Dr. Anja Bräuer von der Charité in Berlin ausgezeichnet worden.
Sie erhielten den mit 5000 Euro dotierten und vom Unternehmen biosyn
gestifteten Preis für ihre Forschung zur Prävention von und Therapie bei
Schlaganfall und Epilepsie mit Natriumselenit.
Ihre Versuche mit Ratten hatten ergeben, daß Tiere mit Selenmangel öfter
epileptische Krampfanfälle und mehr abgestorbene Hirnzellen hatten als
Tiere, die normal ernährt waren. Der Preis ist nach dem Selenforscher
Professor Gerhard N. Schrauzer benannt. Ärzte Zeitung, 04.09.2003
Studie mit Präparate mit den Inhaltsstoffen Selen,
Silimarit, Solidago und Bromelain
Gesundheit & Service Schonendere Chemotherapie mit Hilfe der Natur
Heidelberg (AP) Mit Hilfe der Naturheilkunde wollen Krebsexperten die
Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern. Vor allem das Spurenelement Selen
sowie Inhaltsstoffe der Mariendistel, der Goldrute und der Ananas scheinen
Leber, Niere, Blase und andere Organe von Tumorpatienten vor negativen Effekten
dieser belastenden Behandlungsform schützen zu können, wie Cornelia von Hagens
von der Universitäts-Frauenklinik in Heidelberg berichtet. Bislang gebe es dafür
jedoch noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise.
Dies wollen die Heidelberger Mediziner jetzt ändern. In einer Studie werden 150
Brustkrebs-Patientinnen vor der Chemotherapie einer von drei Gruppen zugeordnet.
Eine Gruppe erhält eine einstündige Beratung zu Ernährung und Lebensführung
sowie Präparate mit den Inhaltsstoffen Selen, Silimarit, Solidago und Bromelain.
Die zweite Gruppe wird nur beraten, und die dritte erhält ein Merkblatt über
vitaminreiche Ernährung. Die Patientinnen sollen ein Tagebuch über ihr Befinden,
ihre Aktivitäten und die Medikamenteneinnahme führen und werden regelmäßig in
der Universitätsfrauenklinik befragt und untersucht.
Interessierte Patientinnen können sich an die Ambulanz für Naturheilkunde und
integrative Medizin der Frauenklinik unter der Telefonnummer 06221/568-321
wenden.12. September 2003
Einfluss des Selenstatus auf die Pathogenese
mykobarkterieller Erkrankungen 21.10.03
Resultate einer Studie im ‚Journal of AIDS’ lassen vermuten, dass der
Selenstatus bei HIV-Positiven einen profunden Einfluss auf die Pathogenese
mykobakterieller Erkrankungen haben könnte.
Innerhalb einer zweijährigen Beobachtungsperiode untersuchte ein
Wissenschafterteam der University of Miami (Dr. Gail Shor-Posner et al.) den
Einfluss des Selenstatus auf die Entwicklung mykobakterieller Erkrankungen
HIV-Positiver. Evaluiert wurden Daten von 259 HIV-Positiven drogenabhängigen,
die randomisiert entweder Selen (200g/d) oder Plazebo erhielten. 12 Patienten
entwickelten während der Beobachtungszeit eine mykobakterielle Erkrankung, diese
wurden mit 32 Kontrollsubjekten – adjustiert auf Alter, Geschlecht und
HIV-Status – ohne respiratorische Krankheit verglichen.
Bei HIV-Positiven mit CD4-Zellzahlen unter 200/mm3, Malnutration und einem
Selenspiegel unter 135 Mirkogramm/Liter war das Risiko der Entwicklung einer
mykobakrteriellen Erkrankung 13fach erhöht.
Multivariate Analysen ergaben, dass nach Kontrolle auf die Einnahme einer
antiretrovirale Therapie und CD4-Zellzahl sowohl Body Mass Index als auch
Selenkonzentration signifikante Faktoren hinsichtlich des Risikos einer
mykobakteriellen Erkrankung waren (RR = 3; p = 0,015).
Die Resultate lassen vermuten, dass der Selenstatus einen deutlichen Einfluss
auf die Pathogenese mykobakterieller Erkrankungen bei HIV-Positiven hat.
www.medaustria.at Quelle: J Acquir
Immune Defic Syndr; 2002, 29: 169-173
Kamut - das Hochenergiegetreide
Kamut und Dinkel als Alternative zu herkömmlichem Weizen
Das Kamut-Korn zählt zu den ersten kultivierten Getreidearten. Lange in
Vergessenheit geraten, wurde Kamut ähnlich wie Dinkel im Rahmen des neu
erwachten Interesses an unverfälschten Lebensmitteln wiederentdeckt. Es wird
heute in vielen Regionen Nordamerikas kultiviert.
Kamut ist ein uralter Verwandter des Hartweizens. Es wurde vermutlich erstmals
von den Ägyptern im fruchtbaren Niltal angebaut. Sie gaben ihm den Namen Kamut,
was soviel wie "Die Seele der Erde" bedeutet.
Viel
Eiweiß und
Selen
Das alte Getreide hat einiges zu bieten: Im Kamut-Korn stecken mehr ungesättigte
Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe als in den modernen Weizensorten.
Besonders hoch ist sein Selen-Gehalt: 200 Gramm Kamut-Brot decken bereits den
Tagesbedarf dieses lebensnotwendigen Spurenelements. Die Besonderheit des Korns
liegt aber in seinem hohen Eiweißgehalt und der Eiweißqualität, enthält es doch
bis zu 40 Prozent mehr Eiweiß als herkömmlicher Weizen.
Hochwertige
Fettsäuren
Kamut wird aufgrund seines hohen Anteils an hochwertigen Fettsäuren, seinen
leicht verdaulichen Kohlehydraten und hochwertigen Eiweiß auch als
"Hochenergiegetreide" bezeichnet. Besonders Kinder und ältere Menschen können
mit Kamut ihren täglichen Speiseplan wertvoll ergänzen. Das Korn hat einen
milden, leicht nußigen Geschmack. Der Verzehr von Kamut hat zudem einen
besonderen Nebeneffekt: Es sättigt lang anhaltend und gibt Energie, ohne den
Organismus zu belasten.
Die besonderen Eigenschaften der Stärke im Kamut-Urweizen bewirken, dass Brot-
und Backwaren länger frisch und locker bleiben. ZDF 23.10.2003
Alternative für Weizen-Allergiker
Eine Studie der International Food Allergy Association (IFAA) kommt zu dem
Ergebnis, dass Kamut von Weizenallergikern gut vertragen wird.
In Fisch, Leber und Getreide
Selen,
Zink: Kicks für die Gesundheit
Selen ist ein wichtiges Spurenelement, das eine große Rolle in der menschlichen Immunabwehr spielt. Viele wissenschaftliche Untersuchungsprojekte haben einen Zusammenhang zwischen Selen-Mangel und einem zunehmenden Risiko bei der Entstehung von Krebs und Herzgefäßerkrankungen dokumentiert. http://www.wochenanzeiger.de/article/36199.html
Im Tierversuch schützt bei Diabetes Selen das Herz
Injektionen mit dem Spurenelement verringern Glukosekonzentration im Blut /
Vermehrung von Kollagen gebremst
BADEN-BADEN (bwa). Das Risiko eines Diabetikers, an einer KHK zu erkranken und
an einem Herzinfarkt zu sterben, läßt sich vielleicht künftig durch eine
Selen-Therapie drastisch reduzieren. Hinweise dafür gibt es aufgrund aktueller
Forschungsergebnisse bei Tieren.
Die Studienergebnisse hat Professor Belma Turan von der Universität Ankara in
der Türkei bei der 37. Medizinischen Woche Baden-Baden auf dem von dem
Unternehmen biosyn unterstützten "Schrauzer-Symposium" vorgestellt.
Der Forschungsansatz von Turan bezieht sich auf die These, daß
Diabetes-induzierte Veränderungen am Herzmuskel auf oxidativem Streß beruhen.
Unter dieser Voraussetzung wäre eine gezielte Therapie mit Antioxidantien ein
vielversprechender Ansatz. Turan hat sich in ihrer Untersuchung für Selen
entschieden, das als Bestandteil von Selenenzymen stark an der oxidativen
Streßabwehr beteiligt ist.
Um ihre These zu überprüfen, behandelte die Wissenschaftlerin Ratten mit dem
Glukosamin-Derivat Streptozotocin. Dadurch kommt es zu ähnlichen Symptome wie
bei Typ-1-Diabetes, auch zu Kardiomyopathie. Dann injizierte sie den Tieren vier
Wochen lang Natrium-Selenit, und zwar täglich 5 Mikrogramm pro Kilogramm
Körpergewicht.
Ergebnis: Bereits nach zwei Wochen hatte keine der Ratten einen erhöhten
Blutglukosewert. Am Ende der Therapie waren sogar die Zellschädigungen am
Herzmuskel zurückgebildet. Auch die unter der Streptozotocin-Behandlung
entstandene Zunahme der Kollagenfasern und Degenerationen der Herzfibrillen
wurden gebremst. Damit ging eine Normalisierung des Aktionspotentials einher,
was auch für eine Zurückbildung der Kardiomyopathie spricht.
Turan vermutet, daß eine Natrium-Selenit-Therapie die Herzkomplikationen bei
Diabetes lindern könnte. Dies wurde von Selen-Pionier Professor Gerhard
Schrauzer aus San Diego in Kalifornien, nach dem das Symposium benannt wurde,
als eine vielversprechende Therapie-Option bei Diabetes bewertet. Ärzte Zeitung,
21.11.2003
Pflanze produziert antikarzinogene Nahrungsergänzungen-
in ihrem Gewebe baut sie ungewöhnlich hohe Mengen einer
Selenverbindung
Ein Wissenschaftler der Purdue University
http://www.purdue.edu hat eine Pflanze geschaffen, die nicht nur zur
Produktion von antikarzinogenen Nahrungsergänzungen führen, sondern auch bei der
Entfernung von überschüssigem Selen von landwirtschaftlichen Anbauflächen zum
Einsatz kommen könnte. Die Einführung eines Gens, das eine Selentoleranz
erlaubt, hat David Salt die Entwicklung von Pflanzen ermöglicht, die in ihrem
Gewebe ungewöhnlich hohe Mengen einer Selenverbindung aufbauen können. Erst
kürzlich haben Studien nachgewiesen, dass Selen das Prostatakrebsrisiko um 60
Prozent verringern kann.
Laut Salt sei jetzt bekannt, wie Pflanzen gentechnisch verändert werden müssen
um diese antikarzinogene Selenverbindung herzustellen. "Das bedeutet, wir
verfügen über die genetischen Möglichkeiten, auch die von der Pflanze
hergestellte Menge zu beeinflussen." Einige Pflanzenarten können schädliche
Wirkungen großer Selenmengen speichern. Diese Selen Hyper-Akkumulatoren
verwandeln das aus der Erde aufgenommene Selen in eine nicht giftige Form,
Methylselenocystein (MSC). Durch das Einbringen des Gens, das für diese
Umwandlung verantwortlich ist, wurde der Modellpflanze Arabidopsis thaliana
ermöglicht, in einer selenreichen Umgebung zu gedeihen und grosse Mengen von
MSC-haltigem Selen in ihrem Gewebe anzusammeln. Das gleiche Verfahren ist laut
Salt auch bei anderen Pflanzen anwendbar.
Selen ist Option zur
Prophylaxe und Therapie bei Autoimmunthyreoiditis
Selen nötig zur Synthese und Aktivierung von Thyroxin / Selenmangel in
Deutschland
MÜNCHEN (jmw). Immer mehr Indizien deuten darauf hin, daß Autoimmunerkrankungen
wie die Hashimoto-Thyreoiditis durch freie Radikale getriggert, also ausgelöst
werden. Das Spurenelement Selen - bekannt als zentraler Baustein antioxidativer
Enzyme - ist deshalb eine Option für die Prophylaxe und Therapie von
chronisch-entzündlichen Schilddrüsenerkrankungen.
"Fast alle wichtigen Erkrankungen, mit denen wir uns täglich in der Praxis
befassen - Atherosklerose, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, bis hin zu Krebs -
gehen auf Schäden zurück, die durch freie Radikale verursacht werden." Darauf
wies der Endokrinologe Professor Armin Heufelder aus München auf einer
Fortbildung des Unternehmens Cefak in München hin.
Auch die Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmunbedingte Schilddrüsen-Entzündung,
wird heute unter anderem mit oxidativen Streß in Verbindung gebracht. Grundlage
der Krankheit ist eine genetische Prädisposition, doch bedarf es nach Aussage
von Heufelder eines Triggers, um die Entzündung zum Ausbruch zu bringen. Früher
wurden vor allem Viren und andere Erreger als Auslöser diskutiert. Heute stehen
die Dysregulation von Sexualhormonen und Streß im Fokus.
"Hier sehen wir auch die Rationale für eine Selentherapie bei Patienten mit
Autoimmunthyreoiditis", so Heufelder. Selenabhängige Enzyme und damit auch Selen
selbst gehören zu den wichtigsten Antioxidantien im Organismus. Sie sind in
allen Zellkompartimenten zu finden. Die Schilddrüse gehört sogar zu den Organen
mit der höchsten Selen-Konzentration. Begründung: Selen neutralisiert hier nicht
nur freie Radikale, sondern ist auch essentiell für die Synthese und die
Aktivierung des Schilddrüsenhormons Thyroxin.
Ein Mangel an Selen, der nach Angaben von Heufelder in Deutschland keine
Seltenheit ist, erhöht daher bei genetischer Prädisposition das Risiko, an einer
Immunthyreoiditis zu erkranken.
Deshalb kann die Therapie mit Selen in Form von Natriumselenit den Verlauf und
die Prognose von Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto Thyreoiditis positiv
beeinflussen, so die Überzeugung des Endokrinologen. Heufelder berief sich dabei
auf zwei aktuelle Studien und auf seine Erfahrungen in der Praxis. Auch bei
Morbus Basedow und bei endokriner Orbitopathie beobachte man positive Effekte.
Ärzte Zeitung, 14.05.2004
Selen hilft,
die Sterblichkeit von Sepsis-Patienten zu senken
Hinweise aus ersten placebokontrollierten Studien / Ergebnisse der
Zwischenauswertung einer randomisierten Studie vorgestellt
FELLBACH (ple). Schwerkranke Patienten mit Sepsis können von einer
Selen-Therapie profitieren. In ersten Studien ließ sich bei den Patienten die
Mortalität von 80 auf 30 Prozent senken. Derzeit läuft eine große randomisierte
Studie dazu.
In Deutschland haben etwa 300 Menschen pro 100 000 Einwohnern eine schwere
Sepsis. In den vergangenen Jahren hat sich die Sterblichkeit bei
Sepsis-Patienten nicht wesentlich verändert, wie Professor Roland Gärtner von
der Uni-Klinik München sagt. Sie liegt noch immer im Mittel bei 50 Prozent. Auch
die moderne Antibiotikatherapie habe darauf keinen wesentlichen Einfluß gehabt,
so der Endokrinologe bei einer Tagung des Unternehmens Biosyn in Fellbach bei
Stuttgart. Anlaß der Tagung war der 20. Jahrestag der Firmengründung.
Der Selenspiegel ist bei Sepsis deutlich verringert mit der Folge, daß die
Aktivität des antioxidativen Enzyms Glutathionperoxidase ebenfalls vermindert
ist. Die ermutigenden Ergebnisse erster placebokontrollierter Studien mit
Natrium-Selenit - von dem Unternehmen als Selenase® angeboten - seien Anlaß für
eine multizentrische, randomisierte Studie bei Patienten mit schwerer Sepsis
gewesen, sagte Gärtner. In der Studie erhalten 230 Patienten 1000 Mikrogramm
Natrium-Selenit als Bolus und dann 1000 Mikrogramm pro Tag für 14 Tage oder
Placebo, und zwar zusätzlich zu der üblichen intensivmedizinischen Therapie.
Nach Angaben von Gärtner konnte den Ergebnissen einer Zwischenauswertung der
Daten von 120 Patienten die Mortalität um zwölf Prozent gesenkt werden. Die
Endauswertung soll in wenigen Monaten vorliegen.
Wie Professor Konrad Reinhart aus Jena berichtete, hat die Sepsis noch immer
nicht die gleiche Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wie Krebs und Aids. Um
die Sepsis-Häufigkeit und die Sterblichkeit bei Sepsis zu senken und die
Öffentlichkeit mehr für diese Krankheit zu sensibilisieren, wurde 2001 die
Deutsche Sepsis-Gesellschaft gegründet. In Zusammenarbeit mit internationalen
Initiativen wie die Surviving Sepsis Campaign wollen die Intensivmediziner
innerhalb von fünf Jahren die Letalität bei Sepsis um 25 Prozent senken. Um
valide Aussagen zum Effekt der Sepsistherapie machen zu können, seien Studien
mit bis zu 2000 Patienten erforderlich.
Ärzte Zeitung, 22.09.2004
Weitere Informationen im Internet unter
www.sepsis-gesellschaft.de
und www.kompetenznetz-sepsis.de/
Schilddrüsen-Probleme - Der heimliche Altmacher
Deutschland ist Jodmangelland. Fast jeder zweite Bundesbürger hat deshalb einen
Kropf. Prof. Fritz Spelsberg erläutert, warum es Frauen viel häufiger trifft und
wie sich Betroffene schnell wieder jünger und fitter fühlen können
Erhöht
Selenmangel das Risiko für eine
Erkrankung der Schilddrüse?
Selen ist einer der wichtigsten Bausteine in der Schilddrüse. Der menschliche
Organismus kann dieses Spurenelement, ebenso wie Jod, nicht selbst herstellen,
sondern muss es von außen zuführen. Mit der Nahrung nehmen wir Deutschen täglich
etwa 30 bis 50 Mikrogramm auf. Damit bewegen wir uns an der unteren Grenze.
Selenmangel begünstigt entzündliche Prozesse in der Schilddrüse wie die
Hashimoto-Störung. Für Hashimoto-Patienten sind deshalb 200 bis 300 Mikrogramm
pro Tag sinnvoll. Diese Dosis über selenreiche Nahrungsmittel wie Butter,
Räucherhering, Paranüsse oder Innereien zu erreichen ist schwierig. Aber es gibt
die Möglichkeit, Selenmangel mit Hilfe spezieller Präparate auszugleichen.
http://www.gesundheitpro.de/PGG/PGGA/pgga.htm?line=1&ressort=11400&rubrik=11409&snr=17129
Genmanipulierte Senfpflanze absorbiert Selen
Reinigung des Bodens
Berkely (pte, 14. Feb 2005 16:00) - Genetisch veränderte indische Senfpflanzen
haben ein kalifornisches Feld, dessen Boden einen überhöhten Selenanteil hatte,
gereinigt, berichtet Nature http://www.nature.com.Dieser erstmalige Feldversuch
mit einer verschmutzungsfressenden transgenen Pflanze beweist, dass diese
Technologie auch außerhalb des Labors funktioniert, so die Forscher.
In bestimmten Regionen von Kalifornien werden die Ackerböden kaum bewässert. Das
Wasser löst aber Selen auf, welches vom Schiefergestein in diesen Regionen
stammt. Wenn Wasser an der Erdoberfläche verdunstet, erreicht Selen eine
Konzentration, die für Pflanzen giftig ist. Aber die indische Senfpflanze (Brassica
juncea) ist gegen Selen resistent - sie absorbiert Selen, wenn es im Wasser
vorhanden ist und durch ihre Wurzeln aufgenommen wird. "Indischer Senf wächst
sehr schnell und erreicht eine hohe Biomasse - auch wenn er stressvollen
Umweltbedingungen ausgesetzt ist", so Norman Terry, Pflanzenbiologe an der
University of California in Berkely http://www.berkeley.edu .
Beim Feldversuch förderten die Forscher die Fähigkeit des indischen Senfs, indem
sie ihm extra Gene zufügten - selenhungrige Enzyme. Der genmanipulierte Senf
konnte 4,3 Mal so viel Selen absorbieren als der natürliche indische Senf.
Insgesamt wurden drei verschiedene transgene Senfpflanzen kreiert. Die
genmanipulierten Pflanzen erreichten in selenverseuchten Böden 80 Prozent ihrer
Größe. Die wilden Pflanzen hingegen wurden aufgrund Selen nur halb so groß wie
in reinem Boden. Die Pflanzen wurden nach 45 Tagen auf dem Feld "geerntet". "Es
ist wichtig, dass man diese Pflanzen in der Natur testet. Diese Ergebnisse
variieren oft sehr stark mit denen aus dem Gewächshaus", so Clayton Rugh,
Pflanzenbiologe an der Michigan State University in East Lansing.
Die Wissenschaft, ungewollte Chemikalien mithilfe von Pflanzen aus dem Boden zu
entziehen, ist unter dem Begriff Phytoremediation bekannt. Auch ein bestimmter
Farn (Pteris vittata) ist in der Lage, dem Boden Arsen zu entziehen, auch ohne
Genmanipulation. Aber laut Rugh könne der Prozess durch Genmanipulation
beschleunigt werden. Vorsichtig müsse man allerdings mit der Kreuzung von
transgenen Pflanzen sein. Sie dürften nicht mit essbarem Getreide gekreuzt
werden. "Wenn eine Pflanze zur Aufnahme von Metallen kreiert wurde, muss man
sicher sein, dass sie nicht mit essbarem Getreide in Berührung kommt", so Rugh.
Aber vielleicht könne die indische Senfpflanze an Vieh verfüttert werden, das an
Selenmangel leide. (Ende)
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Sheila Moser
Selen: Wann es ein
bisschen mehr sein darf
Selen als essenzielles Spurenelement hat immunstärkende und antioxidative, also
zellschützende Eigenschaften. Als Baustein einer Reihe von Enzymen spielt es im
Körper eine wichtige Rolle bei der Entgiftung. Man weiß heute, dass ein Mangel
an Selen den Verlauf chronischer Erkrankungen negativ beeinflusst.
Ein Mehrbedarf an Selen ist nicht nur bei Krebs-, Herz-Kreislauf- oder
Rheuma-Erkrankungen, sondern auch bei schwacher Abwehr und hoher
Infektanfälligkeit sowie bei übermäßigem Alkohol- und Nikotinkonsum gegeben. Zu
den Risikogruppen zählen zudem Diabetiker, Schwangere, stillende Mütter und
Senioren, aber auch Vegetarier und Veganer, also Vegetarier, die zusätzlich auf
Eier und Milchprodukte verzichten.
Deutschland gilt als Selenmangelland. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
(DGE) empfiehlt die Aufnahme von 70 bis 100 Mikrogram Selen pro Tag. Mit 38
Mikrogramm pro Tag für Frauen und 47 mg für Männer liegt die tatsächliche
Selenaufnahme weit hinter den Empfehlungen. Dies wird auf die Selenarmut
landwirtschaftlich genutzter Böden zurückgeführt. Viel Selen enthalten neben
Eiern auch Weizen, Fleisch, Fisch und Huhn. Zusätzlich kann gerade Risikogruppen
die gezielte Nahrungsergänzung in Form von Tabletten, Lösungen oder
Trinkampullen mit Natriumselenit aus der Apotheke zugute kommen. Der Arzt sollte
dabei aber regelmäßig die Selenwerte im Blut kontrollieren.
Die überdosierte Langzeiteinnahme von Selen kann Störungen der Haar- und
Nagelstruktur, Hautrötungen und Hautschwellungen, Erbrechen, Durchfall,
Gewichtsabnahme, Nervenstörungen und Müdigkeit zur Folge haben. Fachleute warnen
daher vor der unkontrollierten Selbstmedikation und Dauereinnahme. Bleiben Sie
auf der sicheren Seite. Informieren Sie sich in Ihrer Apotheke. Hier dürfen Sie
kompetente fachliche Beratung erwarten – zugeschnitten auf Ihre persönlichen
Bedürfnisse. Die Beratung ist eine Serviceleistung der Apotheke. Gut informiert
sein gibt Sicherheit.
03.06.05
Quelle: Neue Apotheken Jllustrierte vom 1. Juni 2005
Selen hilft bei
Rheuma und Thyreoiditis
DÜSSELDORF (mut). Selen kann offenbar bei vielen Autoimmunerkrankungen helfen.
Die Beschwerden bei rheumatoider Arthritis und Hashimoto-Thyreoiditis lassen
sich damit lindern.
Lange Zeit galt Selen als toxisch, inzwischen weiß man, daß das Spurenelement
wichtig ist bei der Immunmodulation, hat Professor Roland Gärtner von der
Universität München beim Medica-Kongreß berichtet. So sind Selen-haltige Enzyme
wie die Glutathion-Peroxidase nötig, um toxische Sauerstoffverbindungen
abzubauen, die etwa bei der Produktion von Schilddrüsenhormonen entstehen.
Schon bei mildem Selenmangel
werde die Produktion dieser schützenden Enzyme deutlich reduziert, so Gärtner.
Zu wenig Selen in der Nahrung könne daher oxidativen Streß verstärken und
chronische Entzündungen wie bei einer Hashimoto-Thyreoiditis verstärken.
Durch eine Selen-Therapie ließen sich die Symptome dagegen lindern: In einer
Studie erhielten 70 Frauen mit der Autoimmunkrankheit drei Monate täglich 200 µg
Natrium-Selenit oder Placebo. Mit Selen sank die Konzentration der
Autoimmun-Antikörper gegen Schilddrüsen-Peroxidasen um 36 Prozent, mit Placebo
um 12 Prozent.
"Mit Selen gingen nicht nur die Antikörperspiegel zurück, die Frauen fühlten
sich auch besser." Andere Studien hätten ergeben, daß sich mit Selen auch die
Beschwerden bei rheumatoider Arthritis (RA) bessern. So wurde der
Kortikoid-Bedarf bei RA-Patienten gesenkt, auch hier ging die Konzentration der
Autoimmunantikörper zurück.
Viel Selen ist in etwa in Fisch und Paranüssen enthalten. Nach Angaben der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist täglich 1µg Selen pro kg Körpergewicht
nötig. Gärtner hält diese Menge jedoch für zu gering.
In Studien hätte sich die doppelte bis dreifache Menge als optimal erwiesen,
bezogen auf eine ausreichende Konzentration Selen-haltiger Enzyme. Ein Problem
sei auch, daß durch die intensive Landwirtschaft die Böden sehr Selen-arm seien.
Eine Lösung könnte sein, Dünger mit Selen anzureichern, sagte Gärtner. Ärzte
Zeitung, 18.11.2005
Gendefekt löst Schilddrüsenhormonstörung aus Mutation
bewirkt starken Selenmangel im Blut
Nature Genetics: Mutations in SECISBP2 result in abnormal thyroid hormone
metabolism Berlin - Ein internationales Forscherteam hat einen Gendefekt
gefunden, der eine Schilddrüsenhormonstörung auslöst. Untersuchungen hätten
ergeben, dass die entsprechende Genmutation einen starken Selenmangel im Blut
bewirke, der wiederum zu der Hormonstörung führe, teilte das Berliner
Universitätsklinikum Charite am Freitag mit. Die Ergebnisse sind in der
aktuellen Ausgabe des Fachblattes "Nature Genetics" (37/2005) nachzulesen.
Das Wissenschafter-Team untersuchte vier Kinder von zwei verschiedenen Familien
aus Saudi-Arabien und Irland. Ihre Blutwerte seien wegen einer seltenen
Schilddrüsenhormonstörung aufgefallen. Untersuchungen an den Chromosomen
zeigten, dass alle vier Kinder den selben Gendefekt hatten.
"Mediziner sollten künftig bei Fehlfunktionen der Schilddrüse unbedingt auch die
Selenversorgung bedenken und gegebenenfalls mit einem Bluttest prüfen, ob die
Patienten ausreichend mit diesem essenziellen Spurenelement versorgt sind",
erklärte Mitautor Lutz Schomburg vom Institut für Experimentelle Endokrinologie
der Charite. Selen ist in Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Steinfrüchten
enthalten. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Selen gilt als beste
Krankheitsprophylaxe in Hinblick auf die Schilddrüse und den Hormonhaushalt.
(APA/dpa)
Selen kann die
Sterberate bei Sepsis senken
BERLIN (eb). Hoch dosiertes Selen kann die Sterblichkeit bei Sepsis senken. Dies
ergab eine doppelblinde, prospektive Studie, für die Dr. Matthias Angstwurm aus
München mit dem Internationalen Schrauzer-Preis ausgezeichnet wurde. Der Preis
ist mit 5000 Euro dotiert und wird von biosyn Arzneimittel gestiftet.
Angstwurm wies nach, daß hochdosiertes Natrium-Selenit (selenase®) die
Sterberate bei Sepsis senkt: Von 116 Patienten, die das Präparat erhielten,
starben 42 Prozent, in der Kontrollgruppe 57 Prozent. Die Studie belege, daß das
kostengünstige Selenit die Sterberate sogar bei schwerer Sepsis wie etwa
septischem Schock senken könne, hieß es in der Laudatio. In einer größeren
Studie will das Kompetenznetzwerk Sepsis die Ergebnisse überprüfen. Ärzte
Zeitung, 12.04.2006
14tägige Selentherapie
bei Patienten mit Sepsis verringert Sterblichkeit
Das Spurenelement Selen bringt Stoffwechselreaktionen wieder ins Lot
DÜSSELDORF (grue). Hochdosiertes Selen kann die Mortalität von Patienten mit
schwerer Sepsis und septischem Schock verringern. Das Spurenelement stärkt das
Immunsystem und reguliert verschiedene Stoffwechselprozesse.
Die Therapie mit anorgischem Selen (Selenase®) ist preisgünstig und gut
verträglich. "Weil viele Sepsis-Patienten niedrige Plasma-Selenspiegel haben,
setzen bereits viele Kliniken auf die Selentherapie", sagte Professor Konrad
Reinhart von der Universität Jena bei einer Veranstaltung des Unternehmens
Biosyn. "Bisher fehlten aber Wirksamkeitsbelege aus kontrollierten Studien." Die
schon vorliegenden Daten ließen vermuten, daß sich die Mortalität von
Sepsis-Patienten mit Selen um etwa 20 Prozent verringern läßt.
Das habe sich zwar in einer jetzt abgeschlossenen prospektiv-randomisierten
Studie nicht in vollem Umfang bestätigt, "die Ergebnisse weisen aber auf einen
deutlichen Vorteil für die Selenbehandlung hin", sagte Reinhart. An der Studie
haben 238 Patienten mit Sepsis teilgenommen, die zusätzlich zur Sepsis-Therapie
mit hochdosiertem Selen oder Placebo versorgt worden sind. In der
Gesamtauswertung war der Unterschied zwischen den Gruppen statistisch nicht
signifikant.
Signifikant war er aber bei den 189 Patienten, die durchgehend für 14 Tage
behandelt worden sind (Per-Protocol-Analyse). Innerhalb eines Monats starben 42
Prozent der Patienten in der Selen-Gruppe und 57 Prozent der Patienten in der
Kontrollgruppe. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion von mehr als 14
Prozent.
"Werden nur die Patienten ausgewertet, die nach Beginn der Sepsis noch
mindestens zwei Tage lebten und damit eine reelle Chance auf Genesung hatten,
fällt der Vorteil für die Selen-Therapie noch viel deutlicher aus", sagte
Reinhart. Durch die Selen-Substitution werden viele Stoffwechselreaktionen
wieder in Gang gesetzt. Das gilt besonders für die Regulation des Redoxstatus.
SepNet, das Kompetenznetz Sepsis, will den Nutzen der Selentherapie nun nochmals
bei 1000 Patienten prüfen. "Die Selen-Substitution ist offenbar eine einfache
Maßnahme, um die Prognose dieser schwerkranken Patienten zu verbessern", so
Reinhart. Die Kosten in Höhe von etwa 100 Euro für eine zweiwöchige
Selenbehandlung fallen bei der insgesamt aufwendigen Sepsis-Therapie nicht ins
Gewicht.Ärzte Zeitung, 21.11.2006
Infos zur Sepsis im Internet unter:
www.kompetenznetz-sepsis.de
Als essentielles Spurenelement spielt Selen eine wichtige Rolle in der
Immunabwehr, fungiert bei enzymatischen Reaktionen als Cofaktor und ist in die
Abwehr zellschädigender Radikale involviert. Jedoch löst Selen bei einer zu
hohen Aufnahme auch Vergiftungssymptome aus und beeinflusst den Verlauf
verschiedener Erkrankungen sowohl positiv als auch negativ, berichtet heute die
Ernährungswissenschaftlerin Irina Baumbach von der Gesellschaft für
Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen.
Selen zählt zu den Halbmetallen und kommt in elementarer Form in der Natur nur
sehr selten vor. Jöns Jakob Berzelius entdeckte 1817 das Element und benannte es
nach dem griechischen Wort "selene" für Mond. Im menschlichen Körper ist es
vorwiegend in Zähnen, Knochen sowie Enzymen lokalisiert. Früher kam selenige
Säure in geringen Mengen als Oxidationsmittel zur Gewichtszunahme zum Einsatz.
Andere Selenverbindungen, wie beispielsweise im Tabakrauch, sind dagegen
hochgiftig und stehen im Verdacht, Krebs auszulösen.
Die physiologischen Selenverbindungen übernehmen im menschlichen Körper wichtige
Entgiftungsfunktionen. Als Bestandteil des Glutathions verstoffwechselt Selen so
genannte Radikale, die Schäden des Erbmaterials sowie Mutationen auslösen, zu
harmlosen Substanzen (1). In Verbindung mit giftigen Schwermetallen entstehen
stabile Metallselenide, die im Magen-Darm-Trakt nicht resorbierbar sind und
somit ausgeschieden werden können. Als Selenocystein ist das Spurenelement an
der Aktivierung der Schilddrüsenhormone beteiligt und übernimmt damit eine
wichtige Funktion im Wärmestoffwechsel.
Die Empfehlungen für den täglichen Bedarf liegen bei 30 bis 70 Mikrogramm Selen.
Vor allem Seewasserfische, Eigelb, Nüsse, Fleisch und Leber enthalten den
wertvollen Mineralstoff in höheren Mengen.
Welche Konsequenzen ein Selenmangel mit sich bringt, ist derzeit noch nicht
genau belegt. Studien lassen einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von
Bluthochdruck und Herzkrankheiten vermuten (2). Des Weiteren berichten
wissenschaftliche Untersuchungen über den Einfluss einer unzureichenden
Selenzufuhr und dem Auftreten von Lungen-, Leber- und Darmkrebs sowie einem
steigenden Risiko der Unfruchtbarkeit bei Männern. Aktuelle Studien weisen
darauf hin, dass hochdosiertes Selen die Sterblichkeit bei Patienten mit akuter
Sepsis verringert. Anorganisches Selen stärkt demnach das Immunsystem und
aktiviert verschiedene Stoffwechselprozesse (3). Dagegen fanden Wissenschaftler
der Harvard School of Public Health in Boston heraus, dass bei erhöhten
Selen-Plasma-Konzentrationen das Risiko von Genitalerkrankungen bei
HIV-Patienten steigt (4). Diese Erkenntnisse erfordern jedoch weitere
Untersuchungen, um einen genauen Zusammenhang belegen zu können.
Aufgrund der Toxizität und Unterschiedlichkeit der einzelnen Selenverbindungen
sowie durch die verschiedenen Aufnahmewege, beispielsweise über Lunge, Haut und
Magen-Darm-Trakt, ist von einer Supplementierung mit Selen abzuraten.
Empfehlenswert ist eine zusätzliche Einnahme unter ärztlicher Aufsicht lediglich
bei verschiedenen Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einiger
Arthritis-Formen. Eine äußerliche Anwendung ist bei Schuppenflechte und
Pilzbefall angebracht. Häufig treten bei einer Selenvergiftung unangenehmer
Knoblauchgeruch, Störungen des Verdauungstrakts, Kopfschmerzen und Haarausfall
sowie weiße Flecken auf den Fingernägeln auf.
Selen zählt somit zu den lebenswichtigen Spurenelementen und ist täglich mit der
Nahrung aufzunehmen. Bei einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Kost sind
Mangelerscheinungen nicht zu erwarten, dennoch ist zur Stärkung und
Unterstützung des Immunsystems, vor allem bei Krebserkrankungen, Diabetes
mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
sowie Erkältungskrankheiten besonders auf genügend Selen in der Nahrung zu
achten.
Literatur:
(1) Forcewille X: Seleno-enzymes and seleno-compounds: the two faces of
selenium.Crit Care. 2006 Dec 13;10(6):180
(2) Zagrodzki P, Laszczyk P: Selenium and cardiovascular disease: selected
issues] Postepy Hig Med Dosw (Online). 2006;60:624-631
(3) Forceville X, Aouizerate P, Guizard M: Septic shock and selenium
administration. Therapie. 2001 Nov-Dec;56(6):653-661
(4) Kupka R, Msamanga GI, Xu C, Anderson D, Hunter D, Fawzi WW: Relationship
between plasma selenium concentrations and lower genital tract levels of HIV-1
RNA and interleukin type 1beta. Eur J Clin Nutr. 2006 Dec 6;(Epub ahead of print)
Januar 2007 - Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
Selen hilft gegen HIV
Miami (queer.de) - Forscher der Universität von
Miami haben herausgefunden, dass Selen die Viruslast HIV-Positiver senken kann.
In dem Experiment erhielt die Hälfte von 260 gesunden HIV-Positiven eine
Tablette mit hochkonzentrierter Selen-Hefe, dem Rest wurde ein Placebo
ausgehändigt. Nach neun Monaten hat die Viruslast bei der Vergleichsgruppe um
10.000 bis 20.000 Viren pro Milliliter zugenommen. Knapp die Hälfte der
Selen-Konsumenten konnte ihre Viruslast dagegen um 10.000 senken. Die andere
Hälfte reagierte dagegen nicht auf den Wirkstoff. Das liege teilweise daran,
dass die Tabletten nicht regelmäßig genommen wurden, wie eine elektronische
Überwachung ergeben hatte. Manche zeigten aber trotz zeitgenauer Einnahme keine
Reaktion auf das Spurenelement. Dennoch war der leitende Forscher Barry E.
Hurwitz mit den Ergebnissen zufrieden. Selen-Hefe sei für viele ein Weg, ihre
Viruslast ohne Behandlung und mit geringen Kosten niedrig zu halten – ein
Zwei-Monats-Vorrat koste lediglich 15 Dollar (12 Euro). Allerdings müssten die
Patienten beachten, dass nicht alle Arten des rezeptfrei verkaufen Selen in den
Blutstrom aufgenommen werden würde und daher unwirksam seien. Die Ergebnisse der
Untersuchung sind im den "Archives of Internal Medicine" veröffentlicht worden.
Das Spurenelement Selen kommt natürlich nur in geringen Mengen vor. Am ehesten
nimmt man es über rotes Muskelfleisch, Meerestiere und Eier auf. Extreme
Selenmangelkrankheiten gibt es nur in unterversorgten Regionen wie Nordkorea und
Nordostchina. (dk) 23.01.2007
Selen könnte vor Prostatakrebs schützen
Neuseeländische Wissenschaftler haben in einer Studie gezeigt, dass
Nahrungsergänzungsmittel mit Selen das Risiko von Prostatakrebs bei Männern
senken könnten. Das Forschungsprojekt an der University of Auckland hat eine
mögliche Verbindung zwischen der Einnahme von Selen und biologischen Indikatoren
(Biomarkern) aufgezeigt, die mit einer Anfälligkeit für Prostatakrebs - speziell
bei Männern mit einem genetisch bedingten Hochrisikoprofil - in Verbindung
gebracht werden.
Studienteilnehmer, die ihre Ernährung um Selen ergänzten, wiesen über den
Untersuchungszeitraum eine niedrigere Zahl an Biomarkern für Prostatakrebs auf,
als jene Personen, die das entsprechende Nahrungsergänzungsmittel nicht
einnahmen.
Weitere Untersuchungen sollen nun die bisherigen Forschungsergebnisse
bestätigen, bevor in weiteren Schritten die Wirkung von
Selen-Nahrungsergänzungsmitteln auch in anderen Bevölkerungsgruppen außerhalb
von Neuseeland untersucht wird.
Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund 01.03.2007
Spargel und Linsen enthalten viel
Selen
Bonn (dpa/tmn) - Der Tagesbedarf des Körpers an Selen lässt sich besonders gut
mit Spargel und Linsen decken. Auch mit Innereien wie Hähnchenleber ist der
vergleichsweise geringe Bedarf von 30 bis 70 Mikrogramm schnell gestillt.
Darauf weist die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft
(CMA) in Bonn hin. Das Spurenelement Selen benötigt der Körper für den Abbau von
Umweltgiften, zur Stärkung des Immunsystems sowie zum Aufbau von
Schilddrüsenhormonen. Besonders Diabetiker und Vegetarier sollten darauf achten,
ausreichend Selen zu sich zu nehmen, rät die CMA.01.06.2007
Selen verringert Brustkrebsrisiko
(dtd). Die Geißel der Frauen heißt Brustkrebs. Von den rund 55.000 jährlich
erkrankenden Frauen sind etwa 40 Prozent jünger als 60 Jahre. Die genauen
Ursachen der Brustkrebsentstehung sind noch nicht eindeutig geklärt. Allerdings
haben Frauen, in deren naher Verwandtschaft bereits Brustkrebs auftrat, ein
erhöhtes Risiko. Auch der Lebensstil kann das Krebswachstum forcieren. Viele
Studien belegen eine Risikosteigerung durch Übergewicht, fettreiche Ernährung,
Alkoholkonsum und wenig Bewegung.
Japanerinnen: bis zu dreimal mehr Selen im Blut
Wie Untersuchungen aus den vergangenen 30 Jahren zeigen, scheint zudem eine
unzureichende Versorgung mit Selen das Entstehen bösartiger Tumore zu
begünstigen (Näheres unter www.selen-info.de). So tritt Brustkrebs in den als
selenarm geltenden europäischen Industrieländern weitaus häufiger auf als in
Asien oder Südamerika. Japanerinnen, die sich fisch- und reisreich ernähren und
zumeist auf Zucker und Fett verzichten, weisen eine zwei- bis dreimal so hohe
Selenkonzentration im Blut auf als Europäerinnen. Das Brustkrebsrisiko der
asiatischen Frauen ist geringer, denn Selen beeinflusst den Stoffwechsel der
Tumorzelle. Treten Schäden bei der Zellteilung auf, sorgt das Spurenelement für
die nötigen Reparaturmechanismen. Das Abfangen von Radikalen durch selenhaltige
Enzyme bewahrt vor Zellschädigungen.
Munition für die Killerzellen
Krebsgefährdeten Frauen ist es durch eine zusätzliche Selenzufuhr möglich, ihre
natürlichen Killerzellen zu aktivieren, die Krebszellen erkennen und vernichten
können. Darüber hinaus hat sich Selen in Form von schnell verfügbarem
Natriumselenit, beispielsweise Cefasel nutri, auch zur Unterstützung in der
Tumortherapie bewährt: Die selenabhängigen Schutzsysteme sind nämlich besonders
gefragt, wenn während Bestrahlung und Chemotherapie eine Flut von Radikalen
gebildet wird. Mit der
Einnahme von Selen lassen sich die Nebenwirkungen der Behandlung deutlich
mildern. 21.01.2008
Professor Karl-Michael Derwahl aus Berlin gab beim Wiesbadener Schilddrüsen-Symposium 2008 einen Überblick über fünf wichtige Erkenntnisse zur Selen-Substiution:
Und: Männer und Raucher hatten ein deutlich gesteigertes Diabetesrisiko, wenn ihre Selenspiegel erhöht waren.
Eine allgemeine Empfehlung für eine Selen-Therapie bei Thyreoiditis gab Derwahl aufgrund der widersprüchlichen Daten nicht. In Deutschland könnte eine Selen-Substitution durchaus Sinn machen. Die ungünstigen Daten in Zusammenhang mit zusätzlicher Selenzufuhr rührten hauptsächlich von US-amerikanischen Verhältnissen her, bei denen man ohnehin schon von einer Selen-Überversorgung ausgehen müsse. Dort, so mutmaßte der Endokrinologe, könnten die positiven antioxidativen Wirkungen von Selen bei zusätzlicher Zufuhr in prooxidative Effekte umschlagen.
Protektiver Effekt allerdings nur bei bestimmten
Patientengruppen
Selen
schützt vor Harnblasenkarzinom
09.12.08 - Dass Selen schützend gegen
Harnblasenkarzinome wirken kann, vermuten Forscher
schon länger. Nun zeigt sich: Die protektiven
Effekte machen sich offenbar nur bei bestimmten
Patientengruppen bemerkbar. Profitieren können vor
allem Frauen, Raucher und Patienten mit
Veränderungen im p53-Gen.
Das stellten Forscher um Dr. Margaret Karagas von
der Dartmouth Medical School in Hanover
(US-Bundesstaat New Hampshire) fest. Sie hatten die
Selen-Konzentrationen im Blut von 767 Patienten, die
an Blasenkrebs litten, mit denen von 1.108
Kontrollprobanden verglichen.
Eine inverse Korrelation zwischen Selen-Werten und
dem Auftreten von Harnblasenkarzinomen stellten die
Wissenschaftler bei Frauen und Rauchern fest, nicht
jedoch in der Gesamtbevölkerung. Bei
Blasenkrebs-Patienten, bei denen eine Mutation im
Gen p53 vorlag, waren die Karzinome bei höheren
Selen-Spiegeln signifikant geringer ausgeprägt.
Normalerweise gehen Veränderungen des p53-Gens mit
besonders aggressiven Tumoren einher.
"Es gibt verschiedene Signalwege, über die ein Tumor
entstehen kann", stellt Karagas fest. Einer davon
sei offenbar mit dem Tumorsuppressor p53 verknüpft.
Selen greife wahrscheinlich in diesen Signalweg ein
und beeinflusse daher nur bestimmte Subtypen von
Blasenkarzinomen. Die Forscherin plant nun, die
Ergebnisse in einer größeren Studiengruppe zu
überprüfen. Sie hofft, dass Folgestudien mehr über
die beteiligten Mechanismen ans Licht bringen. Die
aktuellen Ergebnisse publizieren die Wissenschaftler
in "Cancer Prevention Research".http://www.aerztlichepraxis.de
Quelle: American Association for Cancer Research